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6638 NeuinfektionenDeutsche Regierung fordert von Bürgern "viel mehr" Vorsicht

Gesundheitsminister Spahn: "Heute entscheidet sich, wie wir Weihnachten feiern können."

Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn
Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn © (c) AP (Tobias Schwarz)
 

Angesichts einer Rekordzahl an neuen Corona-Fällen ruft die deutsche Bundesregierung eindringlich zu mehr Disziplin und Vorsicht auf. Gesundheitsminister Jens Spahn und Kanzleramtsminister Helge Braun (beide CDU) betonte am Donnerstag, dass die beim Bund-Länder-Treffen am Mittwochabend gefassten Beschlüsse womöglich nicht ausreichen werden.

Spahn sagte im Deutschlandfunk: "Wir haben es gemeinsam selbst in der Hand." Den Bürgern müsse klar sein, dass sie heute entscheiden, ob Weihnachten in gewohnter Form stattfinden könne.

Am Vorabend hatten sich Bund und Länder nach achtstündigen Verhandlungen auf neue Einschränkungen geeinigt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die 16 Ministerpräsidenten beschlossen im Kanzleramt Kontaktbegrenzungen für alle Regionen, in denen die Zahl der Corona-Neuinfektionen über 50 Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche hinausschießt. Schon bei einer Zahl ab 35 Fällen sollen erste Maßnahmen greifen.

Wir haben es gemeinsam selbst in der Hand.

Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn

Kanzleramtsminister Braun bezeichnete die Vereinbarungen als wichtigen Schritt. "Aber sie werden nicht ausreichen", unterstrich er. Braun sprach von einer "enormen Infektionsdynamik". Deutschland stehe am Beginn einer "sehr großen zweiten Welle", sagte er in der ARD. Nun komme es auf die Bevölkerung an, hob Braun hervor. Die Deutschen müssten "sehr viel vorsichtiger" werden. Im Grunde müssten nun alle Kontakte halbiert werden, um die Pandemie einzudämmen. "Im Grundsatz ist eigentlich, was wir sagen müssten: Bleiben Sie zu Hause - so wie wir es im März/April hatten. Jetzt ist nicht die Zeit für Reisen", sagte Braun.

Ähnlich äußerte sich Spahn. Er forderte zugleich mehr Achtsamkeit bei privaten Feiern, bei denen es zuletzt verstärkt Ansteckungen gegeben habe. "Wenn wir gemeinsam aufeinander achtgeben", dann seien auch keine weiteren Maßnahmen nötig.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag 6638 neue Positiv-Tests. Die Zahl ist so hoch wie noch nie seit dem Ausbruch der Pandemie. Bislang wurde der höchste Wert mit 6294 Fällen am 28. März erfasst. Zugleich starben 33 Menschen, die positiv auf Corona getestet wurden. Damit stieg die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 9.710.


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