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Im März Plus von 199.000Historischer Rekord: Mehr als 562.000 Arbeitslose in Österreich

Die März-Arbeitslosenrate ist um 4,7 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent gestiegen: Ende März 2020 waren inklusive Schulungsteilnehmer 562.522 Menschen in Österreich ohne Job. Die Zahl der Arbeitslosen steigt Ende März um +65,7% bzw. +199.934 Personen im Vergleich zum Vorjahr.

© KLZ/Jürgen Fuchs
 

Die Coronakrise bringt einen historischen Arbeitslosenrekord: Seit Mitte März 2020 verzeichnet: das Arbeitsmarktservice erhebliche Zuströme in das Arbeitslosenregister, teilt das Arbeitsministerium mit. Während die üblichen Arbeitsaufnahmen weitgehend ausbleiben. Die Folge ist ein Anstieg der registrierten Arbeitslosigkeit auf 504.345 (+199.934). Hinzu kommen 58.177 beim AMS als Schulungsteilnehmer registrierte Personen. "Die Zuströme in Arbeitslosigkeit erfolgten vor allem aus dem Bereich Tourismus, wo die Saison Mitte März mit den Schließungen der Betriebe praktisch beendet wurde." Doch auch in vielen anderen Wirtschaftsbereichen gebe es tiefgehende Einschränkungen, wie im Einzelhandel oder im Transport. Auch im Produktionsbereich werden Fertigungen zurückgefahren. Nach dem Tourismus folgen somit die Bauwirtschaft, der Handel sowie die Arbeitskräfteüberlassung als am stärksten betroffene Branchen.

Das habe auch Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahlen, die derzeit nur geschätzt werden können. Der Einbruch bei den unselbständigen Beschäftigungsverhältnissen Ende März beträgt mindestens -150.000. Die neue WIFO-Prognose für 2020 erwartet einen realen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von -2,5% auch bei einem vergleichsweise günstigen Verlauf der Krise.

Ende März 2020 sind 504.345 Personen beim AMS arbeitslos vorgemerkt. Die Zahl der Arbeitslosen steigt Ende März um +65,7% bzw. +199.934 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Inklusive der Personen in einer AMS-Schulung beträgt die Zahl der Vorgemerkten Ende März 562.522, das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um +193.543 bzw. +52,5%. In AMS-Schulung befinden sich aktuell 58.177 Personen (-6.391 bzw. -9,9% gegenüber Ende März 2019).

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition liegt bei geschätzten 12,2%, das ist ein Anstieg von +4,7%-Punkten gegenüber dem März 2019. Die Arbeitslosenquote nach internationaler Erhebungsmethode gemäß Eurostat liegt für Februar 2020 bei 4,4% (-0,3%-Punkte). In dieser Kennziffer ist somit die Entwicklung im März noch nicht abgebildet und auch der europäische Vergleich ist erst mit der Eurostat-Veröffentlichung der Quoten für die anderen Staaten um 11 Uhr möglich.

Nach Gruppen

Menschen mit Behinderungen (+16,2%) sowie Ältere ab 50 Jahren (+47,4%) weisen im Vergleich zum Vorjahr eine unterdurchschnittlich ansteigende Arbeitslosigkeit auf. Der Anteil der Arbeitslosen mit einer Wiedereinstellzusage im Register steigt auf 20,1%.

In der Betrachtung nach Branchen zeigen sich Ende März die größten Zuwächse in der registrierten Arbeitslosigkeit im Tourismus (+167,1%), gefolgt von der Baubranche (+103,5%). Dann folgen die Warenproduktion mit +41,6% Arbeitslosigkeit und die Arbeitskräfteüberlassung (+40,1%). Aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen ist die Arbeitslosigkeit mit +28,9% ansteigend.

Steigende Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr verzeichnen alle Bundesländer, am stärksten ist der Zuwachs in Tirol (+199,0%) und Salzburg (+138,5%). Danach folgen die Steiermark (+90,9%), Vorarlberg (+79,1%), Oberösterreich (71,0%), Kärnten (+67,6%), Burgenland (+61,5%) und Niederösterreich (+50,7%). In Wien steigt die Arbeitslosigkeit um +38,9%.

