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Ball liegt in RegionenNächstes Corona-Ziel: Zahl der Infizierten halbieren

Erstmals ist auch der Kärntner Bezirk Hermagor orange, der steirische Bezirk Deutschlandsberg wurde dafür wieder grün. Gesundheitsminister Rudolf Anschober und seine Experten erklärten heute, die Lage habe sich österreichweit stabilisiert, aber auf (zu) hohem Niveau.

© APA/Barbara Gindl
 

Die Corona-Kommission hat in ihrer Sitzung vom Donnerstag sechs Bezirke neu auf Orange gestellt und sieht daher in diesen Bezirken ein hohes Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Unter den Bezirken mit hohem Risiko befindet sich erstmals auch die Kärntner Region Hermagor, wegen eines im Zuge eines Almabtriebs entstandenen Clusters. Weiterhin gibt es allerdings keine Bewertung mit Rot.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober erläuterte heute die aktuelle Schaltung der Corona-Ampel, assistiert von Corona- Kommissionssprecherin Daniela Schmid.

Folgende Bezirke wurden Gelb auf Orange hochgestuft:

  • Neusiedl am See (Burgenland)
  • Sankt Pölten Stadt (Niederösterreich)
  • Mistelbach (Niederösterreich)
  • Scheibbs (Niederösterreich)
  • Hallein (Salzburg)
  • Hermagor (Kärnten)

Schon in der Nacht berieten die Bezirkshauptmänner mit den Gesundheitsstellen darüber, welche Schritte nun zu setzen seien. Gesundheitsminister Rudolf Anschober beschrieb eine "gute Stimmung": Niemand verstehe die Einstufung als Bestrafung sondern im Gegenteil als Aufforderung, zusätzlich zu den Maßnahmen des Bundes regional gegenzusteuern. Mit sichtbaren Ergebnissen, wie etwa der nun erfolgten Rückstufung des Bezirks Kufstein. Es geht vor allem um das Bewusstsein: "Damit die Bevölkerung mitgehen kann mit den Maßnahmen, muss sie informiert sein über die Lage."

Nächstes Ziel: Die Halbierung

Anschober betonte, das nächste Ziel sei es, die Zahl der Neuinfektionen zu halbieren, auch wenn das im Widerspruch zum europäischen Trend stünde. "Wir können das schaffen, wenn wir die Stimmung vom Frühling jetzt im Herbst wieder aufbauen." Gemeint damit ist der Wille der Bevölkerung, konstruktiv alles dazu beizutragen, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. "Dann können wir einen zweiten Lockdown vermeiden und wir können die Rücknahme der Reisewarnungen vermeiden, die uns so weh tun." Geschafft habe man seit Mitte September zumindest die Stabilisierung, wenn auch auf zu hohem Niveau.

Kommissions-Chefin Daniela Schmid ergänzte, dass der Reproduktionsfaktor jetzt wieder unter 1 liege (688 Neuinfektionen bei 710 neu Genesenen). Die Altersstruktur sei zwar leicht ansteigend, mit durchschnittlich 37,8 Jahren aber immer noch niedrig, die Zahl der belegten Intensivbetten gehe zurück. In den letzten 24 Stunden wurden 21.839 Menschen in Österreich getestet - damit liege man bereits weit über dem im Frühling angepeilten Ziel von 15.000 Testungen pro Tag.

Geschlossener Mund-Nasen-Schutz

Jetzt gehe es darum, im privaten Bereich die Sensibilität noch zu verstärken und im beruflichen Bereich zu erreichen, dass auch Kellner, Verkäufer und Taxifahrer etwa möglichst einen geschlossenen Mund-Nasen-Schutz tragen und nicht offene Gesichtsvisiere, wie es auch der Empfehlung der Präventiv-Medizinier entspricht. Man setzt dabei auf Einsicht, nicht auf Verbote. Schmid: "Schließlich muss es jedem auch um den eigenen Schutz gehen. Es ist ja ganz klar, dass Tröpfchen von einem geschlossenen Mund-Nasen-Schutz besser abgehalten werden als von einem offenen Visier."

Das Risiko, sich im gemeinsamen Haushalt anzustecken, liege übrigens zwischen 5 und 50 Prozent (je nach Alter), das Risiko, sich ohne Impfung  mit Masern anzustecken bei 95 Prozent.

Vernunft statt Gebote

Auch bei der Corona-Impfung setze man auf die Vernunft der Menschen, so Anschober: "Wir setzen auf die freiwillige Impfung". Und er persönlich hoffe trotz der Umfragen, die die Impfvorbehalte zeigen, auf eine 50-Prozent-Durchimpfungsrate. Die Impfung werde aber, so Schmid, immer nur Teil der Präventionsstrategie. Ohne risikoreduzierendes Verhalten werde es nicht geben, absolute Sicherheit gebe es nicht. Das Tragen von Masken böte übrigens auch Schutz vor einer Ansteckung mit der "normalen" Influenza.

Sieben Bezirke haben nun eine mittlere Risikoeinschätzung statt einer geringen und sind daher von Grün auf Gelb gestellt worden:

  • Oberpullendorf (Burgenland)
  • Oberwart (Burgenland)
  • Villach Land (Kärnten)
  • Sankt Pölten Land (Niederösterreich)
  • Braunau am Inn (Oberösterreich)
  • Schärding (Oberösterreich)
  • Voitsberg (Steiermark)

Positive Nachrichten gab es für drei Bezirke:

  • Kufstein in Tirol weist laut Kommission nur mehr ein mittleres Risiko auf und wurde von Orange auf Gelb herabgestuft.
  • Eferding in Oberösterreich und Deutschlandsberg sind nun wieder grün statt bisher gelb.

