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"Werden alles erzählen"Nawalny vor möglicher Vergiftung lückenlos beschattet

Mitarbeiter des prominenten Kremlkritikers Alexej Nawalny wollen am Sonntagabend (18.00 Uhr MESZ) in ihrem Internetkanal Auskunft über die mögliche Vergiftung des Oppositionellen geben.

Alexei Navalny
Alexei Navalny © (c) AP (Pavel Golovkin)
 

Der prominente Kremlkritiker Alexej Nawalny ist laut einem Bericht vor seiner möglichen Vergiftung von den Behörden lückenlos beschattet worden. "Das Ausmaß der Überwachung überrascht mich überhaupt nicht, wir waren uns dessen bereits bewusst", schrieb seine Sprecherin Kira Jarmysch am Sonntag auf Twitter. "Aber es ist erstaunlich, dass sie nicht gezögert haben, allen davon zu erzählen."

Hintergrund ist ein Artikel der Moskauer Boulevardzeitung "Moskowski Komsomolez". Die Zeitung beruft sich auf nicht näher genannte Sicherheitskreise und beschreibt detailliert, wo sich Nawalny zu jedem Zeitpunkt aufhielt, mit wem er sprach und wo er übernachtete. Wenn es überhaupt eine Vergiftung gegeben haben soll, könne das wahrscheinlich nur am Flughafen oder im Flugzeug passiert sein, hieß es als Schlussfolgerung. "Alle Bewegungen und Kontakte in der Stadt wurden akribisch untersucht."

Alle Bewegungen und Kontakte in der Stadt wurden akribisch untersucht.

Nawalny-Sprecherin Kira Jarmysch

Nawalny liegt seit Donnerstag im Koma und wird künstlich beatmet. Seit Samstag wird er in der Berliner Charité behandelt. Sein Team geht davon aus, dass er während der Reise durch Sibirien Opfer eines Giftangriffs wurde. Nawalnys Mitarbeiter haben ihre für Sonntag angekündigte Auskunft über die mögliche Vergiftung des Oppositionellen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. "Wir werden das aber definitiv später machen", schrieb Leonid Wolkow am Sonntagnachmittag auf Twitter. Genaue Gründe für die Verschiebung nannte er nicht. "Wir werden alles erzählen, was zurzeit über Alexejs Vergiftung bekannt ist", schrieb Jarmysch auf Twitter.

Wolkow arbeitet für Nawalnys sogenannten Fonds zur Bekämpfung zur Korruption. Er ist ein enger Vertrauter des 44-Jährigen und begleitete auch dessen Frau Julia am Sonntag in die Charité. Die russischen Ärzte sprechen bei Nawalny lediglich von einer Stoffwechselstörung. Wolkow unterstrich: "Wir werden jetzt erzählen, wie tatsächlich alles war."

Am Samstag war Nawalny mit einem Spezialflug nach Berlin gekommen. Der Flug war eine private Aktion der Initiative Cinema for Peace um den Filmproduzenten Jaka Bizilj. Für die Kosten kam der russische Unternehmer und Mäzen Boris Simin auf, wie Nawalnys Vertrauter Wolkow auf Facebook schrieb. Er bedankte sich auch bei der Bundesregierung und bei Kanzlerin Angela Merkel, die eine Behandlung in einem deutschen Krankenhaus angeboten hatte.

Mit Informationen aus der Berliner Charité wird frühestens am Montag gerechnet. Filmproduzent Bizilj wollte sich am Sonntag nicht weiter äußern, er verwies auf Nawalnys Familie und das Krankenhaus. "Derzeit erfolgt eine umfangreiche medizinische Diagnostik", teilte die Charité, Deutschlands größte Uni-Klinik, am Samstag mit. Erst nach Abschluss der Untersuchungen und nach Rücksprache mit der Familie wollen sich die behandelnden Ärzte äußern.

Die Untersuchungen würden einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es weiter.

Kommentare (9)

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schadstoffarm
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Hoffentlich finden nix

Sonst wirds unangenehm für die Angela. Sich mit North stream 2 die gasWaffe an die Schläfe setzen lassen und dann auch noch Russland abzumahnen, das geht gar nicht.

GordonKelz
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Russland ist inzwischen...

...berüchtigt, giftige Stoffe zu entwickeln die auch mit hochspezialisierten Geräten nach gewisser Zeit nicht feststellbar sind.
Sehr traurig für einen Präsidenten, wenn er nur so sich seiner Gegner entledigen kann..
Statt ihnen mit Fakten entgegenzutreten ...
Er sollte daran denken, dass diese Mittel eines Tages auch ihn selbst treffen können!!
Gordon Kelz

petrbaur
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das es in erwischt glaub ich nicht

er hat ja seine tochter als vorkoster 😉

pesosope
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Komisch, die Befürworter von Nawalny geben bekannt, dass er lückenlos beschattet wurde

Dementsprechend müssen daher auch sie lückenlos dabei gewesen sein, sonst wüssten sie das ja nicht. Aber den Anschlag haben sie nicht bemerkt?

styrianprawda
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@pesosope

Sinnerfassendes Lesen (des Artikels) gehört nicht zu Ihnen Kompetenzen, gell?

schadstoffarm
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Die staatssicherheit

Hat die Überwachung über Komsomolez publiziert, nicht Befürworter.

pesosope
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schadstoffarm

sicher, ein solch ein Mann läuft natürlich immer und überall ohne Leibwächter oder zumindest Begleiter durch die Gegend und selbst der erste Anschlag auf ihn hat dann auch keinerlei Vorsichtsmaßnahmen erforderlich gemacht. Glauben Sie wirklich, dass der als Solodarsteller durch Welt gewandert ist?

schadstoffarm
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Ja

Wie kannst dir einen Guerilla wahlkampf
Mit Personenschutz vorstellen? Der Mann ist Druck gewohnt, er ist wegen bedingter vorstrafen eh fast im häfn.

pesosope
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schadstoffarm

?