Madeleine von SchwedenDie abtrünnige Prinzessin kehrt heim

Nach über eineinhalb Jahren ist die als etwas eigensinnig bekannte Prinzessin Madeleine von Schweden erstmals wieder in der Heimat. Kritisiert wurde ihre Abwesenheit auch, weil sie ihr königliches Taschengeld aus Stockholm bekommt.

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Nach über eineinhalb Jahren im quasi Exil Florida hat „Madde“, wie ihre Freunde sie nennen dürfen, das erste Mal wieder schwedisches Land betreten.
Nach über eineinhalb Jahren im quasi Exil Florida hat „Madde“, wie ihre Freunde sie nennen dürfen, das erste Mal wieder schwedisches Land betreten. © (c) APA/AFP/SOREN ANDERSSON (SOREN ANDERSSON)
 

Bockig, verwöhnt, eigensinnig, impulsiv, orientierungslos: Bei ihren Untertanen und Schwedens Medien gibt es viele dieser Adjektive, mit denen Prinzessin Madeleine (39) gern umschrieben wird. 

Nach über eineinhalb Jahren im quasi Exil Florida hat „Madde“, wie ihre Freunde sie nennen dürfen, das erste Mal wieder schwedisches Land betreten. So lange gedauert habe das angeblich wegen der Pandemie, heißt es vom Hof. Glauben tut das kaum jemand. „Welch' herrliche Überraschung!“, titelten Klatschblätter zum Heimatbesuch der schönen Prinzessin nicht ohne Ironie. Selbst die Sprecherin ihres Vaters, König Carl XVI. Gustaf (75), bestätigte der Zeitung Expressen mit trockenem Unterton: „Die Prinzessin ist froh wieder zu Hause zu sein, da es ja seit dem letzten Mal eineinhalb Jahre her ist.“

Eigentlich lebt Madeleine schon lange in den USA. Erschüttert von großem Liebeskummer war sie 2010 zunächst ins singlereiche New York geflohen. Ihr Stockholmer Exverlobter, Jurist Jonas Bergström hatte sie mit einer norwegischen Handballspielerin betrogen. Die posaunte das danach auch noch aus.  „Es war ein Alptraum für sie, deshalb floh sie“, zitierte eine schwedische Boulevardzeitung eine enge Freundin. Die US-Anonymität ließ das Prinzessinnenherz schnell wieder heilen. Knalllauffall verliebte sie sich in Millionärssohn Chris O'Neill (46) und heiratete ihn 2013 mit großem königlichen Aufgebot in Stockholm. 

Kritik an der Prinzessin

Ob König Carl Gustaf so eine große royale Runde für das Töchterchen geschmissen hätte, wenn er geahnt hätte, dass Madde Schweden fast gänzlich den Rücken zukehren würde? Das fragen sich viele Untertanen. Madeleines Weltstadtehemann soll es im provinziellen Stockholm nicht gefallen haben, ein Umzug nach Florida folgte. Seitdem wird Madeleine stets kritisiert, weil sie so gut wie nie in der nordischen Heimat ist und trotzdem Prinzessin mit Taschengeld bleiben will. 

Sogar die Geburtstage ihres Vaters, Weihnachten und die Nobelpreisfeierlichkeiten schwänzte sie. Ihr erstes von drei Kindern bekam sie in New York statt zuhause, wie es sich gehört. Die betagte Königin Silvia musste extra in die USA, um den Neuzugang zu betrachten. Dies, obwohl sie auf Staatskosten eingeflogen worden wäre. Im letzten Jahr nahm Madde im Namen des schwedischen Königshauses insgesamt nur einen offiziellen Termin wahr. Kronprinzessin Victoria soll trotz Corona über hundert Auftritte absolviert haben und auch das über ihren Bruder in die Familie eingeheiratete Ex-Nacktmodell Prinzessin Sofia zeigte sich engagierter.

Inzwischen hat der König entschieden, dass Madeleines Kinder nicht dem Königshaus angehören und damit keine Positionen innehaben werden. Prinz beziehungsweise Prinzessinnen bleiben Leonore, Nicolas und Adrienne trotzdem.

Harte Jugend

Madeleine hatte es aber auch nicht einfach. Schon in der Jugend hackte die Presse auf ihr rum. Übel wurde dem Nesthäkchen da bereits ihr weltumspannendes Jetset Partyleben genommen. Ihre beiden älteren Geschwister Kronprinzessin Victoria (43) und Prinz Carl-Philip (42), lebten schon damals bodenständiger.

Nun wird ständig darüber berichtet, wie Madeleine und Chris mit Kindern in Florida auf großem Fuß leben. Einzelheiten über ungeheuerliche Mietpreise wurden bekannt. Und auch, dass O'Neill bei einem seiner langen Restaurantsmittagsessen schon mal 1000 Dollar auf den Tisch legt. Doch die Zeiten sind nun vorbei. Denn kürzlich hieß es, dass Madeleines Ehemann pleitegegangen sein soll. Er werde nun über die Prinzessin und deren königliches Taschengeld und damit auch über Schwedens Steuerzahler durchgefüttert.

"Herrn O'Neill", er hatte den König darum gebeten, bürgerlich zu bleiben, um seine Unabhängigkeit zu wahren (und nicht an königlichen Auftritten teilnehmen zu müssen) seien die Geschäfte soweit entglitten, dass die Lage richtig ernst geworden sei, berichtete das Klatschblatt "Stoppa Pressarna". Doch Rettung naht. 

Schwedens König, übrigens einer der reichsten Monarchen Europas, habe persönlich einen „Krisenplan" für den lebensfrohen Schwiegersohn vorbereitet. „Herr O'Neill" könnte nun doch häufiger für öffentliche royale Auftritte eingespannt werden, wird spekuliert. Wer weiß? Vielleicht lässt er es sich doch noch gefallen mit dem brüsk zur Hochzeit abgelehnten, eigentlich vorgesehen Titel "Prinz von Schweden" in den Hochadel aufnehmen zu lassen? Ob Madeleines Heimkehr auch eine Art Canossa Bußgang, ähnlich dem des römisch-deutschen Königs Heinrich IV. 1077 zum Papst in Rom, ist? Doch von Ehemann Chris fehle bisher in Stockholm jede Spur, laut Schwedens Klatschpresse. Der gilt aber auch als sehr stolz. 

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