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Boeing-NotlandungMaterialermüdung oder Baufehler? Nun sind die Experten am Zug

Nach einem "Engine Failure" mit auf Wohngebiet bei Denver herabfallenden Trümmern rief Boeing alle Fluggesellschaften auf, das betroffene 777-Modell vorerst aus dem Verkehr zu ziehen. Luftfahrtexperte Friesacher über Sicherheitsketten und problematisches Fehlermanagement bei Boeing.

Die Boeing 777-200 der United Airlines in Nöten
Die Boeing 777-200 der United Airlines in Nöten © (c) AP (Hayden Smith)
 

Die Bilder waren erschreckend, verstörend beinahe - vor allem für jene, die ohnehin schon von Flugangst geplagt werden: Nach einem gravierenden Triebwerksdefekt einer Boeing 777-200 der United Airlines unweit von Denver (US-Bundesstaat Colorado) stürzten massive Bauteile - den unweigerlichen Gesetzen der Schwerkraft folgend - in Wohngebiete. Dass dabei nicht Menschen verletzt wurden, grenzt nach wie vor an ein Wunder. Die Menschen im Flugzeug selbst standen Todesängste aus, Flug 328 konnte aber sicher am Internationalen Flughafen Denver gelandet werden.

Kommentare (11)
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Shiba1
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Triebwerksaufhängungen und Triebswerkgondeln müssten einen "Engine Failure" aushalten

betont der Experte. Er sieht daher im Augenblick eher den Turbinenhersteller Pratt & Whitney in der Bredouille.
Was für ein Experte ist das???
Die Triebwerksaufhängungen und die Triebwerksgondeln haben das eh ausgehalten.
Worum es sich hier offensichtlich gehandelt hat, ist ein sogenannter "uncontained Engine failure". Bei so einem Geschehen fliegen immer irgendwelche Trümmer weg.
Grundsätzlich ist für den korrekten Einbau der Triebwerke und der zugehörigen Aggregate (z.B. Hydraulikpumpen etc.) sowie auch der Abdeckungen und Einlaufschächte der Flugzeughersteller verantwortlich - in diesem Fall natürlich Boeing und nicht P&W! Insbesondere der größte Teil - der Einlaufring, welcher in einem Garten gelandet ist - aber auch die anderen Blechteile, sind Sache des Flugzeugherstellers und nicht des Triebwerkherstellers.
Was verwundert ist, dass das Triebwerk munter weitergebrannt hat, wie man auf den Filmen von Passagieren sehen kann. Hier fragt sich, warum die Treibstoffzufuhr nicht unterbunden werden konnte. Das ist in der Regel einer der ersten Punkte in der Checkliste für einen Triebwerksausfall - gefolgt von der Betätigung der Feuerlöschbehälter (in der Regel zwei pro Triebwerk)
Hier hat ziemlich sicher Boeing ein weiteres Problem zu lösen!

Kristianjarnig
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@Shiba1...

...Sie scheinen von "Fach" zu sein oder sich zumindest in der Materie auskennen.

Sei dem so dann wissen Sie ebenfalls das Piloten bei JEDEM Check(alle 6 Monate) die Verfahren für Engine Severe Damage/Fire/Loss of Engine(also wenn es das gesamte Triebwerk abreisst) ohne wenn und aber abspulen können MÜSSEN. Notfalls mitten in der Nacht, aus dem Tiefschlaf gerissen. So sollte es zumindest sein.

D.h. die Behörden aber auch der Hersteller sind sich bewußt das so etwas nun mal passieren kann. Nicht umsonst wird soviel Wert darauf gelegt das die Crew das problemlos erledigen kann(was ja auch hier der Fall war).

Gut - bei einer "engine severe damage"(also ein bisserl mehr als einem schnöden Triebwerksausfall) kann es dann natürlich auch dazu kommen das eventuelle "shut off valves"(Ventile die Treibstoff/Hydraulikflüssigkeit - beides brennt gerne) defekt sind oder bereits ganz fehlen(weil zerstört) - da kann man dann natürlich nur hoffen das die Feuerlöscher(normalerweise 2 Ladungen maximal) das Feuer löschen können, wenn aber trotzdem noch Kerosin oder andere Flüssigkeiten ins brennende/oder schlicht noch heiße - Triebwerk rinnen können wird es eben schwer.

In der Tat ist es z.b. bei einer 737 der 4.Punkt der abgehandelt wird(Engine Fire switch pull, confirm?), wird bei einer 777 nicht viel anders sein.