Ende März 2020 standen beim AMS 60.722 sofort verfügbare offene Stellen (-15.699, -20,5%) zur Verfügung. Insgesamt konnten 2020 bereits 157.784 Personen aus AMS-Vormerkung heraus wieder eine Arbeit aufnehmen. Die Arbeitsaufnahmen aus AMS-Vormerkungen reduzierten sich in der zweiten Märzhälfte jedoch deutlich.

Geschätzte 3.626.000 Personen, das sind mindestens 150.000 Personen weniger als im März 2019 bzw. -4,0%, befanden sich Ende März 2020 in unselbständigen Beschäftigungsverhältnissen.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

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Coronavirus-Infopoint

Kommentare (7)

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wischi_waschi
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Bittsteller

Die Unternehmer wurden zu Bittsteller degradiert.
Die Zahlung vorab muss der Unternehmer übernehmen, das Geld kommt zuerst von den Unternhemer………
Es war keine Absicht jemanden zu Kündigen, ging nicht vom Unternehmer aus.....

Isolde9
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Geschäfte wieder öffnen ...

Die, die im "geschützten" öffentlichen Bereich arbeiten, bestimmen über die, die in der Privatwirtschaft ihr Geld verdienen müssen. DANKE liebe Regierung! Nur so weitermachen: Handyüberwachen, schikanöse Polizeikontrollen durchführen lassen und die kleine Betriebe "vor die Hunde gehen lassen" und damit die Arbeitslosigkeit explidieren lassen … hier wird weit über das Ziel geschossen. Also: Nach Ostern die GEschäfte wieder öffenen. Die Menschen können selbst entscheiden, ob sie rausgehen wollen oder nicht …

ER_win
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Das ist offenbar gewollt.

Eine Re-Analyse, welche die Begründung der Regierung/Experten in 2-facher Weise widerlegt, den Stellen aber seit Sonntag bekannt ist, wird erfolgreich bis jetzt ignoriert.

spainman
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"Nebenwirkungen"

Die verordnete Medizin gegen Corona zeigt ihre schlimmste Nebenwirkung. Hoffentlich übersteht der Patient nicht nur Corona sondern auch die Nebenwirkungen...

ER_win
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kommt drauf an...

Das geneigte Publikum wurde bis ca. Ende erster Märzwoche von Politik und Medien vor Panik gewarnt.

"Alternative" Stimmen, welche das hinterfragten vorallem in Bezug auf die Verbreitung von SARS-CoV-2 wurden möglichst in einen Topf mit irgendwelchen kruden Verschwörungstheoretikern geworfen und im Diskurs ausgegrenzt.

Im Jänner, wären Grenzschliessung und Absage von Großveranstaltungen weit sinnvoller gewesen.

Dann wurde Anfang März die offizielle Line um 180° geändert, obwohl damals es sich schon anhand der Studienlage zu SARS-CoV-2 langsam abzeichnete, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass es sich um ein ähnlich gefährliches Virus wie die auch ständig mutierenden Grippeviren handelt eventuell mit schnellerer Verbreitung.

Regierung und Medien schalteten um auf Panik Verbreitung. Es wurden kaum wissenschaftliche neue Fakten, sondern die tatsächlich schlimmen Zustände an den Hotspots als zentraler Fokus gebracht, zusammen mit manipulativ kontextuierten "exp.wachsenden Fallzahlen" durch Weglassen der Information über ebenso wachsende Testvorgänge.

Beispiel mit Fantasiezahlen gefällig:
1.Wo. 1000 Test 10 Infizierte
2.Wo. 3000 Test 30 Infizierte
3.Wo. 8000 Test 80 Infizierte
Da verbreitet sich nur die Testanzahl.

Ein grotesker medialer Kampf gegen die wachsende Zahl kritischer Experten wurde nach Einführen der angeblich alternativlosen Massnahmen eingeleitet.

Ich hoffe der Skandal wird nicht ebenso wie bei der Schweinegrippe für die Verantwortlichen folgenlos bleiben.

lilith73
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Arbeitswille

Hoffentlich werden wir dann nicht auch wie der Letzte Dreck behandelt und uns Arbeitsunwilligkeit unterstellt. Ich bin froh noch nicht dazu zu gehören.

halelale
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Macht alles die Tracking App

Du kriegst dann den Stempel Corona und unwillig, damit auch deine letzten sozialen Kontakte nix mehr mit dir zu tun haben wollen