Soll abschreckenTaliban stellen Leichen von angeblichen Entführern öffentlich aus

Leichen von vier Männern, die einen Händler und seinen Sohn entführt haben sollen, wurden zur Schau gestellt. Taliban verbieten das Rasieren von Bärten und fordern die Wiederaufnahme des Flugverkehrs.

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© (c) AP
 

Die militant-islamistischen Taliban haben in der westafghanischen Stadt Herat die Leichen von vier Männern öffentlich zur Schau gestellt, die einen Händler und seinen Sohn entführt haben sollen. Der von den Taliban gestellte Vizegouverneur Maulaui Shir Ahmed Amar sagte am Samstag, Taliban-Kämpfer hätten die Männer bei Gefechten getötet und ihre Gefangenen befreit. Die Männer "wurden aufgehängt, damit niemand es mehr wagt, solche Verbrechen zu begehen", sagte Amar der dpa.

Bestrafungen aus dem Mittelalter

Auf Aufnahmen aus Herat war zu sehen, wie Schaulustige eine Leiche mit ihren Handys filmen, die in Ketten umwickelt auf dem Hauptplatz der Stadt an einem Kran aufgehängt ist. Während ihrer Herrschaft in den späten 1990er-Jahren waren die Taliban dafür bekannt, Verbrechen mit öffentlichen Auspeitschungen zu bestrafen, Menschen öffentlich zu steinigen und Gliedmaßen zu amputieren. 2001 wurde ihr Regime durch den US-Einmarsch gestürzt.

Mit dem Abzug der internationalen Truppen übernahmen die Islamisten Mitte August wieder die Macht in Afghanistan. Das Land ist nach Jahrzehnten des Kriegs und Konflikts auf internationale Unterstützung angewiesen. Viele Staaten wollen Hilfslieferungen an Bedingungen knüpfen. Beobachter befürchten, dass die Taliban trotz aller Hoffnungen auf einen gemäßigteren Kurs wieder mit harter Hand regieren.

In der südlichen Provinz Helmand sei das Rasieren von Bärten verboten worden, berichteten örtliche Medien am Sonntag. Dies habe die Religionspolizei bei einem Treffen mit Barbieren entschieden.

Das von den Taliban gestellte Außenministerium rief am Sonntag zur Wiederaufnahme des Flugverkehrs von und nach Afghanistan auf. Der Flughafen in Kabul sei "voll einsatzbereit", teilte ein Sprecher mit. Alle kommerziellen Flüge in das Land waren nach der Machtübernahme der Islamisten eingestellt worden.

Die US-Streitkräfte hatten vor dem Abzug ihrer letzten Truppen unter anderem Militär- und Zivilflugzeuge sowie das Radarsystem des Flughafens unbrauchbar gemacht. Der erste internationale Flug startete Anfang September vom Flughafen in Kabul, nachdem Techniker aus Katar und der Türkei ihn wieder in Betrieb genommen hatten. Damit sollte es vor allem ermöglicht werden, die verbliebenen ausländischen Staatsangehörigen und einheimischen Mitarbeiter auszufliegen.

Explosion in Provinz Nangarhar

In der östlichen Provinz Nangarhar starb bei der Explosion eines Sprengsatzes bei einem Taliban-Konvoi mindestens ein Mensch. Sieben weitere Menschen wurden bei dem Vorfall am Samstag früh verletzt, wie örtliche Medien und Quellen berichteten. Ein Taliban-Sprecher bestätigte der dpa eine Explosion in der Provinzhauptstadt Jalalabad. Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, eine am Straßenrand versteckte Bombe sei detoniert, als der Konvoi die Gegend durchquerte.

In Nangarhar, einst Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), hat die Zahl der Mord- und Bombenanschläge zugenommen, seit die Taliban Mitte August die Kontrolle über Afghanistan übernommen haben. Der IS hat einige der Anschläge für sich reklamiert. Die Taliban und der IS haben in der Vergangenheit gegeneinander gekämpft.

Kommentare (3)
Pelikan22
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Willkommen im Mittelalter!

Dieses Regime lebt hinter dem Mond!

deCamps
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War das tatsächlich erforderlich? Und zu welchem Zweck?

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>>>>> Die US-Streitkräfte hatten vor dem Abzug ihrer letzten Truppen unter anderem Militär- und Zivilflugzeuge sowie das Radarsystem des Flughafens unbrauchbar gemacht. <<<<<
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Oder war es nur emotionalisierter Hass auch in diesem Land militärisch erfolglos gewesen und verloren zu haben. Trotz Übermacht an Militär und Waffen. Denn nicht nur die Taliban leben in diesem Land. Auch Millionen von Afghanen.

Pelikan22
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Mit Leuten ohne Hirn ...

mit einer Bildung aus der Steinzeit kann man nicht verhandeln! Grenzen dicht!