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Warnung vor HitzesommerDieser Sommer könnte alle Rekorde brechen

Weltwetterorganisation warnt vor Hitzesommer und erwartet neue Rekorde in der nördlichen Hemisphäre. Auch der neue österreichische Klimastatusbericht für 2019 weist einige Wetterrekorde aus.

ädte und Gemeinden müssten sich jetzt vorbereiten, um Menschen zu schützen
Sädte und Gemeinden müssten sich jetzt vorbereiten, um Menschen zu schützen © APA/BARBARA GINDL
 

Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt vor einem Hitzesommer in der nördlichen Hemisphäre, der Rekorde brechen könnte. Schon in den Anfangsmonaten des Jahres deute alles darauf hin, dass 2020 eines der heißesten Jahre seit Beginn der Messungen werde, sagte WMO-Sprecherin Clare Nullis am Dienstag in Genf.

Städte und Gemeinden müssten sich jetzt vorbereiten, um Menschen zu schützen - auch, wenn die Coronavirus-Pandemie dies komplizierter mache. In anderen Jahren sei Menschen in überhitzten Wohnungen empfohlen worden, zum Beispiel gekühlte Einkaufszentren aufzusuchen. Nachbarn wurden aufgefordert, Alleinlebende und möglicherweise Gefährdete regelmäßig zu besuchen. Dagegen sprächen nun viele Corona-Ratschläge, etwa der, möglichst zu Hause zu bleiben. Zudem könnten sich Krankenhäuser weniger gut auf Patienten mit Hitzschlag einstellen, weil sie Corona-Patienten behandeln müssen.

Vorjahr und Beginn 2020 ungewöhnlich warm und sehr trocken

Sehr warm und sehr trocken - letzteres zumindest in vielen Regionen im Norden und Südosten Österreichs - so lässt sich 2019 und das laufende Jahr wettermäßig zusammenfassen. Der neue Klimastatusbericht für 2019 weist einige Wetterrekorde aus, wie Studienleiter Herbert Formayer am Dienstag bei dessen Präsentation erklärte.

Der Regen der vergangenen Tage sind vor allem im Nordosten Österreichs die ersten nennenswerten Niederschläge seit vielen Wochen. Die warmen Temperaturen von Mitte Jänner bis in den April hinein haben Pflanzen extrem früh sprießen lassen. Das reduzierte den Wassergehalt des Bodens vor allem in Niederösterreich und dem Nordburgenland noch zusätzlich, wo bis Mitte Mai oft nur rund 30 Prozent der üblichen Regenmenge fielen. Insgesamt präsentiert sich 2020 bisher im bundesweiten Schnitt rund zwei Grad wärmer als die langjährige mittlere Temperatur, erklärte Formayer der am Institut für Meteorologie und Klimatologie an der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien forscht.

Durchschnittstemperatur um 2,3 Grad höher

Der Blick ins vergangene Jahr durch eine Vielzahl an Klimaforschern im Rahmen des "Klimastatusbericht 2019" offenbart ein ähnliches Bild: 2019 war das drittwärmste Jahr der Messgeschichte - und die reicht über 250 Jahre zurück. Die Durchschnittstemperatur lag 2,3 Grad Celsius über jener der Jahre 1961 bis 1990. Insgesamt gab es in Österreich in den vergangenen Jahren einen "markanten Anstieg" der Temperaturen, der im Gegensatz zu den Erwärmungen etwa in den 1990er Jahren vielfach schon deutlich spürbare Auswirkungen mit sich bringt, so Formayer.

Am krassesten war dies im vergangenen Jahr südlich der Donau zwischen Ybbs und dem Tullnerfeld (NÖ) zu spüren, wo die Temperaturen im Mittel 2,7 Grad Celsius über dem Vergleichszeitraum lagen. Am wenigsten zugelegt hat der Jahresdurchschnitt in den Alpen Tirols südlich des Inns mit einem Plus von "nur" 1,25 Grad Celsius.

Markante Wetterereignisse

Insgesamt war 2019 durch einige markante Extremwetterereignisse geprägt. So war etwa der Juni mit einem Temperatur-Plus von 5,5 Grad Celsius im Vergleich zum langjährigen Mittelwert der wärmste seit Messbeginn. Die Anzahl der Hitzetage und Tropennächte lag weit über den Vergleichswerten. Die Extreme des vergangenen Jahres erscheinen mit Hitze, großen Schneemengen, Trockenheit und Starkregen zwar sehr unterschiedlich, haben aber laut Formayer einen gemeinsamen Nenner.

Verursacht werden sie größtenteils durch ungewöhnlich lange anhaltende Großwetterlagen. Auf dieses Phänomen, das zunimmt, weil im Zuge des Klimawandels die Temperaturunterschiede zwischen der Arktis und den Subtropen abnehmen, gehen die Wissenschafter vom Climate Change Centre Austria (CCCA) in ihrem vom Klima- und Energiefonds beauftragten Bericht auch ein. An dem für Gesamt-Österreich, sowie für alle Bundesländer extra vorliegenden Papier haben auch Experten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) federführend mitgearbeitet.

