Anzeichen für EntspannungSchweden sieht sich auf dem richtigen Weg

In der täglichen Pressekonferenz der staatlichen Gesundheitsbehörde am Freitag sagte die Mikrobiologin Karin Tegmark Wisell, es gebe bereits einen "Abwärtstrend" bei der Entwicklung der Covid-19-Erkrankungen in Schweden.

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Chef-Epidemiologe Anders Tegnell
Chef-Epidemiologe Anders Tegnell © APA (AFP)
 

In Schweden, jenem Land, das mit seiner Art mit der Coronakrise umzugehen, für Aufsehen gesorgt hat, haben sich vergangene Woche erste Anzeichen für eine Entspannung der Lage gezeigt. Gesundheitsbehörden und Regierung wähnen sich trotz Fehlern in einzelnen Bereichen im Großen und Ganzen auf dem richtigen Weg. Auch die Nachbarländer schwenken nun zum Teil auf die Stockholmer Linie ein.

In der täglichen Pressekonferenz der staatlichen Gesundheitsbehörde am Freitag sagte die Mikrobiologin Karin Tegmark Wisell, es gebe bereits einen "Abwärtstrend" bei der Entwicklung der Covid-19-Erkrankungen in Schweden. Mit einem Anstieg von lediglich 67 auf insgesamt 1.400 Fälle war das Wachstum zudem niedriger als in den Tagen davor und deutlich weniger als noch vor Ostern.

Befürchtungen nicht eingetreten

Bereits am Vortag sagte Chef-Epidemiologe Anders Tegnell, man habe nach Ostern mit neuen Spitzenwerten gerechnet. Dies sei nicht eingetreten. Als mögliche Erklärung dafür nannte der Epidemiologe, der wegen seiner außergewöhnlichen Medienpräsenz auch international schon so etwas wie ein schwedischer "Mister Corona" ist, eine beginnende "Herdenimmunität".

Alles blieb offen

Die Strategie Schwedens war es von Beginn an, möglichst wenige gesetzliche Verbote zu erlassen und keine Maßnahmen einzuführen, die länger als ein paar Wochen durchzuhalten sind. Unterstufen, Kindergärten, die Gastronomie, Hotellerie und anfangs sogar die Skigebiete blieben offen. Sowohl die Gesundheitsbehörden als auch Ministerpräsident Stefan Löfven operierten mit Empfehlungen wie beispielsweise, nach Möglichkeit von zuhause aus zu arbeiten oder ältere Verwandte einstweilen nicht zu besuchen.

Zahlen

Zahlen vom Samstagnachmittag laut schwedischem Gesundheitsamt: 13.822 registrierte Infizierte (606 mehr als am Freitag)

In Schweden werden allerdings nur Kranke getestet, es gibt keine Massentests, nicht jeder darf sich testen, weshalb auch ein Vergleich zwischen Toten und Infizierten falsch ist (da ist der Nenner in Schweden viel kleiner für den Quotienten). 

1054 Personen wurden seit Ausbruch insgesamt auf Intensivstation betreut (historisch und aktuell zusammen).

111 neu registrierte Todesfälle am Samstag, 18.4. Die Todeszeitpunkte können aber bis zu zwei Wochen zurückliegen, wenn Krankenhäuser die Werte erst verspätet abgeben, was häufig passiert, so Chef-Epidemiologe Anders Tegnell. 

De facto: "Schweden lag in den letzten Tagen bei 60 bis 70 neuen Todesfällen am Tag im ganzen Land. Die hohen Werte für Samstag kommen durch  Nachregistrierungen zustande."

Die meisten Toten sind zwischen 80 und 90 Jahre alt.  

(Autor: André Anwar)

Skepsis im Ausland

Diese Linie rief vor allem im Ausland, wo im Gegensatz dazu mit gesetzlichen Mitteln teils drastische Einschnitte in den Alltag der Bevölkerung gemacht wurden, einiges an Skepsis hervor. Die vergleichsweise hohe Todesrate in Schweden schien die Bedenken auch zu bestätigen. Tegnell räumte unverblümt ein, dass bei der Arbeit in den Altersheimen "Fehler gemacht" worden seien. Tatsächlich sind rund ein Drittel aller Corona-Toten in Schweden Bewohner solcher Institutionen. Der Epidemiologe betonte aber, dass in Schweden fast nur Menschen ins Altersheim kommen, die eine verbleibende Lebenserwartung von wenigen Monaten haben.

