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Keine neuen BestellungenEU lässt Vertrag mit AstraZeneca auslaufen

Immer wieder hatte das britisch-schwedische Unternehmen AstraZeneca seine zugesagten Impfstoff-Lieferungen nach unten korrigiert. Nun zieht die EU Konsequenzen und lässt den Vertrag mit dem Impfstoffhersteller auslaufen.

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© AFP
 

Mitten im Rechtsstreit mit dem Impfstoffhersteller AstraZeneca verzichtet die EU-Kommission vorerst auf eine Verlängerung des Liefervertrags. "Wir haben den Auftrag über den Juni hinaus nicht verlängert", sagte Binnenmarktkommissar Thierry Breton am Sonntag. Er schlug die Tür für neue Lieferverträge aber nicht zu. "Wir werden sehen, was passiert", sagte er. Breton fügte hinzu, dass das Covid-Mittel von AstraZeneca "ein sehr guter Impfstoff" sei.

Breton äußerte sich jedoch positiv zur Qualität des Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers. "Das ist ein guter Impfstoff", sagte er. Die Kommission befindet sich in einem Rechtsstreit mit dem Unternehmen wegen Lieferverzögerungen. Breton deutete zugleich an, dass die Kosten für Impfstoffe der zweiten Generation durch den zusätzlichen Forschungsaufwand und mögliche Änderungen an den industriellen Anlagen steigen könnten.

"Es fehlt das Vertrauen"

EU-Justizkommissar Didier Reynders sagte dem belgischen Sender VRT: "Wir haben ein echtes Problem mit Astrazeneca. Es fehlt das Vertrauen. Es ist folglich unmöglich, künftig diesen Impfstoff zu kaufen." Das Unternehmen ist mit den vereinbarten Lieferungen sehr im Rückstand. Statt 120 Millionen Impfdosen bekam die EU im ersten Quartal nur 30 Millionen. Deshalb hat sie vor einem belgischen Gericht geklagt.

Offiziell hat sich die EU-Kommission aber noch nicht festgelegt. Ein Sprecher betonte auf Anfrage, über Vertragsverlängerungen könne man sich jetzt nicht äußern. Bei Astrazeneca gehe es zunächst um die Erfüllung des geltenden Vertrags. "Wir halten uns aber alle Optionen offen, um uns für die nächsten Phasen der Pandemie vorzubereiten, für die Jahre 2022 und darüber hinaus."

Die erste Runde im Prozess zwischen der EU und AstraZeneca hatte Ende April keine entscheidende Annäherung gebracht. Die Anwälte der EU-Kommission forderten das schwedisch-britische Unternehmen vor einem Gericht in Brüssel dazu auf, umgehend Impfdosen aus all seinen im Vertrag aufgeführten Produktionsstätten bereitzustellen - einschließlich jener im nicht mehr zur Europäischen Union gehörenden Großbritannien. AstraZenecas Anwalt hielt dagegen, eine solche Verpflichtung bestehe nicht. Das Gericht peilt eine Entscheidung im Juni an.

Nur ein Drittel der Liefermenge

Außer in Großbritannien hat AstraZeneca Werke in den EU-Staaten Belgien und Niederlande. Der Konzern hatte der EU zugesichert, nach Möglichkeit zwischen Dezember 2020 und Juni dieses Jahres 300 Millionen Impfstoff-Dosen zu liefern, davon 180 Millionen im laufenden zweiten Quartal. Im März hatte das Unternehmen dann aber erklärt, voraussichtlich nur ein Drittel der ursprünglich angepeilten Liefermenge zu liefern.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA untersucht unterdessen Fälle einer seltenen Nervenerkrankung im Zusammenhang mit einer Impfung gegen das Coronavirus mit dem Mittel von AstraZeneca. Im Rahmen einer regelmäßigen Überprüfung der Sicherheitsberichte für den Impfstoff Vaxzevria würden Daten zu aufgetretenen Fällen des Guillain-Barre-Syndroms (GBS) unter die Lupe genommen, wie die EMA am Freitag mitteilte, ohne die Zahl der Fälle zu beziffern.

