Schwere Unwetter in DeutschlandÜber 60 Tote und weggespülte Häuser

Heftige Regenfälle im Westen Deutschlands sorgten für Unfälle, Schlammmassen, überflutete Keller. Die Zahl der Toten nach dem verheerenden Unwetter steigt, bis jetzt wurden über 60 Todesfälle bestätigt. Dutzende Menschen werden nach wie vor vermisst.

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Ganze Landstriche sind überflutet, Orte von der Außenwelt abgeschnitten, Häuser eingestürzt: Nach Dauerregen im Westen Deutschlands sind bereits über 60 Menschen ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen starben im benachbarten Belgien. Siebzig Personen galten als vermisst. Polizeiangaben zufolge erschwert der Ausfall des Notrufs in etlichen Gemeinden eine Klarheit über die Lage und die Höhe der Opfer. In einzelnen Fällen wurde von Plünderungsversuchen berichtet, die Polizei ist diesbezüglich alarmiert. Im Eifel-Ort Schuld bei Adenau waren in der Nacht auf Donnerstag sechs Häuser eingestürzt. Weitere Gebäude in der Katastrophenregion seien vom Einsturz bedroht.

"So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Mainz. In der Nacht auf Donnerstag waren in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nach tagelangem Dauerregen Bäche zu reißenden Flüssen geworden und verwüsteten etliche Ortschaften. Stromausfälle legten die Regionen lahm, Notrufe fielen aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich angesichts der Katastrophe tief betroffen: "Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Vermissten. Den vielen unermüdlichen Helfern und Einsatzkräften danke ich von Herzen." Weitere Überflutungen werden in den kommenden Stunden und Tagen erwartet.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) besuchte am Donnerstag Altena im Märkischen Kreis. Dort war am Mittwochnachmittag ein 46-jähriger Feuerwehrmann nach der Rettung eines Mannes aus einem überfluteten Stadtteil gestorben. Am Donnerstag war Altena noch immer von der Außenwelt abgeschnitten.

Flutkatastrophe in Deutschland: Mindestens 156 Tote - Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz

Ganze Landstriche sind verwüstet, Orte von der Außenwelt abgeschnitten, Häuser weggespült: Nach Unwettern im Westen Deutschlands sind mindestens 156 Menschen gestorben. Zahlreiche werden vermisst.

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„So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Mainz.

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Straßen wurden überschwemmt, Keller liefen voll.

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Retter und Retterinnen brachten Menschen in überschwemmten Orten zum Teil mit Booten in Sicherheit.

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Viele suchten auf Bäumen und Hausdächern Schutz vor den Fluten, Rettungshubschrauber waren im Einsatz.

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Die Unwetter hinterlassen eine Spur der Verwüstung.

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Die Bundeswehr rückt mit Bergepanzern und schweren Räumgeräten an, um die Schäden zu beseitigen.

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Die Regenfälle sorgen für Überschwemmungen, sogar Häuser stürzten ein.

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Der Unions-Kanzlerkandidat informierte sich in der Leitzentrale des Kreises beim Landrat und beim Kreisbrandmeister über die Lage, wie die Deutsche Presse-Agentur aus NRW-Regierungskreisen erfuhr. Anschließend fuhr er in die besonders von den Unwettern betroffene Stadt Hagen, um sich auch dort ein Bild an Ort und Stelle zu machen. In der westfälischen Stadt musste ein Altersheim evakuiert werden. Die Bundeswehr rettete mit Schlauchbooten Arbeiter aus einem Industriegebiet. Sie waren mehr als 18 Stunden von Wassermassen eingeschlossen. Insgesamt waren in Hagen über 600 Hilfskräfte im Einsatz inklusive 200 Bundeswehrsoldaten.

Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) verspricht Hochwasseropfern Hilfe
Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) verspricht Hochwasseropfern Hilfe. Foto © (c) AFP (INA FASSBENDER)

Im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz seien mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen, sagte Polizeisprecher Lars Brummer. Mehr als 30 Menschen gelten als vermisst. Mehrere Häuser und eine Brücke seien eingestürzt, zahlreiche Gebäude einsturzgefährdet. Etwa 50 Menschen hätten sich auf Dächer in Sicherheit gebracht und müssten gerettet werden. Auch die Bundeswehr helfe mit rund 500 Soldaten.

Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sieht den Bund in der Pflicht: "Die Menschen im Katastrophengebiet sind in Not, die Schäden sind immens. Ich werde alles dafür tun, dass auch der Bund finanzielle Hilfe leistet." Auch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Ländern Hilfe zugesagt und den Opfern ebenfalls ihr Mitgefühl ausgesprochen. "Die EU ist bereit zu helfen." Betroffene Länder könnten den Katastrophenschutzmechanismus der EU in Anspruch nehmen.

In Nordrhein-Westfalen ist die Lage im Kreis Euskirchen besonders schlimm. Dort kamen nach Behördenangaben 15 Menschen ums Leben. Genauere Angaben zur Todesursache teilte der Kreis zunächst nicht mit. In mehreren Orten sei die Lage sehr kritisch, hieß es. Teilweise bestehe kein Zugang zu den Orten. Im Kreisgebiet sei die Kommunikation weitgehend ausgefallen.

Viele Flüsse und Bäche in der Eifel, im Bergischen Land, im Rheinland und Sauerland führten am Donnerstag weiterhin Hochwasser, sie waren am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag über die Ufer getreten. Straßen wurden überschwemmt, Keller liefen voll. Tausende Feuerwehrleute waren landesweit im Einsatz.

Ministerpräsidentin Dreyer: "Die Schäden in den Kommunen sind immens."
Dreyer: "Die Schäden in den Kommunen sind immens." Foto © (c) AP (Martin Meissner)

In Köln wurden zwei Menschen tot in ihren mit Wasser vollgelaufenen Kellern entdeckt. Die Feuerwehr habe die tote Frau sowie den toten Mann am späten Mittwochabend bei Einsätzen gefunden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. In Solingen starb ein 82 Jahre alter Mann nach einem Sturz im überfluteten Keller seines Hauses. Bei dem Sturz sei er mit dem Kopf unter Wasser geraten, sagte eine Sprecherin der Wuppertaler Polizei. Ein 77 Jahre alter Mann aus Kamen kam in dem unter Wasser stehenden Keller seines Wohnhauses ums Leben.

Feuerwehrmänner starben bei Rettungsarbeiten

Im Sauerland starben bei den Rettungseinsätzen zwei Feuerwehrleute. Ein 46-Jähriger Feuerwehrmann war am Mittwochnachmittag in Altena nach der Rettung eines Mannes aus einem überfluteten Stadtteil ins Wasser gestürzt und abgetrieben. Knapp zwei Stunden später kollabierte ein 52 Jahre alter Feuerwehrmann bei einem Einsatz im Bereich des Kraftwerks Werdohl-Elverlingsen. Er sei am Mittwochabend trotz Reanimations- und Hilfsmaßnahmen gestorben, teilte die Polizei mit. Ersten Erkenntnissen nach handelte es sich bei dem Unglück um einen gesundheitlichen Notfall.

Die bestätigten Todesopfer nach der Region

  • Kreis Ahrweiler: 18 Tote
  • Kreis Euskirchen: 15 Tote
  • Rheinbach: 3 Tote
  • Köln: 2 Tote
  • Solingen: 1 Toter
  • Werdohl: 1 Toter
  • Altena: 1 Toter
  • Kamen: 1 Toter

In Rheinbach bei Bonn wurden am Donnerstag drei Opfer gemeldet. Ein Zusammenhang mit dem Unwetter, von dem auch Rheinbach mit überfluteten Straßen stark betroffen war, sei wahrscheinlich, erklärte die Bonner Polizei.

Damm von Talsperre droht zu brechen

Wegen der Gefahr eines Dammbruchs an der Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen werden zwei Ortsteile von Rheinbach evakuiert. Das teilte die Feuerwehr Rheinbach am Donnerstag mit. "Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, da nicht sicher ist, ob der Damm der Steinbachtalsperre gehalten werden kann", heißt es in der Mitteilung.