Vieles liegt auf Eis

Daher ist man in Schweden davon überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein. Die Bevölkerung halte sich zu 98 Prozent an die Ratschläge der Behörden, sagte Tegnell vergangene Woche in einem Journalistengespräch via Internet. Nun sollen zur Sicherheit bestimmte Berufsgruppen, die viel Kontakt mit Menschen haben, verstärkt auf das Virus getestet werden. Am Freitag trat die Regierung dem ihrer Meinung nach im Ausland herrschenden Bild entgegen, in Schweden gehe das Leben weiter, als wäre nichts geschehen. Vielmehr lägen auch in Schweden viele Lebensbereiche auf Eis. Auch die Wirtschaft leide stark darunter, so Außenministerin Ann Linde.

Sonderbefugnisse

Am Donnerstag segnete der Reichstag in Stockholm zudem einige Sonderbefugnisse ab, die es der Regierung ermöglichen, rasch bestimmte Betriebe und Institutionen zu schließen und die Versammlungsfreiheit weiter einzuschränken - derzeit liegt die Corona-bedingte Grenze für Versammlungen bei 50 Personen.

Schwenk auf schwedische Linie

Auch andere Länder - insbesondere in der skandinavischen Nachbarschaft - beginnen nun teilweise auf die schwedische Linie einzuschwenken und bestimmte Vorschriften zu lockern. Den Anfang machte Dänemark mit der Öffnung von Kindergärten und Schulen bis zur fünften Schulstufe unmittelbar nach Ostern. Das stieß bei vielen Eltern zunächst auf heftige Ablehnung. Die Regierung in Kopenhagen zeigte sich von den Protesten unbeeindruckt und verfügte, dass ab Montag auch einige persönliche Dienstleister wie Friseure oder Fahrschulen wieder aufsperren dürfen. Ab Montag sollen auch in Norwegen die Kindergärten wieder aufsperren, eine Woche später die Klassen der ersten vier Schulstufen.

Freiwillige Corona-App

Während man in Dänemark noch an einer - freiwilligen - Corona-App bastelt, ist in Norwegen ein entsprechendes Programm bereits im Einsatz. Beide Apps werden auf strikt freiwilliger Basis angeboten. In Norwegen hat seit der Einführung am Donnerstag über eine Million Menschen - rund ein Fünftel der Gesamtbevölkerung - die App heruntergeladen. In Dänemark wollen die Behörden ebenfalls eine Corona-App anbieten. Derzeit gibt es aber noch technische Probleme. Einsatzfähig soll die dänische App erst in einigen Wochen sein.


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erstdenkendannsprechen
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ja - dann belegen sie das bitte

das einzige, das ich auch nur von drosten gehört habe, ist, dass es die vermutung einer hintergrundimmunität (keiner echten immunität) gibt.
wenn sie sagen, dass das falsch ist, dann bitte beehren sie mich mit den quellen ihrer weisheit, damit ich was dazulernen kann.

marcneum
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Um Gottes Willen!!

Bitte lesen Sie doch nach! Nicht nur deutsche Texte/ Studien! Googlen sie und schauen Sie sich wissenschaftliche Publikationen in Englisch an! Suchen Sie zum Beispiel nach: “Li QinGyuan Immunity“ Es ist hier viel von denen zu Lernen, die schon einen deutlichen (zeitlichen) Vorsprung haben!

scionescio
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@Isolde9: Ich habe meinen Freunden eine ähnliche Wette angeboten...

... es hat sich noch keiner gefunden, der dagegenhält;-)

petera
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Mir gefällt an der schwedischen...

Methode, dass der Staat nicht in die Grundrechte eingreift wie bei uns und den Bürgern mehr Selbstverantwortung zutraut. Ist sicher sehr skandinavisch dieser Zugang, aber mit den Bildern aus Italien vor Augen hatte ich es den Österreichern auch zugetraut.

Man merkt gerade jetzt, dass beim Öffnen die sehr starke Klientel Politik die betrieben wird.

Andererseits wird es in Schweden in der ersten Welle mehr Tote geben. Die Frage ist aber was in den nächsten Wellen basiert, v. a. wenn es in 1,5 Jahren doch keine Impfung geben sollte.

