Sogenanntes "Catcalling"Großbritannien will das Nachpfeifen auf der Straße verbieten

Nach jahrelangen Kampagnen könnte anzügliches Rufen, Reden oder Pfeifen, sogenanntes "Catcalling", in Großbritannien nun eine Straftat werden. Auf einen entsprechenden Entwurf will die Regierung kommende Woche reagieren.

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Sexuelle Belästigung auf der Straße
Die sexuelle Belästigung in der Öffentlichkeit ist weltweit ein riesiges Problem. © (c) AP (Ahmed Abdelatif)
 

Leider kennen es viele Frauen nur allzu gut. Das Hinterherrufen sowie Nachpfeifen in der Öffentlichkeit durch Männer ist keine Erfindung von Hollywood, sondern traurige Realität. Der Begriff "Catcall" beschreibt demnach anzügliche Sprüche, Pfiffe und Rufe, die Frauen auf der Straße zu hören bekommen. Dabei kommt es laut Frauenrechtsorganisationen nicht nur auf den oft sexuell aufgeladenen Inhalt an, sondern auch auf den Kontext. Nachts auf einer menschenleeren Straße könne auch ein "Kompliment" von einem Unbekannten beängstigend sein. 

Daher ist die Forderung nach der Kriminalisierung des Catcallings schon seit Jahren eine laute - die nun in Großbritannien auf Gehör stoßt, so scheint es. Im Zuge einer Überprüfung der britischen Gesetze zu Hasskriminalität durch die Rechtskommission, wird die Regierung voraussichtlich dazu aufgefordert werden, diese Form der verbalen sexuellen Belästigung künftig zu verbieten. Kurzum: Catcalling könnte eine Straftat werden.

Vor drei Jahren gab der damalige Innen- und aktuelle Gesundheitsminister Sajid Javid die Überprüfung der Gesetze in Auftrag, kommende Woche sollen die Ergebnisse vorliegen. Es wird erwartet, dass die Rechtskommission, die Empfehlungen für Gesetzesänderungen ausspricht, sich dann auch für die einen neuen Straftatbestand der sexuellen Belästigung in der Öffentlichkeit ausspricht. Anzügliche Bemerkungen, sexuelles Bedrängen in öffentlichen Verkehrsmitteln, jemanden in die Enge treiben, Anmachen und andauernde sexuelle Annäherungsversuche könnten laut dem britischen Guardian unter die Gesetzesänderung fallen.

Die Anwältin Charlotte Proudman arbeitete schon die vergangenen drei Jahre an einem entsprechenden Gesetzesentwurf: "Das sind die BESTEN Nachrichten", schreibt sie auf Twitter. "Die Rechtskommission hat heute bekannt gegeben, dass sie uns unterstützt. [...] Das wird so viele Mädchen und Frauen schützen." Von der britischen Regierung hieß es, man werde darauf reagieren, sobald die Empfehlungen veröffentlicht sind.

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