Vielerorts mussten Menschen vor den Fluten in Sicherheit gebracht werden. Es gab auch großflächige Stromausfälle. Betroffen waren vor allem das Bergische Land und die Eifel. Die Deutsche Bahn rief Reisende auf, Fahrten von und nach Nordrhein-Westfalen nach Möglichkeit zu verschieben. Durch die extremen Niederschläge seien Gleise überflutet, Betriebsanlagen seien beschädigt worden. Eine Erfassung der Unwetterschäden sei vielerorts erst mit abfließenden Wassermassen möglich.

Unwetter in Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz, Erdorf: Die Kyll ist in Erdorf über die Ufer getreten und hat Teile des Dorfes geflutet. Foto © APA/dpa/Harald Tittel

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist der Höhepunkt der extremen Niederschläge in Teilen Deutschlands überschritten. Der DWD-Meteorologe Marco Manitta erwartete am Donnerstag "eine Entspannung der Wetterlage". Zwar könne es weiterhin "punktuellen Starkregen" geben, dieser sei aber nicht mehr so verbreitet wie in der vergangenen Nacht, sagte Manitta der Deutschen Presse-Agentur.

Das Unwetterpotenzial sinkt deutlich.

Marco Manitta
Die größten Niederschlagsmengen gab es Manitta zufolge in einem breiten Streifen vom Sauerland über das Bergische Land und die Eifel, den Großraum Köln/Bonn bis zur Grenze nach Luxemburg. Spitzenreiter war Rheinbach-Todenfeld (Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen) mit 158 Millimeter Wasser im Messzeitraum 24 Stunden - wobei das meiste davon in kürzerem Zeitraum vom Himmel fiel, wie der Experte erklärte.

Krankenhäuser müssen evakuiert werden

Wegen einer Störung der Stromversorgung muss in Leverkusen ein Krankenhaus komplett evakuiert werden. Betroffen seien 468 Menschen, teilte das Klinikum Leverkusen Donnerstag früh mit. Die Maßnahme sei mit der Feuerwehr abgesprochen. Alle Operationen, Termine und Eingriffe seien abgesagt.

Bereits in der Nacht sei der Notstrom ausgefallen, einige Stationen seien ohne Licht gewesen. Auslöser des Stromausfalls war das Hochwasser des Flüsschens Dhünn. Dadurch wurde ein Kurzschluss an zwei Trafos ausgelöst, der Strom fiel aus. Es sei nicht abzusehen, wann die Stromversorgung wieder zuverlässig funktionieren werde, erklärte das Klinikum.

Die medizinischen Geräte der Intensivstationen mussten teilweise mit Akkus betrieben werden.

Klinikum Leverkusen

Nach Leverkusen wird nun auch das Krankenhaus in Eschweiler bei Aachen evakuiert. Intensivpatienten würden per Rettungshubschrauber vom Dach abgeholt und in andere Kliniken gebracht, sagte eine Sprecherin der Städteregion am Donnerstag. 

Die anderen der rund 300 Patienten sollen im Laufe des Tages in umliegende Krankenhäuser verlegt werden oder seien vorzeitig nach Hause entlassen worden, sagte die Sprecherin. Im Krankenhaus sei - wie im Großteil der Innenstadt von Eschweiler - die Trinkwasser- und Stromversorgung ausgefallen. Nach Angaben der Sprecherin ist infolge des Starkregens eine Trinkwasserleitung gebrochen, die die Innenstadt versorgt. Die Bewohner wurden aufgerufen, auf unnötigen Wasserverbrauch durch Duschen oder Toilettenspülungen verzichten.

Kritik an öffentlich-rechtlicher Berichterstattung

Zuletzt wurde speziell in Sozialen Netzwerken Kritik am Westdeutsche Rundfunk (WDR) laut: Man habe es versäumt, das Programm in der Nacht zu unterbrechen, um aktuelle Warnungen zu senden. Nun hat der WDR Lücken in der Berichterstattung über die Starkregen-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen eingeräumt - zugleich wies der Sender aber darauf hin, dass er selbst von dem Unwetter betroffen gewesen sei. "Wir teilen die Einschätzung, dass der WDR noch umfangreicher aus Wuppertal hätte berichten müssen, allerdings war das dortige WDR-Studio selbst so stark vom Unwetter betroffen, dass es ab 3 Uhr in der Nacht nicht mehr selber senden konnte", sagte eine WDR-Sprecherin in Köln am Donnerstag auf dpa-Anfrage.

