Die Gerüchteküche brodelt – mitten in Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine: Russische Medien haben sich verwundert gezeigt, dass der Verteidigungsminister Sergej Schoigu bereits seit dem 11. März keine öffentlichen Termine wahrgenommen hat. Zuvor hatte er Mitteilungen zufolge zumindest Telefonate geführt oder verletzte Soldaten besucht und ausgezeichnet.

Nun trat der derzeit gut beschäftige Kreml-Sprecher Dmitri Peskow an, um wissen zu lassen: "Der Verteidigungsminister hat im Moment viel zu tun." Es sei nicht die Zeit für Medienauftritte: "Das ist durchaus verständlich", sagte Peskow in Moskau der Agentur Interfax zufolge.

Spekuliert wird über mögliche Herzprobleme des Ministers – davon will Peskow nichts wissen. Auffällig ist, dass Igor Konaschenkow, Sprecher des Verteidigungsministeriums, über Einsätze der russischen Truppen in der Ukraine berichtet, nicht aber Schoigu selbst.

Putin traf sich am Donnerstag mit den Mitgliedern des Nationalen Sicherheitsrats. Peskow zufolge berichtete Schoigu dabei "über den Fortschritt der militärischen Spezialoperation" – so wird der Angriffskrieg gegen die Ukraine in Russland nach wie vor offiziell bezeichnet.