Demnach steckten im Vorjahr beispielsweise auch im Jänner, dem kühlsten Mai seit 28 Jahren und im November größere Wettersysteme ungewöhnlich lange fest und brachten vielen Regionen übergroße Niederschlagsmengen, mit entsprechenden Schäden vor allem im Alpenraum. Im November fiel etwa im Kärntner Lavanttal in nur wenigen Tagen so viel Regen wie in Wien im üblichen Jahresschnitt. Dahingegen präsentierten sich 2019 und der Beginn dieses Jahres in vielen wichtigen Ackerbauregionen des Landes niederschlagsmäßig ziemlich defizitär.

Klimawandel spürbar

Nach nun fünf sehr heißen Sommern in Folge sei vielerorts mittlerweile angekommen, dass "der Klimawandel Österreich fest im Griff hat", sagte Klima- und Energiefonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth. Musste man früher eher "Bewusstseinsarbeit" leisten, gehe es nun vielfach auf regionaler Ebene an die "Umsetzungsarbeit" zur Anpassung an die Veränderungen.

Angesichts der Herausforderungen seien die im Budget geplanten zusätzlichen 160 Millionen Euro zusätzlich für Klimaschutz natürlich erstmal "zu wenig". In der Coronakrise und den budgetären Verwerfungen dadurch sei dies aber natürlich eine Frage der Abwägung, der "'Green Deal' sollte aber nicht vergessen werden", sagte Formayer.

Sehe man sich die Klimaentwicklung im Alpenraum insgesamt an, könne man davon ausgehen, dass sich der weltweite mittlere Temperaturanstieg hier um das 1,25- bis 1,5-Fache verstärkt. Ein weiterer globaler Anstieg um 0,5 Grad erhöhe sich also hierzulande eher auf ein Plus von 0,7 Grad, erklärte Formayer. Hier werde umso klarer: "Wenn wir nichts tun, dann sind wir wirklich bald in einer ganz anderen Welt."

 

 

Kommentare (18)
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ASchwammerlin
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Ich friere

gestern 11 Grad, heute 12 Grad, mich friert. Auch voriges Jahr Ende Mai war es außergewöhnlich kalt. In meiner Jugend waren wir um diese Zeit schon im Schwimmbad! Die ganzen Statistiken und die ganze Klimahysterie sind vollkommen realitätsfern!

lucy007
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realitätsfern

beschreibt es gut, was sie da von sich geben. Den oben stehenden Beitrag haben sie wohl nicht gelesen? Ihre Einstellung erinnert an Trump/Johnson was z.B. auch Corona betrifft... oder sind sie Verschwörungstheoretiker und merken nix was wirklich hier abgeht???

ASchwammerlin
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Liebe lucy007

mir war nur furchtbar kalt an diesem Abend, an dem die Kleine Zeitung diesen Bericht veröffentlicht hat. Bitte rücken Sie mich nicht in die politische Nähe der genannten Herren Trump/Johnson, die mir wenig sympathisch sind. Auch bin ich kein Verschwörungstheoretiker sondern wie ich mich selbst sehe, Realist. Ich entnehme Ihren Zeilen, dass Sie um etliches jünger sind als ich, heißt ich bin schon ein länger auf dieser Welt als Sie, deswegen wechsle ich jetzt ins Du. Also Klimaschwankungen hat es schon immer gegeben, die leidige CO 2 Diskussion auch. Nachdem ich annehme, dass Du keine hoch wissenschaftlich studierte Klimaexpertin bist, können wir beide nur das glauben, was und vermittelt wird. Die Wahrheit hat niemand gepachtet, außer einige Linkslinke, zu denen Du anscheinend gehörst. Die lassen nämlich nur ihre eigene Meinung gelten und das ist eigentlich rechts! Bitte aufpassen, dass Du nicht bei der rechten Tür heraus kommst. Meinungsvielfalt ist wichtig! Liebe Grüße Andreas

melahide
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Ich

mag keine Hitze!

stadtkater
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Das wird ja dann echt toll werden

auf den kahlen baumlosen Plätzen in der Grazer Innenstadt und für die Umsätze in der öden City.

Mezgolits
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"Wenn wir nichts tun, ...

Ich meine: Ja - die Unbelehrbaren.
Erfinder Stefan Mezgolits Draßburg

Mezgolits
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Damit ich besser verstanden werde:

Warum wird es immer wärmer? - Ich meine:
Weil mit größtmöglichen Strom + Benzin + Gas
+ Diesel + Holz + Kohle + Flug + Schifftreibstoff-
Verschwendungen - die größtmöglichen Ge-
winne angestrebt und erzielt werden. Erf. M.

scionescio
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Die letzte Hitzwelle im Jahr 2003 hat allein in Frankreich fast 15.000 Menschen das Leben gekostet (hauptsächlich Lungenversagen!) ...

