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Welle der SolidaritätMuttermilchspenden: Auch österreichische Familie erhielt Hilfe

Eine österreichische Jungfamilie in Hongkong hat nach der Corona-Erkrankung der Mutter viel Solidarität erfahren.

© APA/AFP/ANTHONY WALLACE
 

Als Catherine Kosasih von Sanitätern in Schutzkleidung abgeholt wurde, wusste sie nicht, wann sie ihre Kinder im Alter von vier und 21 Monaten wieder sehen würde. Der Säugling musste mit Muttermilch versorgt werden. Die Notlage traf bei vielen Spenderinnen auf Solidarität.

Bei der mit dem Oberösterreicher Jürgen Ditz verheirateten Kosasih wurde die Diagnose Covid-19 im Krankenhaus bestätigt. Sie wurde isoliert und ihr Mann mit den beiden kleinen Mädchen zuhause unter Quarantäne gestellt. Die kleine Avielle, die von Kosasih noch gestillt wurde, sollte fortan Säuglingsnahrung bekommen. Als sie allergisch darauf reagierte, war Ditz nahe daran, den Säugling ins Krankenhaus einliefern zu lassen.

Auch Kosasih, die mit Fieber, Muskelschmerzen und Müdigkeit zwei Wochen im Krankenhaus lag, verzweifelte. "Ich habe das Haus so plötzlich verlassen und wusste nicht, wie lange ich im Krankenhaus sein würde", erinnert sich die 33-Jährige. "Ich hatte so viele Sorgen, vor allem um mein Baby." Ihre abgepumpte Milch musste sie auf Anweisung der Ärzte entsorgen, da ihre Tochter mit der Muttermilch die antiviralen Medikamente aufgenommen hätte.

So fragte sie Gemma MacFarlane von der Stillgruppe Hong Kong Breastfeeding um Rat. Diese stellte einen SOS-Spendenaufruf online, und innerhalb von Stunden meldeten sich zahlreiche Mütter, die mehr als 15 Liter Muttermilch zusagten - genug Säuglingsnahrung für rund zwei Wochen.

Natürlich mussten einige logistische Herausforderungen bewältigt werden. So war es ein Wettlauf gegen die Zeit, die tiefgefrorene Milch von verschiedenen Übergabeorten an Ditz zu liefern. Freiwillige Helfer bauten ein Nachschub-System auf - vom Sammeln der Angebote über die Abholung per Motorrad-Kurier bis zur Lieferung der Kühlboxen zur Wohnung der Familie in einem abgelegenen Teil Hongkongs.

Foto © APA/AFP/ANTHONY WALLACE

Ditz versuchte währenddessen, seinen Kindern etwas Normalität vorzuleben, der 41-Jährige telefonierte mit seiner Frau auf FaceTime, wenn er die Kinder weckte oder alle zusammen essen sollten. Als er die großzügigen Spenden vor seiner Tür sah, habe er geweint, erzählt der für die Fluglinie Cathay Pacific Airways arbeitende Pilot: "Ich konnte es nicht glauben. Ich wusste nicht, dass in Hongkong, wo es sonst nur um Geld geht, so viel Gemeinsinn existiert."

In Muttermilch wurde das neuartige Coronavirus, an dem seit seiner Entdeckung in China im Dezember mehr als 210.000 Menschen weltweit starben, bisher nicht nachgewiesen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont daher, dass Covid-19-Patientinnen weiter stillen könnten. Doch Hongkong hat strenge Isolationsvorschriften für Corona-Patienten. Viele Eltern fürchten weniger das Virus selbst als das Szenario, dass ihre Kinder allein in Quarantäne oder im Krankenhaus landen.

Ähnliche Initiativen gibt es inzwischen auch in Großbritannien und den USA. Die US-Autorin Jenny Tamas mit Millionen Followern startete einen Aufruf auf Instagram, nachdem sie von Müttern gehört hatte, die für ihre Babys im Supermarkt wegen Hamsterkäufen kein Milchpulver mehr fanden. Über das Projekt können sich Mütter austauschen.


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