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Coronavirus Russland hinter den USA mit den meisten Infizierten

Die Zahl neuer Fälle in Russland in 24 Stunden war erneut fünfstellig, insgesamt sind es über 232.200. Nur in den USA gibt es mehr Infizierte - die Lage in den hart getroffenen Gebieten.

© (c) AP (Dmitry Lovetsky)
 

Der rasante Anstieg an Coronavirus-Infektionen in Russland am Tag von in Kraft getretenen Lockerungen hat das flächenmäßig größte Land der Erde am Dienstag bei der Infiziertenzahl auf Platz zwei gebracht. Die Zahl neuer Fälle in 24 Stunden war erneut fünfstellig, insgesamt sind es über 232.200. Davor lagen die USA mit rund 1,35 Millionen Infektionen. 

Der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dimitri Peskow, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der 52-Jährige bestätigte dies der russischen Staatsagentur Tass am Dienstag. Er werde behandelt, sagte der Vertraute von Putin zu seinem Gesundheitszustand. Details waren nicht bekannt. Peskow arbeitet seit einiger Zeit von zu Hause aus.

Peskow zählt zum engsten Kreis des russischen Präsidenten. Er hatte immer wieder bestätigt, dass Putin gesund sei und auch regelmäßig getestet werde. Putin lenkt die Staatsgeschäfte von seiner Moskauer Vorstadtresidenz Nowo-Ogarjowo aus.

Vor gut zwei Wochen war die Erkrankung von Regierungschef Michail Mischustin bekannt geworden. Auch der Bauminister und die Kulturministerin haben sich infiziert. Mischustin befinde sich jedoch auf dem Weg der Besserung, hieß es.

USA weiter an erster Stelle

In den Vereinigten Staaten gab ex den zweiten Tag in Folge weniger als 900 neue Todesopfer, deutlich weniger als noch vor kurzer Zeit. Freilich sind in den USA bisher mehr als 80.000 an oder mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Jedenfalls wurde passend zur Entwicklung ein Behelfskrankenhaus im New Yorker Central Park wieder abgebaut. In Los Angeles sollen am Mittwoch die Strände für sportliche Aktivitäten wieder zugänglich sein, Abstand halten und das Tragen von Schutzmasken außerhalb des Wassers bleiben aber vorgeschrieben.

Von Russland sozusagen auf Rang drei verdrängt ist Spanien. Dort soll ab Freitag für alle aus dem Ausland Einreisenden eine 14-tägige Quarantäne gelten. Die Regelung soll bis zum Endes des Ausnahmezustands in Kraft sein, derzeit ist das der 24. Mai. Nach Angaben der Regierung sind nur Grenzgänger, Transportpersonal im Warenverkehr, das Personal von Fluggesellschaften und Gesundheitspersonal von der Quarantäne-Pflicht ausgenommen - allerdings nur, wenn sie vor der Einreise keinen Kontakt zu Corona-Infizierten hatten.

Punkto Lockerungen ist Italien schon einen Schritt weiter als Spanien, erhielten doch in Österreichs Nachbarland nun die Regionen von der Regierung in Rom grünes Licht für das Aufsperren ab kommenden Montag von Shops, Cafes, Restaurants und Bars. Die Entscheidung, ob Kleinhandel, Gastronomie, Tourismus, Friseure und Schönheitssalons ab 18. Mai die Arbeit wieder aufnehmen dürfen, obliegt den einzelnen Regionen. Sollte die Infektionskurve wieder steigen, kann die Regierung einschreiten und weitere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

In Deutschland ist der zuletzt erfolgte Anstieg der sogenannten Reproduktionszahl über die Schwelle von 1 von Lars Schaade zurückhaltend bewertet worden. Der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) meinte, dass der Verlauf zwar beobachtet werden müsse, die Gefährdung sei aber deutlich geringer als sie noch vor vier Wochen gewesen sei. Einzelne große Ausbrüche wie zuletzt in Schlachthöfen würden den Wert stärker als bei insgesamt höheren Infektionszahlen beeinflussen.

Südkorea wertet Handydaten aus

Frankreich hat unterdessen mehr als 150 Europäer, die wegen der Pandemie in Zentralamerika festgesessen waren, aus Panama und Honduras in Richtung Paris ausgeflogen. Wie der französische Botschafter in Panama, Brice Roquefeuil, am Montag mitteilte, waren unter den Passagieren neben 57 Franzosen auch 18 Deutsche. Ferner waren Italiener, Niederländer, Spanier sowie Bürger mehrerer anderer europäischer Länder an Bord. Ob auch Österreicher unter den Passagieren waren, war vorerst noch unklar.