Kommentare (54)
PiJo
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RonaldMessics@Nur ein kleines Beispiel

Auch ein kleines Beispiel 100 jährige Hochwasserschutzbauten ausgelegt auf immer wiederkehrende 100 jährige Hochwasserkatastrophen.
Es gibt natürlich den Klimawandel aber man kann nicht jede Naturkatastrophe diesem zuschreiben, das wäre zu kurz gedacht.
Ich habe im Lauf der letzten 70 Jahre schon einige Hochwasserkatastrophen in Kärnten miterlebt und kann mitfühlen wie es den Menschen in Deutschland zu Mute ist.

anonymus21
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@pijo

Aber schon interessant, wie viele 100jährige Hochwasser es in den letzten 15jahren zb in Kärnten gab....

RonaldMessics
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Pijo

Das ist auch richtig, nur hatten die Hochwasser in Kärnten gepaart mit Starkregen im alpinen Bereich, der schon damals nicht mehr in den oberen Bereichen ich in Schnee gefallen ist, und verstärkt durch Schmelze.
Die Erwärmung begann außerdem schon im 19. Jahrhundert

Natürlich, nicht jedes Unwetter ist immer sofort der Klimaerwärmung zuzuscheiden, aber wegen ihres Alters sollten sie sich auch erinnern können, wo wir in welchen Höhenlagen noch Schifahren konnten

Miraculix11
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Beruht auf Gegenseitigkeit

Ich leugne keineswegs den Klimawandel. Immer mehr Menschen, immer mehr Menscheneinfluß auf die Umwelt haben zweifellos Folgen. Aber ich bin nicht so naiv zu glauben dass Unwetter eine Folges Klimawandels sind. Weil es sie immer in gegeben hat. Auch glaube ich nicht dass Italien nur wegen dem Klimawandel Europameister geworden sind weil die ja die Hitze gewohnt sind.

erstdenkendannsprechen
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unwetter gab es immer, sogar sehr schlimme (magdalenenflut zb), die häufung der unwetter

weil sie infolge von wetterextremen (extreme hitze zb) viel öfter auftreten, ist allerdings schon folge des menschengemachten klimawandels.

RonaldMessics
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@Mirakulix11

Sie sind nicht so naiv???? Dann müssten sie wissen, dass es sehr wohl Zusammenhänge gibt, denn mit der wärmeren Atmosphäre wir mehr Luftfeuchtigkeit aufgenommen. Pro 1 Grad 7% mehr an Luftfeuchtigkeit, die dann irgendwo kompensiert und sich ausregnet. Sie haben schon auch ein bisschen recht, denn nicht jedes Einzelereignis Unwetter genannt hat dies als Basis. Man muss immer den Gesamtblick im Auge haben.
Daher ist das Wissen die Basis der Beurteilung, und nicht der Vergleich mit einem Einzelereignis, Kälteperiode im 17 Jahrhundert als Beispiel.

checker43
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Und

ich bedauere Miraculix, weil er immer noch nichts kapiert hat.

Miraculix11
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@checker Du leider auch nicht

Der "Sunday Telegraph" zitiert einen Bischof mit den Worten, Gott habe den Sturm als Antwort auf den Bedeutungsverlust der Ehe und die gesetzliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften gesandt.

checker43
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Miraculix

Der Daily Telegraph mit dem BIschof ist natürlich ein sehr wissenschaftliches Argument.

Miraculix11
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@ checker

Naja, wenigstens lesen sollte man können. "Sunday Telegraph" hab ich zitiert. Und warum hab ich das zitiert? Weil dieser Bischof so wie viele hier einem lokalen Unwetter gleich einmal eine globale Ursache unterstellen.
Erst wenn dann in den nächsten Jahren global festgestellt wird dass die Unwetter zugenommen haben könnte man das schreiben. Aber hier? Ein Unwetter das über Deutschland runterkommt hat nun einmal Folgen, die sind genauso zersiedelt wie wir und es wurde genau so wie bei uns fleißig im Hochwasserschutzgebiet gebaut.

