Schlechte Nachrichten für Nostalgiefans. Frankreich ist "zeitlos" geworden. Die Ära der automatischen Zeitansage hat in Frankreich in der Nacht auf Freitag nach 89 Jahren geendet. Um Mitternacht stellte die staatliche Telefongesellschaft diesen Dienst ein. Der Service, der gegen eine Gebühr von zuletzt 1,50 Euro sekundengenau und nach dem vierten Piep die Uhrzeit durchgab, war in den vergangenen Jahren immer seltener genutzt worden. Seitdem praktisch jeder mit einem Blick auf sein Handy die exakte Uhrzeit vor Augen hat, gab es kaum Bedarf.

Das war am Starttag im Jahr 1933 anders, wie der Sender BFMTV berichtete. Am 14. Februar wurde im Pariser Observatorium, einer Forschungsstätte der Astronomie, die weltweit erste automatisch sprechende Zeitansage in Betrieb genommen. Auf den 20 Linien gingen 140.000 Anrufe ein, nur 20.000 davon konnten von der damaligen Technik beantwortet werden.

Vorher mussten dort Mitarbeiter in Person auf einer Telefonleitung die Anfragen nach der Uhrzeit beantworten. Die Technik wurde fortlaufend modernisiert. Seit 1991 ist die Ansage an eine Atomuhr im Observatorium gekoppelt. Mit den eingespeicherten Silben hätte der Service ohne weiteren Aufwand noch bis 2085 laufen können.

In Österreich weiterhin in Betrieb

Anders als im Erfinderland Frankreich existiert die automatische Zeitansage in Österreich weiterhin. Ein Anruf unter der Rufnummer 0810001503 genügt.

Erstmals abgerufen werden konnte die Zeit hierzulande ab dem Jahr 1929. Unter der Wiener Telefonnummer U-14-500, die Zeitzeichen von der Urania-Sternwarte übertrug, konnten etwa neue Uhren genau eingestellt werden.

Ab dem 1941 wurde dann die erste selbsttätige Zeitansage in Linz in Betrieb genommen.