Die westlichen Verbündeten wollen mit neuen Maßnahmen verhindern, dass Russland die international verhängten Sanktionen umgeht, und nehmen den Handel mit Gold in den Fokus. Jede Transaktion mit Gold im Zusammenhang mit der russischen Zentralbank soll mit Sanktionen belegt werden, wie ein hoher US-Regierungsvertreter am Donnerstag ankündigte.

Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) und die Europäische Union wollen demnach so verhindern, dass die russische Zentralbank internationale Reserven – einschließlich Gold – einsetzt, um die russische Wirtschaft zu stützen. Man werde nicht zulassen, dass Sanktionen umgangen würden, hieß es weiter.

Russland besitzt große Goldreserven 

"Wir haben mitbekommen, dass Russland immer noch versucht, seine Goldreserven zu nutzen, um den Rubel zu stützen – also sein Gold verkauft, um Rubel zu kaufen", sagte der US-Regierungsvertreter. Russland verfüge über eine beträchtliche Menge an Gold – Schätzungen zufolge die fünftgrößten Goldreserven der Welt, nach Frankreich, Italien, Deutschland und den USA. "Wir wollen Russland die Möglichkeit nehmen, sein Gold zur Stützung seiner Währung zu verwenden." In Brüssel finden an diesem Donnerstag angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gleich drei Spitzentreffen statt – ein Nato-Sondergipfel, ein EU-Gipfel und ein G7-Gipfel

Harte Sanktionen gegen Russland

Die USA, die EU und andere westliche Partner haben seit Beginn des Kriegs in der Ukraine in Abstimmung mit der EU und anderen Verbündeten bereits sehr harte Sanktionen gegen Russland verhängt. Mitte März haben sie sich darauf geeinigt, der Russischen Föderation handelspolitische Vergünstigungen zu entziehen, was etwa den Weg für höhere Zölle auf russische Waren frei macht. Auch die größten Banken und die russische Zentralbank wurden mit Sanktionen belegt. Die USA erließen ein Importverbot für Öl aus Russland. Außerdem kappen viele Unternehmen aus eigenen Stücken ihre Geschäfte mit Russland.