Neuer Vertrag mit Biontech/Pfizer

Am Samstag hatte die Kommission mitgeteilt, dass die Europäische Union bis zu 1,8 Milliarden weitere Dosen des Vakzins von Biontech/Pfizer kaufen wird. Demnach verpflichteten sich die beiden Partnerunternehmen in einem Vertrag, die Dosen bis 2023 zu liefern. 900 Millionen davon seien eine Option, die je nach Pandemieverlauf in Anspruch genommen werden könnte.

Auch nach Einschätzung der französischen Industrieministerin Agnes Pannier-Runacher wird die EU ihren Liefervertrag mit dem Corona-Impfstoffhersteller AstraZeneca voraussichtlich nicht erneuern, berichtet die Presse. "Es ist noch nicht entschieden", sagte Pannier-Runacher am Freitag dem Radiosender RMC. Aber es sei "am wahrscheinlichsten", dass die EU ihre Abmachung mit dem britisch-schwedischen Unternehmen nicht über 2021 hinaus verlängern werde.

Kommentare (15)
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helmutmayr
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Das wird ja

Auch noch in die Geschichte eingehen. Man sollte die Spur des Geldes verfolgen. Eines schönen Tages wird da auch einiges ausappern. Astra hat nicht mehr oder weniger Zwischenfälle als andere Imstoffe. Die Technologie ist uralt und bewährt. Den dzt. MÄCHTIGEN passt da was nicht.
Die Geschichte wirds weisen.

voit60
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Anscheinend ist der Stoff

zu billig im Milliardengeschäft. Ich hoffe, dass ich meine 2. Dosis noch bekomme.

Balrog206
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Dein

Kurz wird dir das schon möglich machen !

Hako2020
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Zum

um etikettieren von Astra auf (??) hätten wir wir Spezialisten.

tannenbaum
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Wie

kann die EU so etwas machen? Wenn sich doch Kurz und Schützenhöfer einst so vehement für die Zulassung dieses Impfstoffes eingesetzt haben! Jetzt fehlt nur noch die Aussage von Kurz, dass es auf seinen Mist gewachsen ist, dass kein AstraZeneca mehr bestellt wird!

melahide
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Dabei

Hätte uns der Messias im Alleingang mit Astra und Sputnik gerettet

Arthurd63
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Astra hat sich in Notzeiten als unzuverlässiger Partner erwiesen.

Da uns inzwischen - zu unserem Glück - zuverlässigere Impfstoff- Partner zur Verfügung stehen, ist eine rasche Beendigung der Geschäftsbeziehung mit Astra nur logisch und vernünftig.

melahide
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AstraZeneca

war - zumindest nach Meinungen von Apothekerinnen im Umfeld - schon früher weniger zuverlässig als andere Unternehmen. Für die Oxford Universität natürlich bitter, da war Astra Zeneca nicht Wunschpartner Nr.1, aber das einzige Unternehmen, das dir Bedingungen der OU akzeptierte ... also Lieferung zum Selbstkostenpreis!

scionescio
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Das ist die einzig richtige Reaktion auf das unseriöse Verhalten von AstraZeneca…

…. der Vetkäufermarkt dreht in einen Käufermarkt: bald wird es mehr als genug guten Impfstoff zu vernünftigen Preisen geben und AstraZeneca bleibt nur das schlechte Image.

eko
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Die Lobbyisten

regieren wieder. Astra Zeneca ist ein Top Impfstoff. Leider kostet die Dosis nur zehn Prozent der Konkurrenz. Für die Gekdgokn zu wenig😡

Tillennium
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@eko

Die Inselaffen liefern nicht! Wir bezahlen und die bekommen den Impfstoff.
Im Grunde genommen müsste man vor den britischen Botschaften in der EU demonstrieren, damit die mal mitbekommen, dass wir uns das nicht gefallen lassen!

umo10
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Sehr gute Entscheidung

Die Zukunft gehört dem mRNA

umo10
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Wer will noch ein Tastentelefon?

😜

Deloni
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Die

Frage ist nur, ob es dann noch genug AZ für die 2. Impfungen gibt

Hausverstand100
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Die einzig

Mögliche Reaktion!
Mit Partnern, die dermaßen unverläßlich sind, kann man gar nicht anders umgehen!