Social Distancing (v. a. so streng betrieben wie bei uns) ist schon eine Wette auf eine baldige Impfung.

SagServus
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ndererseits wird es in Schweden in der ersten Welle mehr Tote geben. Die Frage ist aber was in den nächsten Wellen basiert, v. a. wenn es in 1,5 Jahren doch keine Impfung geben sollte.

Es reicht bereits ein Medikament, das den Krankheitsverlauf verringert.

Und nach ersten Studien und inoffiziellen Meldungen schauts auf dem Sektor ziemlich gut aus.

Bei einem Medikament, dass einen Intensivpatienten nicht länger an ein Akutbett fesselt wie einen Grippepatienten, kann das Leben auch ohne Impfung ganz normal weitergehen.

dude
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Natürlich wäre es schön, wenn es auch bei uns...

... so ginge wie in Schweden. Auf Freiwilligkeit zu setzen ist jedenfalls charmanter als Verbote einhalten zu müssen! Aber so etwas funktioniert halt nur im diziplinierten Schweden. Jeder der dort schon z.B. schon einmal Auto gefahren ist, weiß das. 90 km/h Überland und 110 km/h auf der Autobahn werden größtenteils penibel eingehalten. Und in der aktuellen Corona-Krise herrscht dort offensichtlich die selbe Disziplin. Die Alten schirmen sich ab und wer von den Jungen krank ist, geht nicht unter die Leute. Und offensichtlich wird dies eingehalten, denn sonst würden die Erkrankungszahlen explodieren.
Trotzdem bin ich froh, in Österreich zu leben. Ich nehme die einschneidenden Maßnahmen gerne in Kauf, damit wir jetzt das geringste Corona-Chaos in ganz Europa haben!

dude
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P.S. zu meinem Kommentar

Jene Länder, die chaosähnliche Zustände aufgrund der Corona-Erkrankung verkraften müssen, haben übrigens mindestens so strenge und restriktive Verordnungen erlassen wie wir in Österreich.
Aber leider zu spät!

erstdenkendannsprechen
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sehr skandinavisch ist dieser zugang sicher nicht,

da alle anderen skandinavischen staaten sehr früh sehr restriktive maßnahmen getroffen haben (etwas, wovon auch schweden profitiert hat)
in schweden hat es bereits sehr viele tote gegeben - verglichen mit österreich. bisher fast viermal soviel tote bei weniger offiziell infizierten (weshalb man annimmt, dass es eine hohe dunkelziffer an infizierten gibt).
warum sollte es in 1,5 jahren keine impfung geben? die impfung wird es aller wahrscheinlichkeit nach schon früher geben. warum? weil weltweit bereits vier impfstoffe in der klinischen testphase sind, und weil man die testphasen abkürzen kann, wenn man verschiedene phasen parallel testet und - so wie die oxford-forscher vorschlagen - den impfstoff parallel dazu bereits produziert. deswegen meinen sie ja, dass herbst 2020 keine utopie ist.
schweden setzt übrigens auch auf social distancing.

VH7F
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Die Wirtschaft in Schweden

Wird heuer trotzdem einen ähnlichen Verlauf haben wie bei uns.

petera
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Das stimmt nicht...

v. a. allem die lokal wertschöpften werden leichter überleben (Friseure, Veranstalter, Künstler,...) - und Schweden wird mit viel weniger Schulden aus der ersten Phase kommen.

tenke
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Skandinavische Vorbilder?

In vielen anderen Bereichen unumstritten, aber vl. sollte man es doch auch jetzt wagen kleine Schritte in diese Richtung zu gehen. Risikogruppen konsequent schützen, aber die weniger Gefährdeten sollen ihrer Arbeit wieder nachgehen um den totalen Wirtschaftskollaps noch irgendwie zu verhindern.

