Der in diesem Jahr äußerst heftig ausfallende Monsun-Regen hat ein Drittel von Bangladesch unter Wasser gesetzt. "Dies wird die schlimmste Überschwemmung seit einem Jahrzehnt sein", sagte Arifuzzaman Bhuiyan, der Leiter des Flutvorhersage- und Warnzentrums in Bangladesch, am Dienstag. Mindestens 1,5 Millionen Menschen sind demnach betroffen.

Etwa 15.000 Menschen seien aus den schwer betroffenen Gebieten im Norden des Landes geflohen, sagten Behördenvertreter. Die meisten Betroffenen versuchten allerdings, in der Nähe ihrer von den Wassermassen beschädigten Häuser zu bleiben.

Die heftigen Regenfälle haben zwei der Hauptflusssysteme im Himalaya - den Brahmaputra und den Ganges, die durch Indien und Bangladesch fließen - stark anschwellen lassen. Angesichts der Zehn-Tage-Prognose befürchtete Bhuiyan, dass "im schlimmsten Fall" insgesamt etwa 40 Prozent des Landes überflutet werden könnten.

Auch im Nordosten Indiens sind seit Mitte Mai mehr als 2,1 Millionen Menschen von dem starken Monsun-Regen betroffen. Nach Behördenangaben starben mindestens 50 Menschen. Zehntausende seien in Hilfslager gebracht worden. Weitere 50 Menschen starben in Nepal bei Erdrutschen und Überschwemmungen, die Häuser wegspülten und Straßen und Brücken beschädigten.

Die Monsun-Zeit in Südasien dauert von Juni bis September. Die Niederschläge werden dringend für die Ernte benötigt, um die Bevölkerung des indischen Subkontinents ernähren zu können, die etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung ausmacht. Allerdings führt der Monsun auch alljährlich zu Überschwemmungen sowie Erdrutschen und fordert viele Todesopfer.