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Corona-KriseGroße Teile Europas fahren wieder hoch

In der österreichischen Bevölkerung verdrängt der Wunsch nach Normalität inzwischen die Angst vor Ansteckung.

© APA
 

Große Teile Europas fahren nach den strengen Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Epidemie weiter hoch: Auch in Österreich werden ab Freitag die "Ausgangsbeschränkungen" auslaufen. Obwohl die Zahl der aktiv Erkrankten in Österreich sinkt, zeigte sich Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) aufgrund der Situation in Wien besorgt.

Insgesamt 502 an Covid-19 erkrankte Menschen befanden sich (Stand Donnerstagvormittag) in Österreich in Krankenhäusern, 128 davon auf Intensivstationen. Insgesamt ist die Anzahl der positiven Testergebnisse auf 15.452 angestiegen, berichteten Gesundheits- und Innenministerium. Als aktuell angesteckt galten 1.961 Menschen in Österreich. Die Anzahl der Toten stieg auf 584, jene der Genesenen auf 12.907.

Trotz der vergleichsweise wenigen Erkrankten gab Nehammer zu bedenken, dass es weiterhin Neuinfektionen gibt. "Was wir derzeit mit etwas Besorgnis sehen ist, dass beispielsweise seit Montag 50 Prozent der Neuerkrankungen in der Stadt Wien zu verzeichnen waren", meinte der Innenminister. Um diese Zahl weiter zu senken, bedürfte es der raschen Lokalisierung der Infektionsketten. "Hier muss rasch entgegengewirkt werden und noch schneller feststellt werden mit wem eine infizierte Person in Kontakt war und welche Personen infiziert worden sein könnten", so Nehammer. Der Ressortleiter erneuerte das Angebot, dafür die Unterstützung Spezialisten im Landeskriminalamt Wien zu nutzen.

Wunsch nach Normalität

In der österreichischen Bevölkerung verdrängt der Wunsch nach Normalität inzwischen die Angst vor Ansteckung. Laut Gallup-Umfrage fürchtet nur jeder Zweite, sich anzustecken, gegenüber 74 Prozent vor einem Monat. Die Zahl jener, die glauben, dass die Gefahr übertrieben wird, stieg von 20 Prozent auf 31 Prozent.

Aber nicht nur Österreich macht wieder auf: Innerhalb der europäischen Region begannen laut WHO mittlerweile 21 Länder, Maßnahmen in unterschiedlichem Maße wieder zu lockern. Elf weitere planten dies in den kommenden Tagen.

In Deutschland dürfen unter Auflagen Spielplätze, Kultureinrichtungen und Gotteshäuser nun wieder öffnen, sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angelika Merkel am Donnerstag in Berlin. Über eine gemeinsame Öffnungsstrategie für Schulen, Kindergärten und Sporteinrichtungen solle erst kommende Woche entschieden werden.

Bis Donnerstagvormittag wurden in Deutschland mehr als 159.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert (Vortag: mehr als 157.500 Infektionen). Mindestens 6.135 Infizierte sind bisher gestorben (Vortag: 6.056). Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Mittwoch bei 0,75. Das bedeutet, zehn Infizierte stecken im Schnitt 7,5 Menschen an. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt somit leicht.

In Italien sank die Zahl der Toten mit einer Corona-Infektion am Donnerstag deutlich. 285 Todesfälle wurden innerhalb von 24 Stunden gemeldet, am Mittwoch waren es noch 323 gewesen. Der effektive Reproduktionsfaktor des SARS-Cov-2 liegt mittlerweile in allen Regionen unter 1. "Die Epidemiekurve sinkt in allen italienischen Regionen", sagte der Präsident von Italiens Oberstem Gesundheitsinstitut ISS, Silvio Brusaferro.

24.543 gestorben

Auch Spanien meldete mit 268 weiteren Todesfällen so wenig Opfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus wie zuletzt vor fast sechs Wochen. Insgesamt erlagen damit bisher 24.543 Menschen dem Erreger, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Zuletzt seien 518 neue Infektionen registriert worden, womit sich insgesamt 213.435 Personen nachweislich angesteckt haben.

In Russland stieg die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus hingegen auf mehr als 1.000, die Zahl der offiziell diagnostizierten Infektionen liegt bei mehr als 100.000. Bis Donnerstag wurden nach Behördenangaben 1.073 Todesfälle durch das Virus und 106.498 Infektionen registriert. Am schwersten betroffen sind Moskau und Umgebung sowie St. Petersburg. Aber auch in den Regionen, wo die Gesundheitsversorgung deutlich schlechter ist, breitet sich das Virus weiter aus.

Donnerstagabend wurde bekannt, dass der russische Regierungschef Michail Mischustin nach Angaben der Staatsmedien mit dem Coronavirus infiziert ist. Der 54-Jährige begebe sich deshalb in Quarantäne, meldeten russische Agenturen am Donnerstagabend. Kremlchef Wladimir Putin äußerte die Hoffnung auf eine rasche Genesung des Ministerpräsidenten.


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