In Südkorea versuchen Behörden einen Anstieg an Neuinfektionen nun über Handy-Daten in den Griff zu bekommen. Damit sucht die Polizei unter Tausenden Besuchern von Bars und Clubs nach möglichen Infizierten. Bis Dienstag wurden 101 Infektionen mit dem neuen Ansteckungsherd im Ausgeh-Viertel Itaewon in der Hauptstadt Seoul in Verbindung gebracht, wie Bürgermeister Park Won-woon mitteilte. Mehr als 10.000 Menschen, die laut ihren Handy-Daten in Itaewon gefeiert haben, sollen sich nun testen lassen.

In der Behandlung von Infektionen sind indes die Empfehlungen für den begrenzten Einsatz von Remdesivir ausgeweitet worden. Laut Europäischer Arzneimittelbehörde (EMA) könne der Wirkstoff nun zusätzlich bei bestimmten stationären, nicht auf Beatmungsgeräte angewiesenen Patienten angewandt werden. Eine klinische Studie aus den USA hatte hingewiesen, dass die Verabreichung bei Covid-Patienten die Zeit bis zur Genesung um mehrere Tage verkürzen könnte. Es fehlen aber u.a. noch gesicherte Angaben zu Nebenwirkungen.

Die Lage bei uns

In Österreich gab es indes gute Nachrichten für Freunde von Sport und Kultur. Die Bundesregierung gab der Fußball-Bundesliga Grünes Licht für den Neustart. Wie Sportminister Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (beide Grüne) gemeinsam mit Liga und ÖFB erklärten, kann die seit Mitte März wegen der Pandemie ausgesetzte oberste Spielklasse unter strengen Bedingungen Anfang Juni ohne Zuschauer fortgesetzt werden. Knackpunkt war bis zuletzt die Frage, was im Falle eines positiven Coronavirus-Tests passiert. Hier kam das Gesundheitsministerium der Liga entgegen - es muss nun lediglich der Betroffene in Quarantäne.

Auch die Eckpunkte, unter welchen Voraussetzung die Museen, Bibliotheken, Büchereien und Archive ab diesem Freitag wieder für Besucher öffnen dürfen, wurden fixiert. Pro Gast müssen zehn Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen. Überdies sind Besucher verpflichtet, Mund-Nasen-Schutz zu tragen und auch einen Meter Abstand zu halten. Zeitlich können sich Kunstfreunde grundsätzlich so lange in einer Institution aufhalten, wie es ihnen beliebt. Auch Vorbuchungen von Zeitslots im Internet sind nicht notwendig. "Es obliegt den Kultureinrichtungen, wie das dann organisiert wird", betonte Kunst- und Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) im APA-Gespräch.

Die heimischen Arbeitslosenzahlen sind seit dem Höhepunkt Mitte April um 39.000 gesunken. Per 11. Mai waren 549.662 Personen arbeitslos oder in Schulung, um 198.000 mehr als im Vorjahr, teilte Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) mit. Aschbacher zeigte sich über die "leichte Abflachung der Kurve" bei den Arbeitslosenzahlen in den vergangenen Wochen erfreut. Im Handel habe es nun "einen leichten Rückgang" gegeben und am Bau seien die Zahlen "schon deutlich gesunken", sagte sie. Eine zeitliche Verlängerung der Corona-Kurzarbeit wollte Aschbacher vorerst nicht bestätigen. Die Oppositionsparteien drängen jedenfalls darauf.

Drei weitere Personen sind von Montag auf Dienstag (Stand 9.30 Uhr) in Österreich an oder mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Damit stieg die Zahl der bisherigen Todesopfer auf 623, teilten Gesundheits- und Innenministerium mit. 87 Menschen gelten seit dem Vortag als wieder genesen. Damit sank die Zahl der aktiv Erkrankten im Tagesvergleich von 1.201 auf 1.190 Fälle. 264 Personen befanden sich in Krankenhäusern, 15 weniger als am Vortag. Davon wurden wiederum 59 auf Intensivstationen betreut, ein Minus von neun im Tagesvergleich.


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