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Prozess begannStaatsanwältin wirft Weinstein schwere Sexverbrechen vor

Beweise würden zeigen, "dass dieser Mann ein Sexualstraftäter und Vergewaltiger ist", sagte Anklägerin Meghan Hast am Mittwoch bei ihrem Auftaktplädoyer im Prozess gegen den ehemaligen Filmmogul.

© APA (AFP)
 

Anklägerin Meghan Hast legte die Fälle von mehreren Frauen dar, die Weinstein sexuell bedrängt haben soll. Demnach habe er "seine Macht in der Unterhaltungsindustrie dazu genutzt, ihr Schweigen sicherzustellen". Die Staatsanwältin kündigte an, dass die mutmaßlichen Opfer ihre Geschichten der Angst und Erniedrigung während des Prozesses erzählen werden - "endlich werden ihre Stimmen gehört werden", so Hast.

In dem Prozess gegen Harvey Weinstein geht es um die Vorwürfe von zwei Frauen: Der heute 67-Jährige soll eine von ihnen 2006 zum Oral-Sex gezwungen und die andere 2013 vergewaltigt haben. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Insgesamt hatten mehr als 80 Frauen Weinstein in den vergangenen Jahren sexuelle Übergriffe vorgeworfen und damit die weltweite MeToo-Bewegung ausgelöst. Weinstein hatte immer wieder gesagt, die sexuellen Kontakte seien einvernehmlich erfolgt. Mit den Auftaktplädoyers am Mittwoch startete der Weinstein-Prozess nach mehr als zwei Wochen inhaltlich.

Weinstein hatte am Mittwoch beim Eintritt in den Gerichtssaal in Manhattan auf seine Gehhilfe aus den vergangenen Wochen zunächst verzichtet. Er ging kurz in der Früh auf einen Mitarbeiter seines Teams gestützt zu seinem Platz vor der Richterbank. Kurz danach eröffnete Richter James Burke die Sitzung, die nun in den inhaltlichen Teil startet.

Detailreiche Beschreibungen

Weinstein hatte immer wieder gesagt, die sexuellen Kontakte seien einvernehmlich erfolgt. Staatsanwältin Hast ging bei der Beschreibung dieser und auch anderer mutmaßlicher Taten Weinsteins am Mittwoch ins Detail. Sie beschrieb, wie Weinstein die Schauspielerin Annabella Sciorra vergewaltigt haben soll. Außerdem schilderte Hast, wie Weinstein sich mit seinen etwa 135 Kilo Körpergewicht auf eine zierliche Produktionsassistentin "gestürzt" haben soll, obwohl diese "Ich bin nicht interessiert" und "Nein" gesagt habe. "Nichts hat geholfen", sagte Hast.

Schließlich beschrieb die Anklägerin auch den Fall von Schauspielerin Jessica Mann und wie Weinstein gegen ihren Willen Oralverkehr an ihr ausgeübt und auch sie vergewaltigt haben soll. Er habe mit dem Versprechen von großen Rollen in seinen Filmen versucht, sie gefügig zu machen.

Während Hast über die mutmaßlichen Opfer in dem aufsehenerregenden Fall sprach, wurden auf einem großen Bildschirm im Gerichtssaal Fotos der Frauen gezeigt. Weinstein verhielt sich während des Plädoyers äußerlich ruhig, schaute manchmal Richtung Boden oder raunte einer Mitarbeiterin seines Teams etwas zu.

Die Verteidigung, die die zuletzt aufgeheizte Stimmung vor dem Gericht und eine angebliche Vorverurteilung ihres Mandanten beklagt hatte, soll ihr Eröffnungsplädoyer am Mittwochnachmittag (Ortszeit) halten.

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