... bisher gab es in Frankreich 28.000 Tote, die mit Covid-19 im Zusammenhang stehen.
Aus Wikipedia:
"Die Leichenhallen waren sehr schnell voll belegt, da man die Leichen wegen der beträchtlichen Hitze nicht in ungekühlten Räumen lagern konnte. Ein gekühlter Hangar der Halle des Pariser Vororts Rungis, das Logistikzentrum der Transporte für den Handel mit Lebensmitteln, wurde zur Verfügung gestellt und zur größten Leichenhalle Frankreichs umfunktioniert – Raum für weitere 700 Tote"
Ich kann mich an keine Live Ticker erinnern ...

KVKG
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@scionescio

Samma froh, dass damals nicht die heutige Regierung dran war. Sonst hätte es 2003 schon Ausgehverbote, Empfehlungen, Shutdowns, Missverständnisse, permanente Pressekonferenzen und Hysterische Gesichtsfetzenträger gegeben. Wobei ich gar nicht weiß wie der Sommer 2003 bei uns war.

scionescio
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@KVKG: genau das wollte ich damit zart andeuten ...

... damals waren anscheinend in Europa noch weniger Populisten an der Macht, sondern besonnenere Politiker ohne Selbstverliebtheit und Hang zur Selbstinszenierung, die in der Lage waren die Konsequenzen ihrer Entscheidungen abzusehen und vorrangig an ihr Land und nicht an ihre Wiederwahl gedacht haben.
Die Hitzwelle war in ganz Europa- ich habe keine verlässlichen Zahlen für Österreich gefunden, aber auch in Deutschland waren es etliche Tausend.

hfg
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Ist diese Organisation WMO

Gleich erfolgreich wie die WHO in der Vermeidung der Pandemie?
Oder vielleicht sogar besser wie der Bauernkalender!
Wetter ist nach wie vor - regional und nur kurzfristig vorhersagbar.
Die Messdaten nachher zu interpretieren bringt eher wenig. Die Klimaentwicklung ist bedenklich und das viele Geld wäre besser bei der Vermeidung der Abholzung in Brasilien und anderen extrem Klimaschädlichen Vorgehen investiert.

krambambuli
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also

im Wald merkt man diese Rekord Sommer wie es sie ja die letzten Jahre jedes Jahr zu geben scheint nie so stark. Vlt liegts halt an den vielen zubetonierten und asphaltierten Flächen. Man merkts ja selbst wenn man im Sommer aus einem Supermarkt kommt...da könnte man ein Spiegelei am Boden braten. ein paar Meter neben im Wald herrschen angenehme Temperaturen.

0A0G4FLK9CKZ4QC8
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Graz

im zubetonierten, Grünflächen befreiten Graz wird der Tummelplatz besprüht!
Super! Das wird uns eine ganz große Hilfe sein!

Possan
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bespruehter tummelplatz

danke fuer deinen kommentar! ich denke mir, man haette im zuge der revitalisierung dieses haesslichen platzes auch baeume pflanzen koennen. aber bitte, schauts auch den karmeliterplatz an... zugepflastert fuer diverse eventhallen. am jakominiplatz leiden kleine baeume an der postbushaltestelle vor sich hin vor allem im sommer.
zuerst haben wir alles umgebracht und jetzt wirds eng.... die natur laesst sich nicht kaufen und auch nicht zurueckholen. was das betrifft sollte unsere stadtregierung einmal umdenken.....aber hauptsache reihenhaussiedlungen und sonst sonderliche baukonstrukte werden ueberall hineingepfercht☹️, da kommens dann wahrscheinlich auch spruehen, wenn die billigflachdaecher zu gluehem beginnen....

0A0G4FLK9CKZ4QC8
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unsere Stadtregierung...

....denkt nur an die Kohle und die Kohle der Freunderl.
Unsere Gesundheit geht denen am Allerwertesten vorbei!
Aber auch Nagl und dieFreunderl werden sich in der Megahitze nicht wohl fühlen!

michtede
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Lieber brosinor

Die reichen haben ja das Geld für Klima Anlagen und Strom Rechnung ist für die nix

0A0G4FLK9CKZ4QC8
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Danke!

Danke an die Gierigen dieser Welt die uns das eingebrockt haben!
Aber auch sie werden von der Hitze nicht verschont bleiben das ist ein kleiner Trost.....

mario9433
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Die Gierigen sitzen auf allen Seiten

Geiz ist geil, deshalb gibt es die Reichen, Amazon und Co, Lohnarbeit in Asien, Transportkosten,.... WIR haben es in der Hand, die Kunden!