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Bei 80 Prozent Corona-Antikörper bieten vermutlich längerfristig Immunität

Bei mehr als 80 Prozent der Patienten

Sujetbild © APA/dpa/Oliver Berg
 

Corona-Patienten haben einer Studie zufolge in vielen Fällen dauerhaft so viele Antikörper, dass eine erneute Infektion mit dem Virus vermutlich abgewehrt werden kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie an 327 Covid-19-Patienten im chinesischen Wuhan, die zu den weltweit ersten infizierten Menschen gehören.

Bei mehr als 80 Prozent der Patienten seien sechs Monate nach ihrer Erkrankung noch biologisch aktive Antikörper nachgewiesen worden, die fähig seien, das Virus unschädlich zu machen, sagte der Virologe Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in den nächsten Tagen einem Fachmagazin zur Begutachtung vorgelegt werden.

Schwere oder leichte Symptome

Die untersuchten Patienten seien alle im Krankenhaus behandelt worden und hätten leichte oder schwere Symptome gezeigt, so Dittmer. Die Bildung der Antikörper habe dem entsprochen, was man auch von anderen Viruserkrankungen kenne, sagte der Virologe. "Eine Antikörper-Antwort gegen Viren wird in der Regel schnell hervorgerufen. Die Menge an Antikörpern steigt erst sehr stark an, erreicht einen Höhepunkt, fällt danach wieder ab und stabilisiert sich dann auf einem Niveau, das meistens noch Schutz gegen eine neue Infektion vermitteln kann." In den vergangenen zwei bis drei Monaten des jeweils sechsmonatigen Untersuchungszeitraums bei den chinesischen Covid-19-Patienten sei die Antikörper-Menge relativ stabil geblieben.

"Ich glaube, dass daraus folgt, dass wir zumindest eine Zeit lang von einer Immunität nach einer durchgemachten Erkrankung ausgehen können", sagte Dittmer weiter. Dies könne auch bedeuten, dass eine Impfung einen länger anhaltenden Schutz vermitteln könne - sofern der Impfstoff in der Lage ist, ähnlich stabile Antikörper-Antworten wie eine Covid-19-Erkrankung auszulösen. Wie lange solch eine Immunität anhalte, sei noch unbekannt. "Nach der aktuellen Studie muss man aber zumindest von mehreren Monaten, vermutlich eher Jahren, ausgehen."

Derzeit werde bei anderen Corona-Virustypen diskutiert, dass eine Immunität nur wenige Jahre anhalte. Dies sei aber noch nicht ausreichend untersucht worden. Dittmer betonte, dass weltweit bisher noch kein eindeutiger Fall bekannt sei, bei dem ein genesener Patient erneut mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert wurde. Dies würde ebenfalls für eine anhaltende Immunität sprechen.

In den vergangenen Wochen waren Untersuchungen bekannt geworden, die die Hoffnung auf eine lang anhaltende Immunität und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung gedämpft hatten. So hatten Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Jänner in der München Klinik Schwabing behandelt wurden, in einigen Fällen ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut gezeigt.

Insbesondere nach ermutigenden Zwischenergebnissen mit ersten Corona-Impfstoffen sehen viele Forscher darin dennoch die stärkste künftige Waffe gegen die Krankheit. "Die einzige Illusion, die man nehmen muss, ist, dass eine Impfung gegen Covid-19 ein Leben lang hält", sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing. "Es könnte auch bei einem Covid-19-Impfstoff sein, dass man wie bei der Influenza-Schutzimpfung regelmäßig wieder geimpft werden muss." Es sei nicht ungewöhnlich, dass Impfungen nicht jahrelang hielten, sondern regelmäßig aufgefrischt werden müssten.

"Man sollte sehen, was eine Impfung für uns alle bewirken kann", sagte Wendtner. Auch nach den ermutigenden Zwischenergebnissen bei der Impfstoffsuche erwarteten Experten einen in der Breite einsetzbaren und zugelassenen Impfstoff frühestens im Lauf des kommenden Jahres. "Es ist also auch weiterhin Geduld und Verständnis für die wichtigen Schutzmaßnahmen eines jeden Einzelnen gefragt."

