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Louisiana wappnet sich Tropensturm "Barry" erreicht die Südküste

Der Tropensturm "Barry" nimmt Fahrt auf und trifft mit bis zu 115 km/h auf die US-Küste. Behörden in Louisiana befürchten verheerende Überschwemmungen.

Nicht der Sturm an sich, die Wassermassen werden zum Problem: Die Meldungen von Überflutungen nehmen zu © AP
 

14 Jahre nach "Katrina" befürchten US-Meteorologen einen Hurrikan mit "lebensgefährlichen Überflutungen" im US-Bundesstaat Louisiana. Der Tropensturm "Barry" traf am Samstag auf die US-Küste, wie das US-Hurrikan-Zentrum (NHC) mitteilte.

"Barry" war bereits zu einem Hurrikan hochgestuft worden. Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami teilte am Samstag mit, "Barry" erreiche inzwischen Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde und sei damit ein Hurrikan der untersten Kategorie eins. Beim Auftreffen auf die Küste in der Stadt Intracoastal City westlich von New Orleans schwächte er sich wieder zum Tropensturm ab. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag den nationalen Notstand für Louisiana ausgerufen. Experten betonten, nicht die Windstärke, sondern die Wassermassen, die der Sturm an Land trage, seien das Gefährliche an "Barry". Sie erwarten in den kommenden Tagen große Regenmengen und Sturmfluten in der Region

Nach Angaben der Meteorologen hatte "Barry" in der Nacht auf Samstag eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern. Als Hurrikan gilt ein Sturm ab einer Stärke von 119 Stundenkilometern.

Die Behörden in Louisiana beschleunigten die Evakuierungsmaßnahmen. Mehrere Fluglinien stellten ihre Flüge nach New Orleans ein. Im Tiefland um Plaquemines Parish im Süden verließen Tausende ihrer Häuser. Küstenwache, Feuerwehren und andere Rettungsdienste standen bereit. Die Nationalgarde von Louisiana aktivierte auf Anweisung von Gouverneur John Bel Edwards rund 3.000 Reservisten, die sich mit Helikoptern sowie Booten und anderen Wasserfahrzeugen an verschiedenen Punkten positionierten. 

Einige Bewohner von Plaquemines Parish weigerten sich trotz der Evakuierungspflicht, ihr Zuhause zu verlassen. Der 60-jährige Mechaniker Keith Delahoussaye sagte: "Wir sind während einiger heftiger Stürme geblieben, obwohl wir es nicht hätten sollen." Er beobachte aber den Anstieg des Mississippi-Pegels, sagte Delahoussaye: "Wenn das Wasser steigt, gehen wir."

Der Pegel des Mississippi erreichte in New Orleans bereits eine Höhe von 5,18 Metern - und damit Hochwasserstand. Der Fluss sollte Meteorologen zufolge auf bis zu 5,79 Meter anschwellen. New Orleans ist durch 6,10 Meter hohe Deiche geschützt.

Hurrikan "Katrina"

Der verheerende Hurrikan "Katrina" hatte im August 2005 rund 80 Prozent von New Orleans überflutet. Etwa 1.800 Menschen starben damals, hunderttausende mussten ihre Wohnungen verlassen. Nach den Statistiken der US-Behörden war "Katrina" mit einem Schaden von 150 Milliarden Dollar (133 Milliarden Euro) die teuerste Naturkatastrophe in der US-Geschichte.

Der Gouverneur von Louisiana, John Bel Edwards, erklärte, New Orleans und seine 400.000 Einwohner seien gut auf den Sturm vorbereitet. Er mahnte die Menschen jedoch zur Vorsicht. "Niemand sollte diesen Sturm auf die leichte Schulter nehmen. Ich bitte alle dringend darum, informiert zu bleiben", schrieb Edwards im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die Bürgermeisterin von New Orleans, LaToya Cantrell, hatte die Bürger am Freitagabend dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Der Partystimmung in der für ihr Nachtleben berüchtigten Metropole taten die Warnungen jedoch keinen Abbruch. Im Viertel French Quarter tranken Nachtschwärmer am Freitag "Hurrikan-Cocktails" und zogen singend durch die Straßen.

NHC warnte vor "verbreiteten schweren Überflutungen" in Flussgebieten. Ein großer Teil der Golfküste, vor allem aber Louisiana, weise bereits einen "extrem hohen Pegelstand" auf, erklärte die Expertin Jill Trepanier von der Louisiana State University. "Die heftigen Regenfälle und eine mögliche heftige Sturmflut könnten zu gefährlichen Sturzfluten führen", sagte Trepanier weiter.

Ein für Sonntag geplantes Konzert der "Rolling Stones" in New Orleans wurde wegen "Barry" um einen Tag verschoben. "Wir sind bei euch - wir stehen das mit euch durch", schrieb die Band an ihre Fans.

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