Schwere Vorwürfe ÜberlebenderUntergang von Flüchtlingsboot: "Niemand ist gekommen"

"Wir haben den Franzosen unsere Position durchgegeben und sie haben uns gesagt, dass wir in britischen Gewässern seien. Daraufhin haben wir die britische Polizei angerufen und die hat gesagt, ruft die französische Polizei an", so ein Überlebender.

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© (c) AP (Michel Spingler)
 

Eine Woche nach dem Kentern eines Migrantenboots im Ärmelkanal mit mindestens 27 Toten haben die beiden Überlebenden schwere Vorwürfe gegen britische und französische Behörden erhoben. Ihr Boot sei voll Wasser gelaufen, alle Flüchtlinge seien im Meer gelandet und hätten sich aneinander festgehalten, sagte einer der Überlebenden am Mittwoch dem französischen Sender BFMTV. Kurz vor dem Untergang hätten die Menschen im Boot die französische Küstenwache kontaktiert.

"Wir haben den Franzosen unsere Position durchgegeben und sie haben uns gesagt, dass wir in britischen Gewässern seien. Daraufhin haben wir die britische Polizei angerufen und die hat gesagt, ruft die französische Polizei an", sagte der 21-Jährige. "Großbritannien hätte uns helfen müssen, weil wir in britischen Gewässern ertrunken sind, aber es hat uns nicht geholfen und nichts für uns getan." Auch der zweite Überlebende schilderte dem Sender, dass die Menschen vom Boot aus zweimal die britische Seite kontaktiert hätten. "Niemand ist gekommen, das Boot ist untergegangen, die Leute sind gestorben und ich bin elf Stunden im Meer geschwommen."

Im laufenden Jahr haben bisher mehr als 25.700 Menschen illegal den Ärmelkanal überquert. Das sind fast dreimal so viele wie im gesamten Jahr 2020. Die britische Regierung wirft Frankreich vor, nicht genug gegen illegale Überfahrten zu unternehmen, Paris weist das zurück. Frankreich hat nach dem Untergang des Migrantenboots ein EU-Abkommen mit Großbritannien zur Bewältigung der Flüchtlingskrise vorgeschlagen. Außerdem vereinbarte Frankreich mit Belgien, den Niederlanden und Deutschland einen verschärften Kampf gegen Schleuser.

Der britische Premierminister Boris Johnson forderte ein Abkommen mit Frankreich zur Rücknahme von Migranten.

Kommentare (8)
deCamps
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Ich möchte das mit Sarkasmus und Ironie es so sagen.

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Aus Sicht der Grenzer hüben wie drüben hat sich so die Sachlage dargestellt. Wer übernimmt, dem verbleiben die Menschen für die Einwanderung. Daher Hände weg. Mit Zynismus muss man aber feststellen, dass es kein Menschenrecht sein kann (siehe Belarius), mit Gewalt in ein anderes Land gegen den Willen dieser Gesellschaft einzureisen.

deCamps
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Das ist im Vergleich eine Stadt mit 25.000 Einwohner. Unglaublich welche Bewegung.

Im laufenden Jahr haben bisher mehr als 25.700 Menschen illegal den Ärmelkanal überquert. Das sind fast dreimal so viele wie im gesamten Jahr 2020.

rebuh
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Es sollte Standart werden, das niemand kommt,

dann hört das ganz schnell auf!

tomtitan
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Wirksamer wäre eine Umstellung

auf Sachleistungen....

landbader
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Unmöglich

Bei der derzeitigen Wassertemperatur überlebt man 11 Stunden schwimmen nicht.

Katschy
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Sind es Sozialmigranten?

Sie wollen illegal von einem sicheren Land ins Andere und regen sich auf dass ihnen dabei nicht geholfen wurde?

Wenn jemand von der Brücke springt, ist dann auch die Brücke daran schuld?

bond007
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Ich glaube

nicht die Polizei hat Schuld, sondern die Schlepper oder? also nicht mit Steinen schmeißen....

Lepus52
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Diese Leute wissen sehr wohl, was sie tun.

Was passiert ihnen in Frankreich, dass man in ein überfülltes Boot steigt und dann nach Hilfe ruft. So tragisch das ist, das sind alles Leute, die sehr wohl wissen, was sie tun und was sie riskieren. Die Schuld bei den Behörden zu suchen, ist sehr billig.