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Corona-MaßnahmenDeutschland verschärft, aber für Merkel "nicht hart genug"

Die Zahl der binnen eines Tages mit dem Coronavirus neu infizierten Menschen in Deutschland ist erneut sprunghaft gestiegen und hat damit einen Rekordwert erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag 6.638 Neuinfektionen - rund 1.500 mehr als am Mittwoch.

© AFP
 

Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag 6.638 Neuinfektionen - rund 1.500 mehr als am Mittwoch.  Allerdings sind die jetzigen Werte nicht mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 4.059 Neuinfektionen mitgeteilt. Damit war zum ersten Mal seit April die 4.000er Marke überschritten worden.

Verschärfte Maßnahmen

Aus Sorge vor einer unkontrollierbaren Ausbreitung des Coronavirus verschärft Deutschland die Gegenmaßnahmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer verständigten sich am Mittwoch auf einheitliche Regeln für Städte und Regionen mit hohen Infektionszahlen. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen und eine Sperrstunde für die Gastronomie.

Konkret vereinbarten die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten dies:

MASKENPFLICHT: In Städten und Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen soll die Maskenpflicht erweitert werden. Sie soll ab 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen auch überall da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen.

PRIVATE FEIERN: In Regionen mit einem Wert über 35 Neuinfektionen soll es eine Begrenzung von 25 Teilnehmern im öffentlichen und 15 Teilnehmern im privaten Raum geben. Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen sollen private Feiern auf maximal zehn Teilnehmer im öffentlichen Raum sowie auf höchstens zehn Teilnehmer aus höchstens zwei Haushalten im privaten Raum begrenzt werden.

KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN: Übersteigen die Neuinfektionen den 50er Wert dürfen sich künftig nur noch maximal zehn Personen im öffentlichen Raum treffen. Sollten die neuen Maßnahmen den Anstieg nicht zum Stillstand bringen, wird dies auf bis zu fünf Personen oder die Angehörigen zweier Haushalte verringert.

SPERRSTUNDE: Ebenfalls bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen soll eine Sperrstunde um 23.00 Uhr für die Gastronomie verhängt werden. Bars und Clubs sollen geschlossen werden.

VERANSTALTUNGEN: Wird der 50er Wert überschritten, wird die Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen auf 100 Personen begrenzt. Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzeptes.

BEHERBERGUNGSVERBOTE: Die Beherbergungsverbote für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten waren vor den Beratungen am umstrittensten. Bund und Länder fanden auch im Kanzleramt keine Einigung und vertagten das Thema erst einmal bis zum 8. November. Bis dahin soll diese Maßnahme auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Bund und Länder forderten aber eindringlich alle Bürger auf, nicht erforderliche innerdeutsche Reisen in Gebiete hinein und aus Gebieten heraus zu vermeiden, die die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage übersteigen.

Härtere Maßnahmen nicht ausgeschlossen

Bund und Länder schließen noch härtere Maßnahmen nicht aus, wenn sich die Infektionslage in den kommenden zehn bis zwölf Tagen nicht bessert. Merkel zeigte sich in den Beratungen im Kanzleramt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit den Beschlüssen jedoch unzufrieden. "Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden", sagte die CDU-Politikerin nach übereinstimmenden Angaben von Teilnehmern. "Es reicht einfach nicht, was wir hier machen."

Nach der Sitzung betonte Merkel, ob die Beschlüsse reichen oder nicht, werde man sehen. "Deshalb ist meine Unruhe mit dem heutigen Tag noch nicht weg." Beunruhigt sei sie vom exponentiellen Anstieg der Infektionen. "Den müssen wir stoppen. Sonst wird es in kein gutes Ende führen." Merkel machte deutlich, dass sich ihre Unzufriedenheit vor allem auf die umstrittenen Beherbergungsverbote bezieht.

 


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (5)

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logon 1
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2
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Umständliches,..

.unsinniges Hantieren mit Zahlen, die nicht mehr nachvollziehbar sind.

duerni
9
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Von Frau Merkel, Physikerin, könnte man analytisches Denken und Definition von...

"relevanten Einflussgrößen" erwarten. Was hier von Politiker/innen veranstaltet wird, ist unverantwortliches Handeln gegenüber allen Menschen.
Infizierte sind keine Kranke - geht das in diese Köpfe nicht hinein?
Was geschieht, wenn TROTZ dieses hysterischen Zusperrens, die Zahlen nicht zu messbarem Sinken der "INFIZIERTEN" führt?
Schaffen wir uns dann ab?
- Covid19 Virus wird meist über Aerosole transportiert
- Aerosole bleiben lange in der Luft - in geschlossenen Räumen sehr lange
ergo - Abstandhalten nützt wenig-es hilft nur Atemschutz ALLER Personen und IMMER
- Kinder und junge Menschen können sich infizieren - bleiben aber selbst meist symptomfrei - ergo lasst die Schulen OFFEN.

Immerkritisch
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Die Leute kapieren noch immer nicht,

dass Geburtstagsfeiern und Vereinsversammlungen (viele an der Zahl und die Gastwirte machen mit) zur Zeit nicht angebracht sind - sie zerstören alles und jammern dann am meisten, wenn es schärfere Einschränkungen gibt.

kislinger
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Österreich hat

in etwa die doppelten Werte - unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl! Also wen wunderts, dass alle vor Österreich warnen! Für den Wintertourismus befürchte ich Schlimmes! „Infektionszahlen reduzieren“ hat also nicht nur medizinische Auswirkungen!

altbayer
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Österreicher

Nur viele Poster hier im Forum kapieren das nicht