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Sexueller MissbrauchKlagen gegen Pariser Papstbotschafter Ventura

Die mutmaßlichen Opfer sexueller Übergriffe wollen einen vatikanischen Prozess gegen den Nuntius Luigi Ventura erreichen.

Mathieu De La Souchere, Edmond Frety
Mathieu De La Souchere, Edmond Frety © (c) AP (Domenico Stinellis)
 

Zwei mutmaßliche Opfer sexueller Übergriffe in Frankreich haben den Nuntius in Paris, Erzbischof Luigi Ventura, im Vatikan verklagt. Sie wollten erreichen, dass es einen vatikanischen Prozess gegen den 74-jährigen Diplomaten und Geistlichen gibt, berichtete die Zeitung "La Croix" am Freitag laut Kathpress.

"Wir ziehen eine Gerichtsverhandlung im Vatikan aber nicht einer Gerichtsverhandlung in Frankreich vor", wird einer der Kläger, Mathieu de la Souchere, zitiert. Die mutmaßlichen Opfer hatten auch bereits Klage in Paris eingereicht. Dort ruht der Prozess laut der Zeitung, weil der Nuntius unter diplomatischer Immunität stehe.

Offene Ohren

De la Souchere wirft dem Nuntius vor, ihn beim Neujahrsempfang der Pariser Bürgermeisterin im Jänner mehrmals unsittlich berührt zu haben. Er wurde dem Bericht zufolge am Mittwoch gemeinsam mit einem anderen mutmaßlichen Opfer im Vatikan vom Leiter des Kinderschutzzentrums an der Gregoriana-Universität in Rom, Hans Zollner, empfangen. Dieser habe sehr aufmerksam zugehört und nicht versucht, den Vorfall kleinzureden, sagte de la Souchere "La Croix".

Der Nuntius hatte im Mai die mutmaßlichen Missbrauchsopfer getroffen und war auf eigenen Wunsch von der Polizei vernommen worden. Er ist seit 2009 Vatikan-Gesandter in Frankreich. Zuvor war er Papstbotschafter in mehreren afrikanischen Ländern, Chile und Kanada. "La Croix" berichtet zudem über einen Bischof aus Ostfrankreich, den Ventura unsittlich berührt haben soll. Erwähnt werden auch mögliche mutmaßliche Fälle in Kanada und Chile.

Gemäß einem Gesetz vom Juli 2013 kann die Justiz des Vatikanstaates auch über Straftaten urteilen, in denen Vatikan-Bedienstete ihre Macht im Ausland missbraucht oder ihre Pflichten verletzt haben. Das war 2018 der Fall, als ein Berater der Nuntiatur in Washington wegen Kinderpornografie zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

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