Mein Graz
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Hier noch einmal die Zahlen vom 18. April, 19:00 Uhr

Quelle: worldometers(dot)info

Tests/1 M pop.
Schweden: 7.387
Österreich: 19.534

Total Cases/1 M pop.
Schweden: 1.369
Österreich: 1.629

Serious, Critical
Schweden: 1.054
Österreich: 208

Deaths/1 M pop.
Schweden: 150
Österreich: 49

New Deaths
Schweden: 111
Österreich: 12

Einwohner
Schweden: 10,23 Millionen
Österreich: 8,86 Millionen

Österreich testet fast 3 x so viel wie Schweden, was bedeuten könnte: würde Schweden gleich viel testen, hätten sie vielleicht 3 x so viele Fälle.
Schweden hat ca. 5 x so viele kritische Fälle wie Österreich.
Österreich hat 1/3 der Todesfälle von Schweden, und das bei einem Unterschied von nicht einmal 2 Millionen Einwohnern.
Schweden hat fas 10 x so viele neue Todesfälle wie Österreich.
Bis zur "Herdenimmunität" wird es noch lange dauern, und bis dahin sterben weiterhin Menschen, die zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich nicht verstorben wären, hätte es die richtigen Maßnahmen gegeben.

Auch wenn ich die Regierung oft kritisiere: die Maßnahmen, die zwar verspätet aber doch gesetzt wurden, waren gut, richtig und wichtig.
Ich bin froh, diese Krise in Österreich "aussitzen" zu können!

erstdenkendannsprechen
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man schätzt, dass es in schweden viermal so viel fälle gibt wie offiziell (ausgehend von den toten)

die schwedischen maßnahmen werden vor allem in schweden massiv kritisiert, und zwar von der ärzteschaft.
die sterbezahlen in schweden sind überdurchschnittlich zur zeit (ab kw 14, quelle euromomo)
schweden profitiert von den strengen maßnahmen der anderen skandinavischen länder.
wenn man nur sieht, was man sehen will, sieht man eben nur die hälfte...

tomtitan
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@MeinGraz: Danke für die Zahlen und deren Aufschlüsselung,

ich diskutiere des öfteren mit Kollegen die die skandinavischen Maßnahmen als Vorbild sehen...

SagServus
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ich diskutiere des öfteren mit Kollegen die die skandinavischen Maßnahmen als Vorbild sehen...

Schweden ist das einzige Land in Skandinavien das diesen Weg geht.

Und auch in Schweden mehren sich von Tag zu Tag die Kritiken auf Grund der Todesfälle.

erstdenkendannsprechen
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vor allem von den ärzten

also nicht von hinz und kunz, sondern von denen, die mit den konsequenzen arbeiten müssen.
was aber auch gesagt werden muss: viele schweden halten sich sehr konsequent und von sich aus an social-distancing-maßnahmen.

zyni
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Was würde man unserer Regierung

wohl vorwerfen, wenn man die Strategie Schwedens gewählt hätte. 1.000 Tote mehr als in Österreich!

DP2GC9QZ0B65VJJE
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Moralapostel

Und 14000 Tote durch Rauchen werden hingenommen, da schafften wir es nach zig Jahren zu einem Rauchverbot in Lokalen - jetzt sind alle zu !!!

zyni
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Schon richtig,

aber anderes Thema.... sonst können wir auch gleich über die Millionen von Hungertoten pro Jahr diskutieren.

Ifrogmi
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@innofinanz, dem komiker

wenn ich rauche stirbt deswegen nicht die nachbarschaft.
was ist übrigens mit den g'wamperten? den alkoholkonsumenten? den freizeitverunfallten toten? usw.?
wenn sie ein problem mit rauchen haben: tun sie es einfach nicht! aber lassen sie andere leute ihr leben selber leben. wenn jeder sektierer immer alle seine vorstellungen aufdrücken könnte, das leben wäre elendiglich langweilig.
suchen sie sich einfach ein neues feindbild an dem sie sich abarbeiten können.
sie machen nichts ungesundes? aber es ist halt so selbstverherrlichend, wenn man sich auf der allwissenden, unfehlbaren seite sieht und eine gruppe zum draufdreschen findet.
btw: ich wäre auch dafür, dass man nikotin dauerhaft verschwinden lassen könnte. aber immerhin hat der staat jahrzehntelang gefördert, dass schon kinder zu tabakwaren kommen, hat dann daraus ein äusserst erkleckliches einkommen lukriert, ganz wie ein dealer harter drogen. aber jemand der nie raucher war, kann da ja gar nicht mitreden.

