Es ist wie mit vielen Dingen im Leben: Wenn man etwas gut können will, muss man früh beginnen. Mikhail Fomin war drei Jahre alt, als seine Eltern ihn zu den ersten Bergtouren mitnahmen. Der 1981 in Mykolajiw geborene Ukrainer Fomin erhält stellvertretend für die vielen Bergsteiger und Bergsteigerinnen seines Landes in diesem Jahr von der Paul-Preuss-Gesellschaft einen Solidaritätspreis verliehen.


„Wir sehen es als Verpflichtung und Bedürfnis, ein besonderes, starkes Zeichen gegen Krieg und Gewalt zu setzen“, heißt es in der Begründung der nach dem Ausseer Bergpionier Paul Preuss (1886 bis 1913) benannten Gesellschaft, der unter anderem die Alpin-Legenden Reinhold Messner und Alexander Huber angehören. Der Ukrainer Fomin erlernte in der heute von Russland besetzten Krim das Bergsteigen.

Als es ihn in den Himalaya zog, offenbarte sich gleich, dass er ein Bergsteiger von Weltformat ist: Am 23. Oktober 2015 stand er gemeinsam mit seinem ukrainischen Kollegen Nikita Balabanov auf dem 7349 Meter hohen Talung in Nepal. Die dabei gewählte Route wurde mit dem „Alpin-Oscar“ Piolet d’Or (Goldener Eispickel) ausgezeichnet.


Mit einer Route über den Süd-Ostgrat der Annapurna III, ein 7555 Meter hoher Bergriese in Nepal, meisterte Fomin mit seinen ukrainischen Kollegen Balabanov und Slava Polezhaiko eine der „verbliebenen alpinistischen Herausforderungen“. Was für Außenstehende bloß die Namen irgendwelcher Berge bleiben, mutet bei näherem Hinsehen wie ein Himmelfahrtskommando an. Auch die Jury des Piolet d’Or sieht in der Leistung von Fomin, Balabanov und Polezhaiko eine der herausragendsten alpinistischen Leistungen des vorigen Jahres. Dass der Familienvater Fomin in diesem Sommer auf Schloss Sigmundskron bei Bozen den Preis aus den Händen von Messner und Huber entgegen nehmen wird, bleibt zu hoffen. Die Bergsteiger-Community setzt damit jedenfalls ein Zeichen.