acgelenk
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checker 43 - genau!

richtig, miraculix11 hat eindeutig nicht genug informationen um behaupten zu können, dass der klimawandel auf das großwetter keinen einfluss hat.
ja, unwetter gab es schon immer! aber die temperaturunterschiede (weil es ja immer heisser wird) führen zu heftigeren und vor allem zahlreicheren unwettern. das ist wissenschaftlich beleg bar - just google.
auch die zunahmen von regenmengen oder auch dürre ist mit dem klimawandel (erwarmung) wissenschaftlich erklärbar. für den klimawandel sind all unsere lieben vorfahren und politker verantwortlich. was über jahrzehnte zerstört wurde, kann nicht rasch wiederhergestellt werden.
was auch viele nicht wissen... in der meteorologie ist ein beobachtungszeitraum von zb 10 jahren nicht lang...die meteorologen beobachten 30 jahre und mehr bis sie einen eindeutigen trend belegen und vorhersagen können.

Miraculix11
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Beobachtungszeitraum 30 Jahre!

Und warum urteilen dann viele hier schon 1 Tag nach diesem Unwetter....und regen sich dann noch auf wenn man sie dafür kritisiert LOL

nasowasaberauch
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Das Klima hat sich immer schon geändert... aber

Es gibt viele Zweifler.

Ich empfehle ihnen immer folgendes zu googeln: xkcd Earth temperature time line

Klar, das Klima hat sich immer schon geändert. Aber noch nie so schnell wie heute.

RonaldMessics
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Und noch nie mit....

...ca. 8 Milliarden Menschen.

future4you
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Der Leidensdruck

ist offenbar noch lange nicht erreicht. Und wenn er erreicht sein wird, ist es zu spät für Maßnahmen. Der Natur allerdings wird das ziemlich egal sein, sie kennt im Gegensatz zum Menschen keine Gier.

erstdenkendannsprechen
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so lange es nur die anderen trifft,

ist es bei uns glaub ich vielen wurscht. hauptsache, wir können endlich wieder in den urlaub fliegen und alle 10 jahre ein neues auto kaufen...

melahide
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Ein kluger Mensch sagte einmal

ohne jetzt pietätlos klingen zu wollen: "Wenn bei einem Terroranschlag auf tragische Weise drei Menschen sterben, dann werden von Politik und Bevölkerung sofort strengere Gesetze gefordert. Sterben 100 Menschen in einem Unwetter, wird dies als Randnotiz abgetan. Und da spreche ich noch gar nicht davon, dass jährlich 10.000de Menschen an Alkohol, Tabak oder falscher Ernährung sterben ... "

Adiga
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Wir stecken in einen Kreislauf...

Die meisten Meschen sterben aber vermutlich an "falscher" Ernährung und Bewegungsmangel... Und dagegen könnte jeder selbst was tun und bräuchte es nicht mal Gesetze, aber das ist dem einzelnen dann doch meist zu anstrengend - vermute ich. - Und die Lebensverkürzende Maßnahme Rauchen betreiben die Leute auch ganz freiwillig - (Rauchen ist aber auch irgendwie ein Zeichen von Dummheit - meiner Meinung nach.)

Aber Unwetter zerstören Hab und Gut und ein kaputes Eigenheim verhindert bis zu Wiederherstellung, dass man sich ganz einer gesunden oder gemütlicheren Lebensweise hingeben kann - manche sind auch produktiv und wenn das persönliche Umfeld funktioniert und unbeschadet ist man gemein hin produktiver.

Aber letztlich sind die folgenreicheren Unwetter ein Produkt der Konsumgesellschaft. Nicht nur das Autofahren verursacht Treibhausgase, heute weiß man, dass jedes Produkt was man besitzt, auf Kosten der Natur erzeugt wurde. Wer also aktiv gegen Unwetter was tun möchte, müsste sich in Konsumverzicht üben. Denn alles wofür Ressourcen abgebaut werden müssen, Dinge quer über die Wlet transportiert werden müssen damit daraus irgendwo anders "nette" Produkte gemacht werden, die dann wieder zu uns transportiert werden, damit der Konsument sie mit dem eigenem Auto dann nachhause bringen kann, verursacht heute das Klima das wir "morgen" haben werden; also noch mehr Unwetter und so unangenehme Sachen die niemand wirklich erleben möchte. Aber wir stecken mittendrin in diesem Kreislauf.

derhannes
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Konsumverzicht und Co.

