"Beine spreizen"Der schlüpfrige Versprecher Neuseelands Corona-Minister

Der neuseeländische Corona-Minister forderte die Bevölkerung in einer live übertragenen Pressekonferenz dazu auf, sich sozial zu distanzieren, wenn man nach draußen geht, um "die Beine breit zu machen".

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Chris Nipkins
Links im Bild: Corona-Minister Chris Nipkins bei seiner Ansprache. © (c) Twitter
 

Chris Nipkins ist Neuseelands Minister für die Bekämpfung des Coronavirus. Am Sonntag sollte er die Nation angesichts der wachsenden Zahl von Coronavirus-Fällen zur Vorsicht mahnen. Was in Erinnerung bleibt sind weniger seine Ratschläge, sondern viel mehr sein schlüpfriger Versprecher.

Was er der Bevölkerung sagen wollte war, man solle sich sozial distanzieren, wenn man nach draußen geht um sich die Beine zu vertreten. Doch aus dem englischen „stretch their legs“ wurde „spread their legs“ und so riet er den Neuseeländern stattdessen: "Es ist eine Herausforderung für Menschen in dicht besiedelten Gebieten, nach draußen zu gehen und die Beine breitzumachen, wenn sie von anderen Menschen umgeben sind."

Hipkins bemerkte seinen Fauxpas zunächst nicht, lediglich der mit ihm auf dem Podium stehende Generaldirektor der Gesundheitsbehörde, Ashley Bloomfield, hob im Moment des Versprechens kurz die Augenbrauen. Erst später wurde Hipkins geflüstert, was er dem Fernsehpublikum tatsächlich mitteilte. Nachdem er scherzte, er werde sich nun "die Beine vertreten" bemerkte er: "Die Medien werden später ihren Spaß mit mir haben."

Ein freudscher Versprecher?

Eine richtige Einschätzung, denn zu diesem Zeitpunkt wurde unter dem Hashtag #spreadyourlegs schon eifrig getwittert. "Ich höre nur auf meine Regierung", schreibt ein User und postet ein Video in dem er einen Spagat übt. Auch das Motto der Regierung, "hart durchgreifen, früh durchgreifen" ("go hard, go early"), bekomme laut der Twitter-Community eine ganz neue Bedeutung. Auch würde man im Inselstaat mit fünf Millionen Einwohnern bei Befolgung von Hipkins Ratschlägen bald mit einer Einwohnerzahl von 10 Millionen Menschen rechnen müssen.

Allen Scherzen zum Trotz, blieb die Regierung ihrem Motto treu. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern verhängte letzte Woche wegen eines einzigen bestätigen neuen Falls in Auckland einen strikten Lockdown: "Wir brauchen mehr Informationen. Wir wollen mit Delta kein Risiko eingehen. Wenn uns die Welt etwas gelehrt hat, dann ist es, mit dieser Variante vorsichtig zu sein." Ardern verkündete nun deshalb, der landesweite Lockdown werde wegen drei Dutzend neuer Corona-Fälle bis mindestens Samstag verlängert. Ein schwacher Trost: Bis dahin können sich die Neuseeländer ihre Zeit wenigstens mit Internet-Gags vertreiben.

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