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Große Ungleichheit Ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt fast die Hälfte des weltweiten Vermögens

Die Ungleichheit sei unmoralisch, ökonomisch unsinnig und gefährde den Zusammenhalt der Gesellschaften, warnt die Hilfsorganisation Oxfam und fordert die großen Wirtschaftsnationen zum Handeln auf.

Sujetbild © Monstar Studio - stock.adobe.com
 

Die Hilfsorganisation Oxfam hat die Gruppe der großen Wirtschaftsnationen (G-20) aufgefordert, mehr gegen die soziale Ungleichheit in der Welt zu tun. Vor dem G-20-Gipfel am Freitag und Samstag in Osaka hob Oxfam-Sprecher Jörn Kalinski am Dienstag in Berlin hervor, dass ein Prozent der Weltbevölkerung fast die Hälfte des weltweiten Vermögens besitze. "Das ist ein unglaublicher Skandal."

Es sei unmoralisch, ökonomisch unsinnig und gefährde den Zusammenhalt der Gesellschaften. "Extreme Ungleichheit ist der Nährboden für Gewalt und diktatorische Strömungen."

Oxfam forderte ein Umdenken. Die wachsende Ungleichheit sei das Resultat einer Politik, die gerade auch von der G-20 gemacht worden sei, sagte Kalinski. Das Thema müsse oben auf die Tagesordnung gesetzt werden. Auch sei eine eigene G-20-Arbeitsgruppe dazu überfällig. Ein Grund für die soziale Ungleichheit seien ungerechte Steuersysteme. "Reiche Personen und multinationale Unternehmen drücken sich um ihren fairen Beitrag für das Gemeinwohl."

Steueroasen

Internationale Konzerne zahlten heute immer noch weniger Steuern als vor der globalen Finanzkrise 2008 und brächten 40 Prozent ihrer Auslandsprofite in Steueroasen. Allein den Entwicklungsländern gingen so jährlich 100 Milliarden US-Dollar (87,77 Mrd. Euro) verloren. Oxfam begrüße die Reformvorschläge der G-20-Finanzminister für eine globale Mindeststeuer für Großkonzerne oder Internetriesen wie Google und Facebook, die nach geltenden Regeln leicht Steuern vermeiden könnten.

Die Mindeststeuer müsse "ambitioniert" sein, forderte Kalinski. Auch seien mehr Steuerrechte für Entwicklungsländer nötig. Es biete sich so die Chance, Steuervermeidung zu stoppen und den "ruinösen internationalen Steuerwettlauf" zu beenden. Es gehe um einen Schritt zu einem gerechteren Steuersystem, in dem auch arme Länder ihren fairen Anteil an Steuereinnahmen beanspruchen und diese Mittel für Armutsbekämpfung und soziale Systeme einsetzen könnten.

Die deutsche Regierung müsse mit gutem Beispiel vorangehen und in Europa ihre Blockade einer öffentlichen, länderbezogenen Berichterstattung von Konzernen über Gewinne und darauf gezahlte Steuern beenden, so Kalinski. Die "Gruppe der 20", deren Staats- und Regierungschefs in Osaka zusammenkommen, vereint zwei Drittel der Weltbevölkerung, 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 75 Prozent des Handels.

 

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Danke für Ihr Verständnis.

brosinor
1
5
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das weiß man doch eh längst!

Glaubt die KLZ dass sich die Situation ändert nur weil das schon fast täglich in den Medien wiedergekäut wird?

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Pollheim
2
9
Lesenswert?

Was soll man dazu noch sagen?

Oxfam erstellt diese Studien schon seit Jahren, aber leider hat es diese traurige und zugleich gefährliche Entwicklung, noch nicht in die Köpfe der Politik und Industrie geschafft. Eher im Gegenteil. Durch fake News und Populismus wird der armen Gesellschaftsschicht noch eingetrichtert, dass es besser für sie ist, wenn sie auf die noch ärmer draufhauen. (Bsp. Ausländer, Mindestsicherung...) Kurz und Strache sind Experten auf diesem Gebiet und haben mit diesem Wissen, Millionen zum oberen reichen Prozent verschoben. Ist auch verständlich, weil die Parteispenden an Kurz müssen sich ja auch für die Spender rentiere.

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