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156 Personen vermisstNeuntes Todesopfer nach Einsturz von Wohnhaus in Florida

Der Einsatz nach dem Teileinsturz eines zwölfstöckigen Wohnhauses in Florida geht weiter. Bislang wurden fünf Todesopfer gefunden, 156 Menschen gelten jedoch noch als vermisst.

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© APA/AFP
 

Nach dem Teileinsturz eines zwölfstöckigen Wohnhauses im US-Bundesstaat Florida ist ein weiteres Todesopfer gefunden worden. Die Rettungskräfte hätten in den Trümmern am Samstag einen weiteren leblosen Körper entdeckt, sagte die Bürgermeisterin des Bezirks Miami-Dade, Daniella Levine Cava, am Abend (Ortszeit) an der Unglücksstelle in Surfside nahe Miami. Die Zahl der identifizierten Toten sei damit auf neun gestiegen. 156 Menschen gelten weiter als vermisst.

Die Suchkräfte hätten außerdem weitere noch nicht identifizierte "menschliche Überreste" gefunden, sagte Levine Cava weiter, ohne konkreter zu werden. Die Identifizierung sei nicht einfach. Hier würden DNA-Tests genutzt. Von Angehörigen seien dazu DNA-Proben eingesammelt worden. Die Behörden hatten aber zuvor bereits betont, dass die Vermissten nicht unbedingt auch alle in dem Gebäude gewesen sein müssen.

Tragödie in Miami: Fieberhafte Suche nach Vermissten in Florida

Nach dem Teileinsturz eines zwölfstöckigen Wohnhauses im US-Bundesstaat Florida in der Nacht auf vergangenen Donnerstag mit vorerst vier bestätigten Toten werden weiterhin 159 Menschen vermisst.

(c) AFP (EVA MARIE UZCATEGUI)

Unterdessen wurde bekannt, dass ein Ingenieur schon vor drei Jahren davor gewarnt haben soll, dass es "große strukturelle Schäden" an der Betonplatte unter dem Pool-Deck und Risse und Abbröckelungen in der Tiefgarage gebe. Das berichtete die "New York Times" am Samstag.

(c) AFP (EVA MARIE UZCATEGUI)

Das zwölfstöckige Wohngebäude Champlain Tower in der Stadt Surfside nördlich von Miami Beach war in der Nacht auf Donnerstag aus unbekannter Ursache eingestürzt.

(c) AFP (-)

Einige Bewohner konnten sich noch über Treppen in Sicherheit bringen oder wurden von Balkonen gerettet.

(c) AFP (EVA MARIE UZCATEGUI)

Es wird befürchtet, dass viele Bewohner im Schlaf vom Einsturz überrascht wurden und sich nun unter den Trümmern befinden.

(c) AFP (EVA MARIE UZCATEGUI)

Die Suche nach möglichen Überlebenden war weiter im Gang, die Chance, dass solche drei Tage nach der Katastrophe gefunden werden, sinkt jedoch stündlich.

(c) AFP (MARCO BELLO)
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(c) AFP (ANDREA SARCOS)
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(c) AP (Pedro Portal)
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(c) AP (Gerald Herbert)
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(c) AP (David Santiago)
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Das strandnahe Gebäude mit rund 130 Wohneinheiten war in der Nacht auf Donnerstag teilweise eingestürzt. Die Menschen wurden im Schlaf von dem Unglück überrascht. Seitdem läuft eine verzweifelte Suche nach Überlebenden. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Rettungsteams sind rund um die Uhr im Einsatz - mit Spürhunden, Spezialkameras, Horchgeräten und schwerem Gerät.

35 Personen konnten bisher gerettet werden

Zuletzt hatte ein Feuer in den Trümmern die Suchaktion erheblich erschwert. Die Rettungskräfte hatten laut Levine Cava zunächst Schwierigkeiten gehabt, den Ursprung des Brandes unter den Trümmern ausfindig zu machen, ihn zu isolieren und zu löschen. Dies habe die Suche nach möglichen Verschütteten behindert. Levine Cava sagte am Samstagabend jedoch, im Laufe des Tages hätten die Rettungskräfte bei der Bekämpfung des Feuers Fortschritte gemacht.

Mehrere Menschen wurden bei dem Unglück verletzt. Mehr als 35 Personen konnten bisher gerettet werden.

Notstand wurde ausgerufen

Die Ursache des teilweisen Einsturzes ist weiter ein Rätsel. Der als Champlain Towers South bekannte Wohnkomplex stammt aus den 1980er Jahren. Am Wochenende wurde ein von einer externen Firma verfasster Inspektionsbericht aus dem Jahr 2018 öffentlich, in dem Experten mehrere Mängel, darunter auch größere strukturelle Mängel am Beton des Gebäudes, aufgelistet hatten. Ob diese in irgendeinem Zusammenhang mit dem Einsturz stehen könnten, blieb offen.

Levine Cava betonte am Samstag, ihr sei der Bericht zuvor nicht bekannt gewesen. Die Behörden würden allen Hinweisen nachgehen und der Ursache für das Unglück auf den Grund gehen, damit so etwas nie wieder passiere, versprach sie. In der Zwischenzeit werde auch überprüft, ob andere ähnlich alte Gebäude sicher seien.

Um zusätzliche Mittel und Material nach dem Unglück freizugeben, hatte Floridas Gouverneur Ron DeSantis den Notstand ausgerufen. Dieser wurde von Präsident Joe Biden am Freitag bestätigt, um so auch Bundesmittel zur Verfügung stellen zu können. Auch die Katastrophenschutzbehörde FEMA ist eingeschaltet.

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