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HochwasserDammsystem MOSE soll Venedig schützen

Die Architektin österreichischer Abstammung Elisabetta Spitz wird für den Fertigbau des umstrittenen Dammsystems MOSE sorgen.

ITALY-WEATHER-VENICE
© (c) APA/AFP/FILIPPO MONTEFORTE
 

Nach dem Hochwasser in Venedig und der zunehmenden Forderung nach mehr Schutz für die Lagunenstadt vor den Auswirkungen des Klimawandels drückt die italienische Regierung auf das Gaspedal für die Fertigstellung des Dammsystems MOSE. So hat die Regierung die Architektin österreichischer Herkunft, Elisabetta Spitz, zur neuen MOSE-Kommissarin ernannt.

Die 66-jährige Römerin, Ex-Direktorin der staatlichen Liegenschafts-Agentur, soll dafür sorgen, dass das milliardenschwere Jahrhundert-Projekt MOSE bis 2021 fertiggebaut wird. Dabei handelt es sich um im Meeresgrund verankerte Barrieren, die sich bei Hochwasser automatisch aufrichten. Sie sollen das Meerwasser am Eindringen in die Lagune hindern.

Die Bauarbeiten für das Großprojekt hatten bereits 2003 unter der Regierung von Silvio Berlusconi begonnen. Korruptionsskandale, technische Schwierigkeiten und Finanzierungsengpässe hatten den ursprünglich 2017 geplanten Fertigbau jedoch verzögert. Bürgermeister Luigi Brugnaro ist der Ansicht, dass sich die Hochwasserschäden am Dienstag in Grenzen gehalten hätten, wäre das System bereits in Betrieb gewesen.

Venedig: Verheerendes Hochwasser in der Lagunenstadt

Ein enormes Hochwasser hat in Venedig nicht nur erhebliche Schäden verursacht, sondern auch den Tod von zwei Menschen gefordert.

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Wegen des starken Sturms zerschellten Boote in den engen Kanälen...

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...viele Gondeln waren schwer beschädigt.

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Bei den Verbindungen mit den Vaporetti, den Wasserbussen in Venedig, kam es zu erheblichen Problemen.

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Kurz vor Mitternacht stieg das Wasser - durch starken Wind - auf 187 cm über dem Meeresspiegel. Das sei der höchste Wert seit der verheerenden Überschwemmung im Jahr 1966, als 194 cm erreicht wurden, teilte die Kommune mit

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Der Markusplatz in der UNESCO-Welterbestadt war vollkommen überflutet.

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Touristen und Einheimische wateten zunächst noch in Gummistiefeln über den Platz, am Abend stieg das Wasser auf mehr als einen Meter. Nur noch die Polizei fuhr mit Booten über den Platz.

(c) AP (Luca Bruno)

Auch in den Markusdom drang das Wasser ein. Es habe unter anderem Schäden am Mauerwerk angerichtet, berichteten italienische Medien.

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Es ist das sechste Mal in der fast tausendjährigen Geschichte des Markusdom, dass Wasser in die Basilika eindrang. Vier Mal wurde der Dom in den vergangenen 20 Jahren überflutet, zuletzt im Oktober des Vorjahres.

(c) AP (Luca Bruno)

Auch in weitere Paläste und Gebäude drang das Wasser ein.

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(c) AP (Municipality of Venice)
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(c) AP (Andrea Merola)
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Spitz, die fließend Deutsch spricht, kennt Venedig gut. Zwischen 1992 und 1999 leitete sie ein Konsortium zum Schutz der bewohnten Gebiete der Lagunenstadt. 2009 wurde sie zur Beraterin der Hafenbehörde Venedig für den Entwurf eines Entwicklungsplans ernannt. Von 2013 bis 2018 war sie Geschäftsführerin der Gesellschaft Invimit, die das staatliche Immobilienvermögen verwaltet.

Notstand verhängt

Die italienische Regierung hat am Donnerstag den Notstand über Venedig verhängt. Damit werden Geldmittel für die Schadensbehebung freigesetzt. Ministerpräsident Giuseppe Conte kündigte nach einer Ministerratsitzung in Rom an, dass die Regierung 20 Millionen Euro für Soforthilfen locker mache.

Private können mit bis zu 5.000 Euro und Geschäftsleute mit bis zu 20.000 Euro rechnen. Später werde der Staat bei großen Schäden und nach eingehender Prüfung auch weitere Zahlungen leisten. "Wir werden Venedig nicht im Stich lassen", sagte Premier Conte, der am Donnerstag die überschwemmte Stadt besuchte.

Auf "mehrere Hunderte Millionen Euro" bezifferte der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, die Schäden in der Stadt, die jährlich Millionen Touristen anzieht. Der ehemalige EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani sprach mit EU-Kommissar Johannes Hahn (ÖVP), damit Venedig Hilfe aus dem europäischen Solidaritätsfonds erhalte. Laut dem Handelsverband Confesercenti haben 90 Prozent der Geschäfte und Handwerker der Innenstadt Schäden zu beklagen.

 

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