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Klimagipfel in New York"Auch Politiker sollten Aktivisten sein"

Anika Dafert, 17-jährige Vertreterin der "Fridays-for-Future"-Bewegung, begleitet Van der Bellen beim Klima-Jugendgipfel in New York.

++ HANDOUT ++ UNO-VOLLVERSAMMLUNG: GEBALLTE �STERREICH-PR�SENZ IN NEW YORK
Alexander Van der Bellen und Anika Dafert © (c) APA/BUNDESHEER/CARINA KARLOVITS
 

Am Samstag steigt in New York im Vorfeld des UNO-Klimagipfels der "Youth Climate Summit". Daran nimmt auch die Salzburger Schülerin Anika Dafert teil. Gemeinsam mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der den Altersschnitt wohl etwas heben wird. Am Flug zum "Big Apple" gab sich die 17-Jährige kämpferisch: "Politiker sollten eigentlich auch Aktivisten sein, sie müssen endlich aktiv werden."

Obwohl sich die Vertreterin der "Fridays-for-Future-Bewegung" natürlich freut, dass sie ausgewählt wurde, gemeinsam mit dem fast 60 Jahre älteren Staatsoberhaupt zum UNO-Großereignis zu reisen, fand sie am Weg nach New York auch strenge Worte für die Politiker-Kaste. Trotz ihrer Jugend hat sie nämlich schon eine traurige Erfahrung gemacht: "Es fehlt oft der politische Wille, etwas anzupacken."

Netto-Null als Ziel

So habe UNO-Generalsekretär Antonio Guterres jenen Staats- und Regierungschefs der 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, die am Montag beim offiziellen UNO-Klimagipfel im Vorfeld der UNO-Generaldebatte dabei sein werden, doch eine "Hausaufgabe" aufgetragen: "Dass von jedem Land ein klarer Plan mitgebracht wird, sodass man bis Mitte des Jahrhunderts global auf Netto-Null kommt bei den Treibhausgasen. Was für Österreich ja heißt, dass das früher sein müsste. Wegen unseres historischen CO2-Fußabdrucks."

Doch habe es Österreich bisher nicht geschafft, einen "Nationalen Energie- und Klimaplan" zu erstellen, wie er von der EU eigentlich vorgesehen wäre. "Das ist doch ziemlich kritisch, dass wir nach New York gar keinen Plan mitnehmen", ärgerte sich die junge Radstädterin, die sich an und für sich gerade im beginnenden Maturastress ("Ich habe meine Vorwissenschaftliche Arbeit im Flieger mit") befindet. Dabei hätten Wissenschafter für Österreich ja sogar schon Pläne erstellt, die sogar über die EU-Ziele hinausgehen würden. "Man müsste die Pläne nur umsetzen."

Sie habe in den vergangenen Wochen und Monaten mit mehreren der wichtigsten Politikerinnen und Politikern in Österreich geredet, berichtete Anika Dafert. Irgendwann würden dann aber immer dieselben Argumente kommen: "Dafür bin ich nicht zuständig. Das kann ich nicht ändern." Da würden sich für sie und ihre Aktivisten-Kolleginnen und -Kollegen schon einige Fragen stellen, meinte die 17-Jährige: "Wer kann es dann ändern? Wer kann in seinem Amt wirklich etwas machen? Wer ist dafür zuständig und übernimmt aktiv die Verantwortung und sagt: 'Das machen wir jetzt!'?"

Globaler Klimastreik: Die besten Impressionen

Die Streikenden, hauptsächlich junge Menschen, forderten die Erwachsenen auf, sofort Klima-Maßnahmen zu ergreifen.

 

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Weltweit sind am Freitag mehr als 5.000 Protestaktionen geplant.

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Und schließlich Bilder aus New York, wo Klimastreik-Ikone Greta Thunberg mitmarschierte.

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"Dann mach's eben ich"

So gesehen könnten sich die Erwachsenen in der Politik ein Beispiel an den "Fridays-for-Future"-Jugendlichen nehmen, glaubt Anika und nannte sich selbst als Beispiel: "Ich habe in Salzburg immer wieder geschaut, ob es schon Klimastreiks gibt. Und es hat nichts gegeben. Da habe ich gesagt: 'Dann mach's eben ich!'"

Immerhin würden Politiker ja dafür bezahlt, dass sie Dinge umsetzen sollen. Problematisch sei aber auch, dass diese oft nur so weit denken würden, "wie der Zeitraum ist, wo sie gewählt werden könnten." Doch müssten Politiker auch "zeitlich über den Tellerrand schauen". Nachsatz: "Weil es um unsere Zukunft geht."

Vom Jugend-Klimagipfel am Samstag in New York, bei dem Van der Bellen am Nachmittag im Rahmen eines "Intergenerational Dialogue" bei einer Podiumsdiskussion auch Fragen aus dem Publikum beantworten wird, wünscht sich Anika, dass "sich die jungen Leute" aus aller Welt "vernetzen". "Ich erhoffe mir, dass ich mit viele anderen Aktivisten ins Reden komme, dass ich Kontakte kriege und dass wir gegenseitig Ideen austauschen, was wir konkret machen können."

Der Tatsache, dass die "Fridays-for-Future"-Bewegung mit ihren freitägigen Schulstreiks von manchen auch kritisch beäugt wird, ist sich Anika bewusst. "Manche sagen, wir sollten lieber in die Schule gehen oder etwas arbeiten." Doch halte sich die Kritik in Grenzen. Zudem sei sie oft auch darauf zurückzuführen, dass viele Leute gar nicht wüssten, "was wir genau machen." Sie seien dann oft erstaunt, "wie gut wir uns auskennen." Dabei würden sich die Jugendlichen auch aus eigenem Antrieb weiterbilden. Und zwar im Rahmen der Aktion "Das streikende Klassenzimmer", wie Anika berichtete. "Da laden wir Wissenschafter zu den Streiks ein, damit sie Vorträge halten."

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