Nach dem verheerenden Hochwasser hat in Venedig am Donnerstag das große Aufräumen begonnen. Während das Meereswasser langsam zurückging, begannen die Bewohner und die Inhaber verwüsteter Geschäfte in der Innenstadt mit der Prüfung der Schäden, die die schwerste Überschwemmung seit 1966 hinterlassen hat. Premier Giuseppe Conte versprach Hilfe.

Bürger, die Schäden erlitten haben, sollen sofort eine Entschädigung von 5.000 Euro erhalten, bei Geschäftsinhabern soll der Beitrag auf 20.000 Euro steigen, berichtete Conte. Die Touristikbranche beklagte hohe Verluste. Unzählige hätten ihren Urlaub in der Lagunenstadt storniert.

Premier Conte traf am Mittwoch Walter Mutti, Inhaber eines Zeitungskiosks, der am Dienstagabend vom Wind in den Giudecca-Kanal gefegt wurde. Der weggerissene Stand ist zum Symbol der Katastrophe in Venedig geworden."Die Regierung ist präsent, wir werden niemanden allein lassen", versicherte der Regierungschef.

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Premier Conte macht sich vor Ort ein Bild und verspricht schnelle Hilfe
© (c) APA/AFP/Palazzo Chigi press office/FILIPPO ATTILI (FILIPPO ATTILI)

Umstrittenes Dammprojekt

Inzwischen tobt in Venedig ein Streit um das umstrittene Dammprojekt "Mose", das seit Jahren geplant, aber immer noch nicht fertig ist. Die Bauarbeiten hatten 2003 begonnen, doch das Infrastrukturprojekt soll erst 2021 in Betrieb gehen. Beim Projekt "Mose" handelt es sich um im Meeresgrund verankerte Barrieren, die bei den drei Laguneneingängen das Meerwasser am Eindringen hindern sollten.

Der italienische Umweltminister Sergio Costa beklagte eine "Tropikalisierung" des Klimas in Italien. Dies führe zu orkanartigen Winden und tropischen Niederschlägen, wie sie Italien bisher noch nie erlebt hatte. Neben Venedig gab es dieser Woche auch in den Adria-Regionen des Südens schwere Schäden.