DP2GC9QZ0B65VJJE
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Falsch verstanden

Ich habe absolut nichts gegen Raucher !
Was ich zur Diskussion stelle ist etwas ganz und gar Unkomisches !
Wieviele Tote nimmt die Gesellschaft in Kauf. Letztlich ist ja jeder Tote zu vermeiden, wenn entsprechend extreme Massnahmen gesetzt werden. Zb Autofahren verbieten und auf Öffis umsteigen vermeidet alle Autounfälle ! Aber das tun wir als Gesellschaft nicht, weil wir das Auto wollen bzw „brauchen“ und da sterben auch Unschuldige und es kann jeden treffen, wenn ein Betrunkener das Auto nicht mehr kontrollieren kann ...
Schweden hat 1.000 Tote mehr, das ist natürlich viel und jeder sagt natürlich, dass auch der Zusammenbruch der Wirtschaft nicht dazu führen darf, dass wir 1.000 Tote mehr haben. Wo ist Aber die Grenze ? Mit den Rauchern 14000 Tote wollte ich nur eine Relation herstellen .. kannst aber auch die normalen Grippetoten hernehmen. Zw. 1000 und 4500 jedes Jahr trotz Impfung, die ja nur in etwa zu 30 Prozent hilft, weil es ja wie wir wissen, verschiedne Stämme gibt und die mutieren ...
Oder Tote durch Herz Kreislauferkrankungen 34.000 pro Jahr ..

Mein Graz
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@Innofinanz

Raucher entscheiden selbst.
Beim Virus entscheide ich nicht selbst.

petera
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Außer man ist Passivraucher

Kinder, Ehefrauen/-männer

Mein Graz
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@petera

Als Partner würde ich mich dagegen verwehren, dass in meiner Gegenwart geraucht wird.
Davon abgesehen hätte ich einen Raucher nicht als Partner gewählt, wer schmust schon gerne mit einem Aschenbecher!

hfg
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Es ist wie immer - wie man die Sache darstellt

In Schweden steht jedenfalls ein Großteil hinter der Regierung inkl. Der sehr alten Menschen. Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben. Das Gejammer der Bevölkerung wenn dann jahrelang die Rechnung für „Koste es was es wolle“ präsentiert wird ist vermutlich sehr viel größer.

hfg
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Man kann jetzt sehen

Es gibt auch andere Wege mit Corona umzugehen. In Österreich ist genügend Disziplin vorhanden fast alles den Schweden nachzumachen. In fast allen Bereichen kann oder muß man mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen ( Masken, Desinfektionsmittel, Abständen, Testungen usw.) wieder zur relativen Normalität übergehen. Nur für Groß- und Massenveranstaltungen müssen besondere strenge Regeln gelten. Die gilt es auszuarbeiten.

erstdenkendannsprechen
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naja - was machen sie, wenn sie zb. lehrer sind,

und ihre partnerin an einer lungenkrankheit inkluslive einnahme ständiger immunsuppressiva leidet.

SagServus
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In Österreich ist genügend Disziplin vorhanden fast alles den Schweden nachzumachen.

Wo war denn diese Disziplin als die Regierung das erste mal Empfehlungen zum Social Distancing ausgegeben hat?

Cov-1984
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Ah, auf einmal...

... Bin schon gespannt wer von unserer Regierung alles verklagt wird...

erstdenkendannsprechen
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das geht auch anders herum:

jetzt steht die matura an. stellen sie sich vor, ein maturant steckt sich nachweislich bei der matura an - und klagt dann.
oder steckt ein familienmitglied an, dass dann stirbt - und klagt dann.
so wie die fälle, die jetzt die hoteliers klagen wollen.
ist ja auch für den sommer so: kommen dann in ein hotel. stecken sich an - können dann auch klagen?
diese klagsmentalität setzt sich wirklich durch in unserer gesellschaft....

Carlo62
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Neuninfektionen gestern (18.4.)

Österreich: 76
Schweden: 606
Und das, obwohl Schweden nur ca. 1/3 an Tests macht wie Österreich! Quelle: worldometer

untermBaum
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Nun ja

Die Schweden wollen ja möglichst viele Infektionen bei den "Nicht-Risiko-Gruppen". Stichwort Herdenimmunität. Wenn die erreich ist ist die Gefahr vorbei. Österreich muss bei seiner Taktik auf die Heilsbringende Impfung warten von der Niemand weiss wann sie kommt. Was am Ende zählt sind die schweren/tödlichen Verläufe. Schweden 1000 Tote mehr, jedoch wahrscheinlich schon eine viel viel höhere Durchseuchung wie Österreich. Das relativiert die Toten. Denn 1400 Tote bei vielleicht schon einigen 100tsd Erkrankt (aber nicht getestet) gewesenen ist besser als 500Tote bei 20tsd Náchweislich erkrankten bei sehr hoher Testung.

