UNO-Generalsekretär António Guterres unterstützt die Idee, den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid zu besteuern. Die Notwendigkeit dafür sei angesichts der Erderhitzung für ihn offensichtlich, sagte der Portugiese in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der "Süddeutschen Zeitung". Doch müssten die Bürger über eine Umlage an anderer Stelle entlastet werden, um Akzeptanz zu schaffen.

"Wenn wir den Menschen jetzt sagen, ihr sollt noch mehr Steuern zahlen, werden sie das ablehnen. Aber wenn wir zum Beispiel die Einkommensteuer senken und als Ausgleich eine Kohlenstoffsteuer erheben, hätte niemand weniger Geld in der Tasche", sagte der portugiesische Ex-Premier. Es müsse so angegangen werden, dass die öffentliche Meinung es nachvollziehen könne, und auch so, dass Populisten es nicht glaubwürdig bekämpfen könnten. "Das ist das Thema, dem ich mich derzeit mit Haut und Haaren verschreibe", unterstrich der Sozialist.

Umstritten

In vielen Ländern ist eine CO2-Steuer, für die sich etwa auch der sozialdemokratische Spitzenkandidat bei der Europawahl, Frans Timmermanns, aussprach, umstritten. Diese würde den Ausstoß des wichtigsten Treibhausgases CO2 etwa beim Autofahren und Heizen verteuern, damit die Menschen mehr auf den Klimaschutz achten und sparsame Autos und Heizungen gefördert werden.

Guterres sagte, die Vereinten Nationen wollten die Führungsrolle in der Klimadebatte übernehmen, "da bin ich wild entschlossen". Es handle sich um das bestimmende Thema dieser Zeit, "und hat absolute Priorität".