Chinesische Forscher hatten im Fachblatt "Nature Medicine" berichtet, dass die Antikörper nach zwei Monaten vor allem bei Patienten mit symptomfreiem Verlauf stark zurückgingen, aber auch bei tatsächlich erkrankten Patienten fielen die Werte. Patienten mit wenig Symptomen hatten zudem weniger Antikörper und somit eine schwächere Immunantwort entwickelt. Symptomfreie Patienten wurden in der neuen Studie aus Essen/Wuhan allerdings nicht untersucht.

Kommentare (12)

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brosinor
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vermutlich vermutlich vermutlich

Seriöser Journalismus operiert mit Fakten, nicht mit Vermutungen.

GanzObjektivGesehen
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Wenn in den Printmedien nur mehr Fakten gedruckt würden...

....dann würde wohl ein Flugblatt reichen! (übertrieben gesagt)

Stony8762
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Was sollen Journalisten schreiben, wenn Wissenschaftler vermuten?

Stony8762
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Das ist der neueste Stand der Forschung. Fakt ist, dass die Forscher vermuten!

blubl
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🤔

Zum Glück wird hier seitens der Redaktion "nur" vermutet - da gelegentlich von Redakteuren Vermutungen gerne als Tatsachen dargestellt werden. Leider werden vielfach Artikel von der APA übernommen, ohne zu recherchieren/hinterfragen ob das stimmt...

Bluebiru
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@brosinor

Und was schlagen sie vor, dass die Journalisten schreiben sollen, wenn die Wissenschaftler ihnen ein "vermutlich" liefern, weil es für ein "definitiv" noch viel zu früh ist?

Es gibt, jetzt schreibe ich auch "vermutlich", Hinweise darauf, dass das so sein wird. Gesichert ist es aber nicht, weil der Zeitrahmen von den ersten Infektionen bis heute noch zu kurz ist.

Geerdeter Steirer
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Deinem Kommentar und Inhalt schließe ich mich 100%ig an @Bluebiru, ..........

!!

berndhoedl
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@samro, Bambi and friends

Auf euren abstrusen Contra-Argumentationen bin ich jetzt schon neugierig....

samro
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abstrus

sie muessen den artikel nur ende lesen.
ist ganz einfach.
dann haben sie die erklaerung.

sonst noch den artikel vom 19.6.
Antikörper gingen zurück Studie sieht geringere Corona-Immunität nach milden Infektionen
oder fuer herdenfreaks haetten wir noch das:
Coronavirus in SchwedenJeder fünfte Stockholmer hat Antikörper 20.5.
oje keine herdenimunitaet erreicht. sieht auch schon herr tegnell.

aber alles egal fuer manche.
solange sie keine mmaske tragen muessen oder anderen derartigen fuer sie unzumutbaren einschnitt in ihr leben ''hinnehmen'' muessen.

marcneum
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@samro

"Nach der aktuellen Studie muss man aber zumindest von mehreren Monaten, vermutlich eher Jahren, ausgehen."

Mehr ist dazu nicht zu sagen... Dass (wie beinahe überall in der Medizin) Menschen unterschiedlich stark auf Medikamente, Impfungen, etc. reagieren ist klar und sagt vielen (nicht allen lieber Samro) der Hausverstand...

Bitte stellen Sie schnell noch ein paar alte Artikel, die ihre Panikmache untermauern hier rein!

Das Schlimme ist, dass Sie mit Mundmasken, etc. ja völlig recht haben, aber Sie dann irgendwann auf “Panikmodus“ geschalten haben und jetzt das Ende der Welt prophezeien...

marcneum
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@Samro

😱 Das widerspricht ja komplett ihren wirren Verschwörungstheorien!?!

Schnell kommentieren Sie diese hier, damit auch wohl ja keiner an die böse Immunität glaubt!

samro
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text

text verstehen heisst text komplett lesen.

ansonsten finden sie meine antwort bei ihrem kollegen berndhoedl.