Mein Graz
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@untermBaum

Die Gefahr ist keinesfalls "vorbei" - das Virus ist dann immer noch da und immer noch gleich ansteckend. Und wer von den Alten und Kranken bis jetzt noch nicht gestorben ist wird es schwer haben bis zu einer möglichen Impfung am Leben zu bleiben.

Tote können NIEMALS "relativiert" werden, denn ich hege die Vermutung, dass diese Verstorbenen noch gerne weitergelebt hätten.

retepgolf
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Ist halt etwas traurig

wenn und wann immer das "ultimative" Argument TOTE in einer Diskussion aufkommt, gibt es ethisch kein Gegenargument mehr. 1 Toter oder 10, 1000 oder 100.000, wie soll man das aufrechnen oder gegenüberstellen?
Mit fehlen, d.h. ich hätte sie schon, die Argumente; aber die darf man ja nicht aussprechen....

Mein Graz
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@retepgolf

Es ist traurig, dass es kein Gegenargument gegen Verstorbene gibt? Ich finde, dass Menschenleben überhaupt keiner Argumentation bedarf!

Welches einzige Argument spräche dafür, Menschen sterben zu lassen?

untermBaum
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Natürlich

ISt jedes Menschenleben für die Angehörigen wichtig. Ich habe selber Angehörige der Hochrisikogruppe. Doch man muss das große Gesamte sehen. Die Massnahmen die bei uns getroffen wurden, Therapien, Op`s, Nachbehandlungen abgesagt, Unternehmer in den Ruin getrieben, Menschen ohne Arbeit die ihre Kredite nicht mehr bezahlen können, Zusammenbruch der 24 Std. Pflege unsw. unsw. werde auch NICHT gezählte Todesopfer fordern! Das ist fakt und wird in der CoronaAngst völlig ausser Acht gelassen! Und viele der Jetzt Corona zugerechneten Toten wären wohl auch an ihrer Grunderkrankung gestorben. Da klingt Gefühllos, ist aber schlicht und einfach eine Tatsache. lg

Mein Graz
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@untermBaum

Was ist wichtig? Das "große Gesamte" oder das Leben seiner Liebsten?
Zu Nachbehandlung: auch ich brauchte eine solche - und es war absolut kein Problem, diese im LKH Graz zu bekommen! Allerdings muss ich mit einer Therapie jetzt tatsächlich noch warten, inzwischen mach ich halt alleine, was möglich ist - und die Fortschritte sind enorm, obwohl ich die Übungen "nur" im Internet gefunden habe!
Bisher ist die 24-Stunden-Betreuung noch nicht zusammengebrochen (wie es bei der 24-Stunden-Pflege ist kann ich nicht beurteilen) - die Betreuerin meiner Mutter hat gerne um 5 Wochen verlängert.

Und noch einmal: viele der jetzt Corona zugerechneten Toten wären JETZT wahrscheinlich NOCH NICHT verstorben - sie hätten weiter leben können.
Deine Aussage klingt nicht nur gefühllos, sie IST es.

1fd0e1650d42f4f477acdb08cbe106d3
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Natürlich ist das große gesamte wichtiger

Wenn die Wirtschaft kaputt und der Staat pleite ist werden sogar gesunde Menschen nicht mehr wünschen überhaupt noch zu leben. Die Erde leidet unter der Menschheit und jeden Tag nimmt die Weltbevölkerung um 260 000 Menschen zu.

Mein Graz
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@HB2USD

Und weil es zu viele Menschen auf der Erde gibt lassma die Alten halt sterben, die haben eh schon viel zu lang gelebt. Und teuer sind sie auch, die müssen gepflegt werden. Und zur Wirtschaft tragens auch nix mehr bei, also weg mit ihnen.

