Extreme Trockenheit hat große Teile unseres Kontinents seit Wochen im Griff. Nach zahlreichen Hiobsbotschaften aus Italien und weit verbreiteten Waldbränden führt nun der Zustand der französischen Loire den Ernst der Lage vor Augen. Der über 1000 Kilometer lange Fluss ist stellenweise so trocken, dass er zu Fuß durchquert werden kann. 

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Dieses Bild vom 4. August zeigt den ausgetrockneten Lac des Brenets im Tal des Flusses Doubs im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Frankreich
© (c) APA/AFP/FABRICE COFFRINI (FABRICE COFFRINI)

Besorgniserregend ist auch ein Satellitenbild von Mittwoch, es zeigt ein wolkenloses England, auf dem die besonders im Süden und Osten vertrocknete Vegetation deutlich zu erkennen ist. Die Landwirtschaft fürchtet um die Ernte. Bei Touristen, etwa in London, sorgt der Anblick der sonst saftig-grünen Parkanlagen für Entsetzen. 

Blick vom Greenwich-Park Richtung Londoner City. Normalerweise wächst hier saftig-grünes Gras.
© Knes

Sterblichkeit und Entspannung

Landwirtschaft und Ökosysteme wurden durch die anhaltende Dürre bereits stark in Mitleidenschaft gezogen. Heikel ist in der aktuellen Energiekrise auch die einbrechende Wasserkraft-Stromerzeugung, der ohnehin schon taumelnden europäischen Wirtschaft setzt der Zustand ebenfalls zu. Neben fehlendem Niederschlag ist die extreme Hitze ein Hauptfaktor der historischen Trockenperiode. Die hohen Temperaturen machen sich bereits in der Statistik zur Übersterblichkeit bemerkbar. Etwas entspannen könnte sich die Situation nächste Woche. Ab Sonntag zeigen die Modelle größere Niederschlagsmengen in weiten Teilen Europas, die hoffentlich auch länger anhalten werden.