Noch vor Monatsende?Europäer stehen vor Ende ihrer Evakuierungsflüge aus Afghanistan

Kanzlerin Merkel blieb konkreten Termin schuldig - Berichten aus Großbritannien und Deutschland zufolge wollen die beiden Staaten aber ihre Einsätze bis spätestens Freitag beenden.

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© (c) AFP (MARC TESSENSOHN HANDOUT)
 

Knapp eine Woche vor Ablauf der Taliban-Frist zum Abzug ausländischer Truppen bemühen sich westliche Staaten um den zeitigen Abschluss ihrer Rettungseinsätze.

Schon diese Woche könnte Medienberichten zufolge der Afghanistan-Einsatz der deutschen Bundeswehr enden. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nannte zwar kein genaues Abzugsdatum, es gibt aber entsprechende Berichte, dass es bereits am Freitag so weit sein soll. Auch die Briten wollen die Evakuierungsflüge offenbar bald einstellen. US-Präsident Joe Biden sagte, die amerikanischen Kräfte seien auf Kurs, die Evakuierungen bis zum 31. August abschließen zu können.

Europas Evakuierungsmissionen werde vermutlich bereits diese Woche abgeschlossen. Berichten aus Großbritannien und Deutschland zufolge wollen die beiden Staaten ihre Einsätze bis spätestens Freitag beenden. Der britische Außenminister Dominic Raab sagte zwar am Mittwoch, die Frist für das Ende der Evakuierungsflüge sei aus seiner Sicht das Monatsende - der "Guardian" nannte hingegen am Mittwoch "die nächsten 24 oder 36 Stunden".

Die deutsche Luftbrücke für deutsche Staatsbürger sowie afghanische Ortskräfte wird laut Bericht des Onlinemagazins  "Business Insider" am Freitag eingestellt. Nach den Beratungen der G7-Staats- und Regierungschefs am Dienstag legte sich Merkel selbst auf keinen Stichtag fest, betonte aber, man habe keine Verlängerung der Evakuierungen vereinbart. In einer Videokonferenz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sagte die deutsche Kanzlerin nach Informationen von Reuters aus Teilnehmerkreisen: "Solange es verantwortbar ist, werden wir Menschen evakuieren. Aber das geht nur gemeinsam mit den USA."

Biden hatte beim virtuellen G7-Gipfel eine Verlängerung der Evakuierungen über den 31. August hinaus zunächst abgelehnt. Er verwies auf die wachsende Gefahr durch mögliche Anschläge der Miliz "Islamischer Staat". "Je schneller wir fertig werden können, umso besser", sagte Biden, denn: "Jeder Tag des Einsatzes bringt zusätzliche Risiken für unsere Truppen". Zudem sei man bei den Evakuierungen auf die Zusammenarbeit mit den nun in Afghanistan herrschenden Taliban angewiesen.

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