Und ich sag dir eins: mir kann es wirtschaftlich gar nicht so schlecht gehen dass ich mir wünschen würde, nicht am Leben zu sein. So denken nur Menschen, die vor lauter Gier nur mehr Geldscheine sehen wollen.

1fd0e1650d42f4f477acdb08cbe106d3
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Sie haben schon wieder Geld im Kopf

dabei geht es darum das wir die Zukunft der nächsten Generationen kaputt gemacht wird. Die heutigen Älteren und dazu gehöre ich auch dazu haben ihre Pension brauchen sich um den Arbeitsplatz nicht sorgen während der arbeitenden Bevölkerung alles ruiniert wird.

Mein Graz
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@HB2USD

"Wenn die Wirtschaft kaputt und der Staat pleite ist" - da dreht es sich selbstverständlich nicht um Geld - das ist ja ganz anders gemeint - welche Ausreden gibts sonst noch?

Die Zukunft wird nicht kaputt gemacht - die Wirtschaft wird gebremst und wir wieder volle Fahrt aufnehmen. Und eine kleine Nachdenkpause was im Leben wirklich ist schadet weder den Alten noch den Jungen.

hfg
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Gefühllos ist falsch

Es gibt mit Corona ein zusätzliches Risiko entweder früher oder überhaupt zu sterben. So wie es viele Krankheiten, Unfälle und Schicksale gibt die manche unverschuldet treffen können. Damit wird man „Leben“ müssen. Das Leben grundsätzlich ist lebensgefährlich und endet früher oder später mit dem Tod.

Mein Graz
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@hfg

Lieber später als früher.

SagServus
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...

Sie vergessen offenbar, dass bei einem Zusammenbruch des Gesundheitswesen wie in Italien auf Grund von Corona auch sehr viele Leute sterben müssen die gar nicht wegen Corona erkrankt sind sondern einfach nur deswegen weil man sich entscheiden muss wer behandelt wird.

Meinen sie wirklich, das wäre egal weil die ja auch irgendwann mal sterben?

hfg
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Es nützt aber auch nicht

Wenn man 3/4 der vorhandenen Kapazität in Reserve hält und die „normale“ Versorgung vernachlässigt. Zusätzlich aber mit „ Koste was es wolle“ die Wirtschaft und übervorsichtigen unverständlichen Maßnahmen in den Ruin treibt. Das Virus ist sicher gefährlich - aber der Vergleich mit Italien ist genauso falsch wie der Vergleich mit der Grippe. In Norditalien sind viele gravierende Fehler gemacht worden. Es war bekannt, das dort 10 tausende Chinesen Made in Italy legal und illegal arbeiten. Das die das Virus einschleppen war völlig klar, dazu muß man kein Experte oder Virologe sein, jedoch wurde das völlig ignoriert. Dadurch wurde die Pandemie in Europa verbreitet.

SagServus
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Wenn man 3/4 der vorhandenen Kapazität in Reserve hält und die „normale“ Versorgung vernachlässigt.

Ohne abklingender Kurve wären diese Reserven mittlerweile aufgebraucht.

Dass in Österreich der Peak bereits vor Ostern erreicht ist, hätte sich auch keiner denken vorstellen können. Vor allem in Vergleich zu den anderen Ländern.

DP2GC9QZ0B65VJJE
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14000 Tote durch Rauchen

Jedes Jahr sterben in Ö 14.000 !!! Auch Junge !
34.000 Tote Herzkreislsuftote
Viele Tote durch Autoverkehr

Warum sind Covid Tote so viel wichtiger ??
Oder sind da keine Liebsten dabei ?

Mein Graz
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@Innofinanz

In meiner gar nicht so kleinen Familie gibt es einen einzigen Raucher. Er weiß, dass er seine Gesundheit gefährdet - und er hat sich selbst dafür entschieden, nicht aufzuhören.

Bei Corona kann ich mich NICHT selbst entscheiden.

Carlo62
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@Inno

Würde man in Österreich auf die Herdenimmunität setzen, müssten etwa 6.000.000 Österreicher infiziert sein. Die Mortalitätsrate in Österreich bei der COVID-19 Infektion liegt derzeit bei 4,16%, was international einen hervorragend niedrigen Wert darsellt! Das würde hochgerechnet auf 6 Millionen Infizierte am Jahresende rund 250.000 Tote durch Corona bedeuten. Außerdem muß niemand rauchen!

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