Shiba1
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Sie haben recht:

".....dass Piloten bei JEDEM Check(alle 6 Monate) die Verfahren für Engine Severe Damage/Fire/Loss of Engine(also wenn es das gesamte Triebwerk abreisst) ohne wenn und aber abspulen können MÜSSEN. Notfalls mitten in der Nacht, aus dem Tiefschlaf gerissen. So sollte es zumindest sein."
So sollte es sein, aus meiner langen Erfahrung weiß ich allerdings, dass es nicht so ist.
Überhaupt ist die Ausbildung und leider auch die Auswahl der Piloten mittlerweile derart heruntergefahren (besser müsste man sagen: heruntergekommen), dass man davon nicht ausgehen kann.
Ich habe auch schon mitbekommen (könnte prominente Beispiele nennen) , dass die von Ihnen erwähnten Checks manchmal nur am Papier für die Behörde gemacht werden, ohne dass sie wirklich stattgefunden haben.
Das ist alles u.a. der Kosteneinsparung geschuldet - leider!
Im gegenständlichen Fall haben die Piloten das Problem aber gut abgewickelt. Habe den Sprechverkehrsmitschnitt angehört und das ist tadellos gelaufen.
Habe heute auch schon gelesen, dass das NTSB in Richtung Materialermüdung untersucht. Da könnte dann ein Wartungsproblem dahinter stehen, wissen wird man das erst, wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind.
Wundern tun mich nach wie vor die Aussagen des sogenannten Experten in der Meldung oben.
Hab ein wenig herumrecherchiert, was denn der für einen Background hat; bin nicht wirklich fündig geworden.

HaFi1276
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Boeing

Das Flugzeug das in Paris vor dem Concorde Absturz das Metallteil verloren hat war interessanterweise auch ein Flugzeug der Marke Boeing

pescador
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So lange noch...

....ein Triebwerk funktionsfähig ist, ist alles kein Problem. Spannend wird es, wenn beide Triebwerke ausfallen.

wollanig
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Das war kein "Ausfall"

wie bei einem normalen Gebrechen, sondern eine massive Explosion mit zerstörtem Triebwerk.

Shiba1
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Explosion wars nicht.

Ein paar Schaufeln sind davongeflogen

haenschen49
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In diesen Zeiten

hätte man genug Zeit Flugzeuge öfter zu überprüfen. Aber lieber stellt man sie ab und schickt die Mechaniker in vom Steuerzahler bezahlte Kurzarbeit. Moderne Ökonomie ;-)

Reipsi
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Flugverbot für die

betroffenen Airlines wäre wichtiger, Flugzeugservice Null 0 .

beneathome
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Endlich Regen

aber leider nicht aus den Wolken, sondern von desolaten Flugzeugflotten, die die Wartungsarbeiten etwas schleifen lassen. Ich kauf mir mal einen neuen Regenschirm. Als Nächstes kommen die ausrangierten Satelliten von Elon Musk auf uns herunter. Das werden gefährliche Zeiten. Am besten man beschafft sich ein gepanzertes Auto, wenn man außer Haus will. Covid, Flugzeug- und Satellitenregen, Terroristen, Korruption, Migrantenschwemme,.... Da soll man nicht von alten Zeiten träumen?

Kristianjarnig
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Zu Ihrem Kommentar fällt mir leider nur der sehr alte Comic "Astronautenscheisse"(bitte googeln^^)

ein. Da war man auch sehr paranoid und das Ende mag überraschen....

Satire ok, aber wenn man es ernst zu meinen anfängt wird es bedenklich.

Zu den "Flugzeugteilen". Naja, wenn es ein Triebwerk "zerreisst" dann verliert man Teile(oder die gesamte, so wie hier) der Treibwerksverkleidung.

Bei dem so dramatisch reduzierten Flugbetrieb ist es unwahrscheinlich das man da wirklich selbst was abkriegt.

Was die Wartung(bzw. das Fehlen derselben) angeht die manche hier ansprechen. Flugzeuge sind eben nicht gebaut dafür so lange rumzustehen(Dichtungen/Leitungen härten aus, Lager laufen trocken usw.) und dann häufen sich diverse Probleme die es so zuvor nie gab.

Da gab es Vogelnester die gefunden wurden(oder eben nicht), Insekten haben sich im Pitotsystem eingenistet und es gab dann Probleme mit der Fahrtanzeige und und und.

Man kann nicht immer alles pauschalisieren und einen eindeutigen Schuldingen finden. Die FAA kümmert sich ja drum(und seit dem MAX Desaster schauen die sicher ganz genau ;-) ).