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Essensrationen drastisch gekürztZehn Millionen Menschen in Nordkorea droht Hunger

Die Essensvorräte in Nordkorea reichen nicht bis zur nächsten Ernte. Zur Versorgung der Bevölkerung fehlen rund 1,4 Millionen Tonnen Nahrungsmittel.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un 2016 bei einer Farminspektion
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un 2016 bei einer Farminspektion © APA/AFP/KCNA
 

Das international isolierte Nordkorea hat nach UNO-Angaben wegen Ernteausfällen die Lebensmittelrationen für Millionen hilfsbedürftige Einwohner drastisch reduziert.

Die Rationen seien auf dem niedrigsten Stand für diese Jahreszeit und müssten ohne internationale Hilfe womöglich noch weiter verringert werden, heißt es in einem Bericht, den die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) und das Welternährungsprogramm (WFP) am Freitag in New York vorstellten.

Für den Bericht waren Experten der beiden UN-Organisationen im November 2018 sowie diesen April nach Nordkorea gereist. Sie hatten in ländlichen und städtischen Regionen des kommunistisch regierten Landes staatliche landwirtschaftliche Betriebe und Lebensmittel-Ausgabestellen besucht.

Die UN-Experten stellten dabei fest, dass die Lebensmittelrationen, von denen ein großer Teil der Bevölkerung abhängt, im Jänner auf täglich 300 Gramm pro Person gekürzt wurden. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch 380 Gramm für die Hilfsbedürftigen gegeben. Viele Familien bekämen sehr proteinarme Kost und lebten die meiste Zeit von Reis und Kimchi, dem landestypischen vergorenen Weißkohl.

Immer wieder Lebensmittelengpässe 

Die verschärften Lebensmittelrationierungen seien "besorgniserregend, weil viele Gemeinden bereits anfällig sind und jede weitere Kürzung der schon jetzt minimalen Lebensmittelrationen sie tief in eine Hungerkrise stürzen könnte", sagte der Co-Leiter der Nordkorea-Mission von FAO und WFP, Nicolas Bidault. Überdies bestehe die Befürchtung, "dass bei Fehlen von substanzieller Hilfe von außen die Rationen in den entscheidenden Monaten Juni bis Oktober weiter gekürzt werden".

In den 90er-Jahren waren während einer schweren Hungersnot in Nordkorea hunderttausende Menschen gestorben. Das Land leidet seit Jahrzehnten immer wieder an Lebensmittelengpässen. Der Westen macht die Führung in Pjöngjang dafür verantwortlich, die unter anderem viel Geld in das Atom- und Raketenprogramm des Landes stecke. Die deswegen verhängten internationalen Sanktionen treffen auch die nordkoreanischen Landwirte hart, weil es an Maschinenteilen und Treibstoff fehlt.

In dem UN-Bericht heißt es, eine "humanitäre Intervention" in Nordkorea sei angesichts der aktuellen Versorgungskrise "dringend erforderlich". Die UNO hat für Nordkorea für 2019 einen Hilfsappell im Umfang von 120 Millionen Dollar (107,03 Mio. Euro) gestartet, aber bisher nur sechs Prozent der Summe erhalten. Ein Großteil davon kam von Russland.

Kommentare (3)

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duerni
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Trotz UN-Bericht, welcher eine "humanitäre Intervention" in Nordkorea ........

..... anmahnt - die Nordkoreaner müssten sich selbst helfen. Humanitäre Hilfe von aussen stärkt letztlich nur den Diktator. Die Geisel Kommunismus ist noch nicht ausgerottet. Auch in Venezuela leiden Menschen große Not und die Welt muss notgedrungen zusehen. Diktatoren abzusetzen funktioniert nur militärisch - durch eine Armee aus Exil-Venezolanern. Ein desertierter Militär in Venezuela ersuchte um Waffen und sagte: "den Rest erledigen wir selbst".

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Geerdeter Steirer
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Aber Kriegswaffen und Drohungen

am laufenden Band sind traurige aber wahre Realität!

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GordonKelz
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UND NIEMAND AUF DER WELT....

...scheint in der Lage, dagegen etwas zu tun, was für Auswüchse der Politik....
Gordon Kelz

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