Konsumverzicht ist eine Sache, aber endlich weltweite gesetzliche Bestimmungen, die die Industrie, inklusive industrielle Landwirtschaft und (Massen-)Tierhaltung dazu verpflichten, den verursachten Schaden zu 100 Prozent wieder gutzumachen, sofern er nicht vermieden werden kann, sind seit über 100 Jahren überfällig.

erstdenkendannsprechen
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das problem bei der industriellen tierhaltung ist halt,

dass es sie erst gibt, seit massen günstig ernährt werden sollen.

melahide
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@derHannes

Das dies nicht so schnell passieren wird, das sehen wir ja auch hier im KlZ Forum. Die Menschen sind gegen alles. Auch die ÖVP ist gegen sehr viel. Ich habe mich heute in der Früh auch sehr über die Kleine Zeitung geärgert. Die EU macht gestern Vorgaben zum Klima-Paket. Eigentlich ein riesiger Schritt. um die Welt zumindest eni BISSCHEN vor dem Chaos zu bewahren... und eben solcher Umweltkatastrophen. Was titelt die KLEINE ZEITUNG:? "Müssen wir in Zukunft alle mit Strom fahren?" ...

Ich meine. Sie schreiben nicht. "Jetzt gehen wir es an". Oder. "Wir schaffen das" oder. "Größtes Klimapaket in der Geschichte der Menschheit" ... sie schreiben. MÜSSEN WIR IN ZUKUNFT ALLE MIT STROM FAHREN. Ich meine. HAAAALLLLOOOOOOOOOOO!!!!!

glashaus
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melahide

und werden dann alle Grünen mit dem E-Auto zu den Demonstrationen gegen Fotovoltaikanlagen, Windräder oder Wasserkraft fahren? Bei der letzten Demo gegen ein Wasserkraftwerk an der Sulm waren es noch leistungsstarke SUV's. Aber solange der Strom aus der Steckdose kommt passt eh alles.

melahide
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@glashaus

Das "Grüne" gegen Windräder, Wasserkraft und Solaranlagen sind, das ist etwas, das Sie als unwahres Gerücht in die Welt setzen müssen. Die Grünen sind FÜR erneuerbare Energie. Aber DAGEGEN, dass das passiert, was Ihre Neoliberale Gesellschaft so vollzieht. Ein Ökosystem vollständig zu verstören, um dann ein GROSSKRAFTWERK hinzubauen. Das ist kein nachhaltiger Zugang. Das verstehen SIE natürlich nicht!

Patriot
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Diejenigen, die gegen das Klimapaket der EU polemisieren,

sollen sich diesen Bericht und die Bilder gut anschauen!

isteinschoenerName
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So heißt es heute in betroffenen Orten:

»Nicht duschen, keine Waschmaschine anstellen, nicht das Haus verlassen, nicht geflutete Keller betreten, nicht Auto fahren« – aber Klimaschutz ist Verbotspolitik. Schon klar.

isteinschoenerName
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... und nicht zu vergessen,

... "schadet dem Wirtschaftsstandort"! ☝️

derhannes
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Wirtschaftsstandort

Das ist ja das perfide, es wird immer behauptet, Klimaschutz schade dem Wirtschaftsstandort, dabei ist ja das Gegenteil der Fall. Man muss halt erstmal von dem altgewohnten Trott abschiednehmen und sich auf Neues einlassen, dann wächst und gedeiht auch eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft, die das Klima und die Umwelt schont.

kukuro05
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tschuldige schon, aber:

dafür sind die völlig falschen Politiker an der Macht die von völlig ungebildeten Menschen immer und immer wieder gewählt werden! Siehe Graz mit der schlechtesten Luft und der sinkenden Lebensqualität!

glashaus
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Oder siehe Wien,

wo dann jedes Wochenende eine Vielzahl an Menschen zum Urlauben aufs Land fährt. Und das natürlich mit dem E-Auto oder doch SUV?

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