Für alle anderen Bezirke blieb die Einschätzung unverändert.


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Bobby_01
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Halbieren?

ohne sinnvolle Maßnahmen?
Heute ist wieder mal ein Rekordwert mit 893 Neuinfizierten!

AndiK
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Aber klar

doch und wo hast du diese Zahl her ?

Stemocell
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Man will also laut Anschober ‚die Stimmung vom Frühjahr wieder aufbauen‘

Also will man wieder ein nudelkaufendes, klopapiereinlagerndes, verängstigtes Volk haben oder wie? Dazu braucht es aber zunächst wieder einige Horrormeldungen, a la: ‚Bald wird jeder jemanden kennen, 100000 Tote, tödliches Virus etc...‘
Wie wäre es diesmal mit einem neuen Symptom? ‚Das Virus löst eine allergische Reaktion auf alles was Spaß macht aus‘ zum Beispiel?
Nein im Ernst jetzt, eine Stimmung wie im Frühjahr will kein Mensch noch einmal haben. Vielmehr wäre ein vernünftiger, angstfreier Umgang mit dem Virus wünschenswert, der etwas optimistischer in die Zukunft blickt und auch die Möglichkeit in Betracht zieht, dass uns das Virus noch länger begleiten wird. Ein vorsichtiger Blick in Richtung Schweden vielleicht?

vandiemen
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Das nächste Ziel soll die Halbierung ...

...unserere Regierung sein! Und zwar durch Abwahl.

lombok
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"Dann können wir einen zweiten Lockdown vermeiden und wir können die Rücknahme der Reisewarnungen vermeiden, die uns so weh tun."

Wenn man eine Rücknahme der Reisewarnung vermeiden will, will man, dass die Reisewarnung bleibt.

Und jetzt etwas echt Wichtiges: Bitte lasst uns die offenen Visier-Masken einstampfen. Das kann ja wirklich nix bringen.

samro
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ja diese

lustigvisiere sind einfach der hammer.
weg damit.

rehlein
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Die Zahl der Intensivbetten geht zurück?

Gestern 98, heute 100.............

Bobby_01
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rehlein

da stimmt gar nichts mehr. Vorgestern hat man gemeldet in der Steiermark sind 10 Neuinfektionen, tatsächlich waren es aber 50.
Auch die Halbierung ist ein sehr schwaches Ziel, wir haben aktuell mehr als 5 x mehr Neuinfektionen wie z. B. Deutschland und die Schweiz.
Da braucht es wohl eine wesentlich deutlichere Reduktion glaube ich.

AndiK
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Ja schrecklich!!!

Besonders in Kärnten ist man da angeblich absolut an der Kapazitätsgrenze angelangt!

samro
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sagen sie sitzn

sie auf irgendeinem bergzipferl ganz alleine dass sie immer so lustig drauf sind?

beobachter2014
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Erstdenkendannsprechen

Wenn die Ampelfarbe nur von der Zahl der Infizierten abhängen würde, braucht es doch keine hochkarätige (und wahrscheinlich hoch bezahlte) Kommission, oder? Aber ich werde wahrscheinlich zu viel beobachten und zu wenig denken :-)

beobachter2014
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Hermagor orange?

Bei den Ampelfarben kenne ich mich wirklich nicht mehr aus! Da gab es im Bezirk Hermagor zB. lange Zeit wenig bis keine Infektionen. Dann passiert ein Cluster mit unverständlich vielen Infektionen, aber praktisch keinen Krankenhausaufenthalten und schon gar keinen Intensivfällen. Die Gesundheitsbehörden haben nach eigenen Aussagen den Cluster im Griff, die Krankenhäuser genug Kapazitäten .... - und dennoch wechselt die Ampel auf Orange! Das kann wohl nur eine Einladung an das Ausland sein, Reisewarnungen auszusprechen!

redbull
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CSH-Ampel

Auf der CSH-Ampel, wo es nur um die Infektionszahlen geht, ist Hermagor (wie einige andere) auf Rot.

erstdenkendannsprechen
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die ampelfarbe sagt ja nur etwas über das ansteckungsrisiko aus.

und da ist es egal, wie viele in hermagor in der vergangenheit infiziert waren, sondern nur, wie viele gerade in diesem moment infiziert sind. die ampelfarbe wechselt ja auch deswegen. und in hermagor sind derzeit pro 100.000 einwohner mehr personen infiziert als in wien. dh es ist die wahrscheinlichkeit auf einen infizierten zu treffen, wenn man sich zb. in ein gasthaus setzt, zur zeit in hermagor gering höher als in wien.
auch dort haben die gesundheitsbehörden die lage im griff und die krankenhäuser kapazitäten. wenn die gesundheitsbehörden die lage nicht mehr im griff hätte und die krankenhäuser keine kapazitäten - dass wäre ja der worst case. und genau das will man mit der ampel ja verhindern. nicht sooooo schwer, oder?

Amadeus005
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Stimme zu - Wenn auch das nicht ganz korrekt ist

Ampel Farbe bildet mehr als nur die Anzahl der Infizierten an.