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Situation spitzt sich zuBrände wüten: Australiens Premier Scott Morrison unter Beschuss

Für dieses Wochenende wird eine neue Zuspitzung der Lage erwartet, wenn die Temperaturen auf bis zu 46 Grad Celsius steigen sollen. Nahezu im gesamten Südosten des Landes gilt der Ausnahmezustand, Reservisten werden eingesetzt.

AUSTRALIA-WEATHER-FIRES
Premierminister Scott Morrison gilt als Kohle-Förderer und will die Klimapolitik nicht ändern © APA/AFP/POOL/JAMES ROSS
 

Extreme Hitze und starker Wind erschwerten den lebensgefährlichen Kampf gegen die verheerenden Buschbrände in Australien. Westlich der Millionenmetropole Sydney wurden 48,9 Grad erreicht, in der Hauptstadt Canberra 44 Grad, wie der Wetterdienst am Samstag mitteilte. Böen von bis zu 80 Stundenkilometern fachten die Flammen an.

Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe mobilisierte der massiv in der Kritik stehende Premier Scott Morrison 3.000 Reservisten der Streitkräfte, um die Feuerwehr zu unterstützen. Die Zahl der Toten stieg inzwischen auf 23, mehrere Menschen wurden außerdem vermisst. Es sei der erste Pflichteinsatz für Reservisten in der Geschichte des Landes, sagte Verteidigungsministerin Linda Reynolds. Australien erlebt nach Angaben der Behörden zudem die größte Evakuierungsaktion in Friedenszeiten: Zehntausende Menschen mussten allein im Südosten des Kontinentalstaates ihre Häuser auf der Flucht vor den Flammen verlassen.

Im Bundesstaat New South Wales (NSW), dessen Hauptstadt Sydney ist, wüteten rund 150 Feuer, im Bundesstaat Victoria (Hauptstadt Melbourne) sind es etwa 50. Einwohner posteten Fotos, auf denen zu sehen ist, wie dichte Rauchwolken den Sommer-Himmel am frühen Nachmittag verdunkeln. Zudem waren vielerorts Telefonleitungen gestört, Strom und Internet fielen aus. "Wir blicken auf eine lange Nacht, das Schlimmste steht uns noch bevor", sagte NSW-Regierungschefin Gladys Berejiklian. In beiden Bundesstaaten wurde der Notstand verhängt.

Im Victoria-Küstenort Mallacoota setzte die Marine die Bergung von Urlaubern und Bewohnern fort, die sich vor den Feuersbrünsten an den Strand gerettet hatten. Die bisher letzten Todesopfer waren auf der auch bei Touristen beliebten Kangaroo Island (Känguru-Insel) im Bundesstaat South Australia zu beklagen, wie der örtliche Regierungschef Steven Marshall mitteilte. Dort sei ein seit dem 20. Dezember brennendes Feuer gefährlich eskaliert. Auf Australiens drittgrößter Insel sei bereits eine 150.000 Hektar große Fläche verbrannt. Auch ein Besucherzentrum wurde ein Raub der Flammen.

Premierminister Morrison kündigte an, dass rund 20 Millionen australische Dollar (rund 12,45 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt werden sollen, um zusätzlich vier Löschflugzeuge zu leasen. Der 51-Jährige gilt als Kohle-Förderer. Er sieht die Brände als Naturkatastrophe und lehnt es ab, seine Klimapolitik deswegen zu ändern. Er wurde dafür kritisiert, dass er während der Krise nach Hawaii fuhr und musste seinen Urlaub abbrechen. Bei einem Besuch in einem Feuergebiet, in Cobargo, war er beschimpft worden.

Die Buschfeuer auf dem Kontinent wüten bereits seit Oktober. Mehr als fünf Millionen Hektar Land sind abgebrannt, das entspricht ungefähr der anderthalbfachen Fläche Belgiens. Wissenschafter schätzen, dass Hunderte Millionen Tiere umkamen.

Forscher der Universität Sydney berechneten mit Hilfe von älteren Zahlen der Umweltstiftung WWF zum Thema Landrodung, welche Folgen die Brände allein für den Bundesstaat New South Wales haben könnten. 480 Millionen Säugetiere, Reptilien und Vögel könnten dadurch verendet sein. Nach Angaben der Uni ist das noch konservativ geschätzt, wahrscheinlich seien es viel mehr. Schon im November berichteten Experten im Parlament von New South Wales, dass mindestens 2.000 Koalas bei den Feuern getötet worden seien.

Kommentare (5)

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scionescio
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Ich bin gerade sehr verwirrt ...

Die Tochter meines Nachbarn macht seit drei Wochen Urlaub in Australien und hat ihrem Vater mitgeteilt, dass es in Sydney maximal 27 Grad hat (ist ja auch Sommer dort) und sie in noch keiner anderen Stadt bzw. der Autofahrt dazwischen mehr als 30 Grad erlebt hat.
Laut Einheimischen sind die Buschfeuer etwas größer als gewöhnlich, weil sich mehrere Brandherde verbunden haben, aber man kann sich durchaus auch an größere Brände erinnern - sonderlich aufgeregt erscheint niemand, weil das jedes Jahr passiert.
Die 48,9 müssen an einem speziellen Ort gemessen worden sein oder man versucht wieder einmal etwas aufzubauschen und dramatisieren - ich frage mich nur wer das machen sollte und warum?

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schadstoffarm
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in Melbourne isses heiss ( i.e. westlich )

Australien is a bisserl größer. Dein Bruder im Geiste Morrison sieht das abfackeln von Kohle genauso entspannt wie du das oxidieren diverser Mineralölderivate.
Chillex, bisher ist noch jedes Feuer ausgegangen. Un wenn der Russ frei Haus geliefert wird spart man sich auch das inhalieren von Tabakrauch.

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ichbindermeinung
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und wo bleibt die internationale Hilfe....

Milliarden ohne Ende im Jahr werden für die klimaschädlichen Kriegswaffen und fürs Militär von den ganzen Ländern ausgegeben aber man ist gemeinsam nicht in der Lage einen Brand zu löschen....

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Enrique76
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Wenn Australien nicht will...

Internationale Hilfe muss a.) angefordert werden und b.) angenommen werden...

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petrbaur
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..

wir werden erst alles verlieren müssen bevor wir draufkommen das man geld nicht essen kann..

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