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Huhn statt SchweinWirbel um islamfreundliche Tortellini

Gerichte in einer Suppenküche, die auch Muslime zu sich nehmen können, sorgen derzeit für Debatten in Italien.

Sujetbild © Herby ( Herbert ) Me - Fotolia
 

Polemik löste der Beschluss der Erzdiözese Bologna aus, für die am Freitag geplanten Feierlichkeiten zu Ehren des Schutzpatrons der Stadt, des heiligen Petronius, den Gästen von Suppenküchen Tortellini mit Füllung aus Hühner- statt aus Schweinefleisch zu servieren.

Dieser Beschluss sei aus Respekt vor den islamischen Migranten ergriffen worden, die laut ihrer Tradition nicht Schweinefleisch essen können, verlautete es aus der Diözese Bologna.

 

 

Tortellini

Tortellini, eine Spezialität von Bologna, sind gefüllte ringförmige Teigwaren. Die traditionelle Füllung besteht aus einer Mischung von Schweinefleisch, Parmaschinken, Mortadella, Parmesankäse, Eier und Muskatnuss.

Salvini verärgert

Der Chef der rechten Lega und Ex-Innenminister Matteo Salvini reagierte verärgert auf die Nachricht, dass in Bologna Tortellini mit Hühnerfleisch serviert werden: "Der Bischof von Bologna radiert mit dieser Maßnahme einfach unsere Geschichte und Tradition aus", kritisierte Salvini.

Prompt kam die Reaktion des Erzbischofs von Bologna, Matteo Zuppi. Es sei eine normale Regel der Gastfreundlichkeit, dafür zu sorgen, dass alle Gäste an einem Fest teilnehmen können - auch jene Personen, die aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch zu sich nehmen wollen, sagte der Bischof.

Im Kreuzfeuer

In Italien wird zurzeit auch um das Thema des Kruzifixes in den Schulklassen gestritten. Die Bischofskonferenz CEI reagiert kritisch auf die Worte des italienischen Bildungsministers Lorenzo Fioramonti, der sich für die Entfernung von Kruzifixen aus allen Schulklassen in Italien ausgesprochen hat.

"Das Kreuz in den Schulkassen ist kein Symbol, das Konflikte nähren sollte. Im Gegenteil, hier geht es nicht um eine Frage der Religion, sondern der Zivilisation. Christentum bedeutet Aufnahme von Ausländern und Integration", kommentierte der Generalsekretär der CEI, Bischof Stefano Russo. Lega-Chef Salvini reagierte auch hier ärgerlich: "Hände weg vom Kruzifix, das Teil unserer Kultur und Identität ist."

 

Kommentare (9)

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Musicjunkie
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Was bin ich froh, das ich mit Religion nichts am Hut habe, sonst müsste ich mich doch glatt mit solch überflüssigem Stumpfsinn auseinandersetzen.

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hermannsteinacher
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Wer wird denn gutes Gratis-Essen kritisieren!?



Kruzifixe sollten durch einfache Kreuze ersetzt werden.

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tomtitan
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Appeasement vom

Feinsten....

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Mein Graz
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@tomtitan

Oder ein Zeichen des gegenseitigen Respekts.

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lombok
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@Mein Graz

Ja, gegenseitiger Respekt sollte wirklich erwartet werden! GEGENSEITIGER! Du meinst also, wir sollten uns erwarten können, in Istanbul gefälligst einen Schweinefleisch-Döner bestellen zu können?

Ganz ehrlich: Ich käme niemals auf die Idee, wenn ich in einem fremden Land bin (und ich bin es beruflich sehr oft und lebte zB lange Zeit in Indonesien), dass man sich dann kulinarisch oder auch religiös nach mir richten müsste.

Ich will hier mit Dir jetzt wirklich nicht "anecken", sondern ernsthaft und ohne Zynismus schreiben - eine Antwort am selben Level würde mich freuen. Findest Du wirklich, dass es sein muss, dass traditionelles und landestypisches Essen (konkret Tortellini) wegen eines anderen Glaubens geändert werden muss? Ich gebe zu, dass ich Tortellini durchaus auch mit Huhn gut finden dürfte - warum nicht. Aber wenn ich Moslem bin, dann esse ich diese Tortellini halt nicht - meine Güte, muss das alles sein? Es schürt doch immer mehr und mehr Spaltung und Hass in unserer Gesellschaft. Jedes Land hat seine Werte und Kultur - und die sollte bewahrt bleiben. (Wobei diese Tortellini-Sache ja lächerlich ist, im Vergleich zu anderen Aktivitäten wie Kruzifix-Verbot an unseren Schulen usw). Gegenseitiger Respekt sieht doch anders aus, oder?

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Mein Graz
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@lombok

Auch ich bin sehr häufig im Ausland und esse dann das, was es dort gibt - allerdings bin ich an keinerlei Religionsvorschriften gebunden. Die Ge- und Verbote gibt es ja nicht nur im Islam, sondern auch bei Juden oder auch Christen (wie etwa kein Fleisch am Freitag). Und diese Vorschriften respektiere ich.

Tortellini waren ursprünglich mit Schweinefleisch gefüllt, das steht außer Frage. Es ist allerdings in den letzten Jahrzehnten durchaus üblich geworden, diese Teigwaren auch mit anderen Füllungen, etwa Rindfleisch, Gemüse, Käse oder sogar Fisch anzubieten. Also ist es m.E. kein so großer Traditionsbruch, wie einem hier durch den italienischen Populisten Salvini suggeriert wird!

Klar, die Gäste könnten darauf verzichten, die mit Schweinefleisch gefüllten Tortellini zu essen. Dann stellt sich aber die Frage: gibt es in den Suppenküchen eine Alternative?
Und: will man den Gästen ein traditionelles Gericht in abgewandelter Form anbieten, damit sie die heimische Küche genießen können?

Ein richtiger Witz bei solchen Diskussionen ist, dass es faktisch fast nie Forderungen nach etwa "kein Schweinefleisch" oder "kein Kruzifix" von den moslemischen Mitbürgern sind, sondern fast immer Angebote von Nicht-Moslem. Und dann wird darüber spekuliert, dass der Respekt einseitig sei?

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lombok
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@meingraz

Stimme Dir zu ... Du hast da ebenso recht wie wohl auch ich. Schönen Abend in "deingraz" 😃

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Mein Graz
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@lombok

Sicherlich hast du auch in vielen Dingen recht. Jedes Ding hat 2 Seiten, und ich muss mich manchmal an der Nase nehmen, nicht nur "meine" Seite zu sehen - ich bemühe mich!
Dir auch noch einen schönen Abend!

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tomtitan
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@lombok: danke -

damit ist alles gesagt!

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