Gerhard Mangott im Interview"Man wird Afghanistan nie auf eine zivilisierte und stabile Bahn lenken können"

In den 1960er-Jahren florierte das Land am Hindukusch, mittlerweile herrscht seit über 40 Jahren Krieg. Wir haben mit dem Politikwissenschaftler Gerhard Mangott über die historische Entwicklung von Afghanistan gesprochen.

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PRO TALIBAN RALLY
Eine Pro-Taliban Rally Anfang der 2000er. © (c) AP (PETER DEJONG)
 

Einst war Afghanistan auf dem besten Weg zu einer modernen Demokratie: Reformen in den 1960er-Jahren machten ein Zwei-Kammern-Parlament, Wahlen, Pressefreiheit und die Emanzipation von Frauen möglich. Der damalige König gründet die erste Universität, aus dem Ausland kommt Know-How und jede Menge Geld - das Land am Hindukusch floriert. Doch das Blatt wendet sich, seit 1978 befindet sich Afghanistan durchgehend im Krieg. Gerhard Mangott, Universitätsprofessor für Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck, blickt im Gespräch mit der Kleinen Zeitung in die Vergangenheit.

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Ratte
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Das wird so wohl stimmen….

Man wird Afghanistan nicht zu einem modernen Staat westlicher Prägung machen Können, aber warum versucht man es immer wieder? Es ist sinnlos, der islamischen Welt unsere Wertvorstellungen näher bringen zu wollen. Diese werden dort niemals akzeptiert werden….

schteirischprovessa
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Jetzt ist mal abzuwarten, wie sich Afghanistan unter den Taliban entwickelt.

Natürlich wird es ein islamischer Staat werden. So wie auch der Iran einer ist, wenn auch schiitisch, während die Taliban Sunniten sind.
Aber dass man dort wenn auch mit viel geringeren Freiheiten wie bei uns normal leben kann, ist nicht auszuschließen.
Dass die Rechte der Frauen um vieles geringer sind als im Westen, ist dem Islam geschuldet und das ist in Saudi Arabien, Pakistan, Iran und vielen anderen Islamischen Ländern nicht anders.

Dr.B.Sonnenfreund
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Richtig, wird man nicht können

Und Lösugsansatz dazu sehe ich auch keinen, obwohl mir sehr oft Lösungsansätze zu verschiedenen Themenbereichen einfallen.

anda20
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Und bitte

die Ergänzung.

Trump war direkt mit American First.

Biden, der Mann, der Die Welt mittels medialer Lobgesanges besser machen wollte, hingegen hat alleine betreffend Afghanistan mehrfach nachweislich gelogen.

Vielen Dank

longaway
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Trump ist mir als Person gänzlich unsympathisch..

...aber betrachtet man die Außenpolitik Bidens, wird einfach einiges fortgesetzt für das Trump noch kritisiert wurde.
Der Afghanistan Abzug wurde für heuer im Frühjahr von Trump vereinbart und mit etwas Verzögerung jetzt durchgeführt.
Die Chinapolitik von Biden ist ebenso aggressiv wie jene von Trump,....
usw...
Trump mag vielleicht ungeschickter in der Kommunikation gewesen sein, aber er mit seiner tollpatschigen Art war für mich doch direkter und ehrlicher als sein Nachfolger.

HoellerP
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Bitte gerne...

...und Trump hat mit den sich gleichenden Bildern, dass bewaffnete Horden in Regierungsgebäude eindringen natürlich gar nichts zu tun.

Vielen Dank

Guccighost
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von wo

bekommen sie die Waffen würde mich interessieren

SoundofThunder
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Mich auch

Ich glaube das die Taliban Sunniten sind. Die Saudis sind auch Sunniten. Bahrain glaube ich auch. Und die Amerikaner haben ja die Afghanische Armee ausgerüstet die bekanntlich davon gelaufen ist und ihre Ausrüstung liegen gelassen hat. Nicht vergessen: die Taliban finanzieren sich auch mit dem Handeln von Drogen (Afghanistan ist der Weltweit größte Hersteller von Drogen). Und wenn jemand irgendwo in großem Umfang Waffen kauft und in Bar bezahlt werden diese dubiosen Waffenhändler nicht nachfragen woher das Geld kommt und wofür die Taliban die Waffen brauchen. Die Südamerikanischen Drogenkartelle besitzen auch bestens ausgerüstete Privatarmeen.

SagServus
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...

Ja, die Taliban sind Suniten. Die Saudis waren neben Pakistan und den VAR die einzigen die das Islamische Emirat Afghanistan damals 1997 anerkannt haben.

Den Saudis kommt es auch sehr gelegen das die Taliban in Afghanistan sind, kann dadurch ja der schiitische Iran seine Macht dort nicht ausweiten.

bb65
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@sound

Wie im Interview zu lesen sind die Taliban auch nützlich für Russland und China. Waffenlieferungen sollten also kein Problem darstellen. Und wie du richtig sagt, jetzt haben sie (wie auch der IS im Irak vor ein paar Jahren) Zugriff auf amerikanische Material, von Gewehren bis Flugzeugen, Auch haben die US biometrische scanner mit Zugang zu daten der Afghanischen Bevölkerung zurückgelassen, etwas was die Suche der Taliban nach Afghanen die die Nato Truppen unterstützt hatten sehr viel erleichtert. Echt ein Wahnsinn wie die USA immer wieder die gleichen Situation kreiert.

mtttt
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Langfristig schon

Indem synthetische Opiate billiger werden als diese aus Schlafmohn. Und eine Initiative Saudis First. Wie schnell würden Taliban katholisch werden ?