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Misshandelt und schikaniertSoldat in Sibirien wegen Tötung von acht Kameraden verurteilt

Schamsutdinow begründete seine Tat damit, dass er von seinen Kameraden schikaniert worden sei und keinen anderen Ausweg gesehen habe. Seine Zeit bei der Armee beschrieb er als "Hölle".

© AP
 

 Wegen der Tötung von acht Soldaten ist ein junger Rekrut in Russland zu 24,5 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der sibirischen Stadt Schita ordnete am Donnerstag an, dass Ramil Schamsutdinow in einem Hochsicherheitstrakt eines Straflagers untergebracht wird. Der damals 19-Jährige hatte im Oktober 2019 auf einer Militärbasis in Sibirien das Feuer eröffnet und acht Soldaten getötet.

Schamsutdinow begründete seine Tat damit, dass er von seinen Kameraden schikaniert worden sei und keinen anderen Ausweg gesehen habe. Seine Zeit bei der Armee beschrieb er als "Hölle". Berichten russischer Medien zufolge wurde Schamsutdinow regelmäßig misshandelt, zudem hätten seine Kameraden ihm sein Handy und sein Geld abgenommen. Ein Soldat aus Schamsutdinows Einheit wurde später wegen Mobbings zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

In militärischen Einrichtungen in Russland kommt es immer wieder zu Schießereien. Menschenrechtsorganisationen haben mehrfach auf brutale Rituale hingewiesen, mit denen Soldaten in solchen Einrichtungen schikaniert würden. Der Militärdienst ist in Russland für Männer im Alter zwischen 18 und 27 Jahren Pflicht. Viele versuchen jedoch, Schlupflöcher zu nutzen, um sich der Wehrpflicht zu entziehen.

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