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50-fache Mordanklage"Christchurch-Shooter" erstmals vor dem Richter

Die Mordanklage in 50 Fällen steht – heute muss sich der Mann, der am 15. März in Neuseeland wie besessen mordete, erstmals vor einem Richter verantworten.

In Neuseeland herrscht weiter Bestürzung vor
In Neuseeland herrscht weiter Bestürzung vor © (c) AP (Mark Baker)
 

Seit gestern ist klar, dass dem Attentäter von Christchurch offiziell 50-facher Mord vorgeworfen wird. Heute soll sich der Ex-Fitnesstrainer in Neuseeland erstmals vor einem Richter verantworten. Geplant war die Zuschaltung per Video. Kurz nach dem Massaker in zwei Moscheen war der 28-Jährige in das Hochsicherheitsgefängnis Paremoremo in Auckland gebracht worden. Neben der 50-fachen Mordanklage wird ihm versuchter Mord in 39 Fällen zur Last gelegt. Gemessen an der Tat kann es nur "lebenslang" geben, so Beobachter.

Seit dem 15. März versucht das Land, gestützt von seiner Regierungschefin Jacinda Ardern, Abstand zur Tat zu gewinnen, ohne dabei auf Bewusstseinsbildung für die Zukunft zu verzichten. Der Beginn des eigentlichen Prozesses, der der elementarste in Neuseelands Geschichte werden dürfte, ist noch offen. Auf legistischer Ebene hat sich seit der Attacke einiges getan: Der Besitz von halbautomatischen Waffen, wie sie der Schütze eingesetzt hat, ist mittlerweile verboten.



Auch der große Nachbar Australien griff durch, allerdings auf anderer Ebene: Das dortige Parlament hat entschieden, dass große Internet-Unternehmen, die Videos von Terrorangriffen verbreiten, mit hohen Pönalen bestraft werden können. Mehr noch – deren Manager könnten sogar Haftstrafen ausfassen. Laut der australischen Regierungsangaben kann man nun als erster Staat der Welt auf derart strengen Gesetze zurückgreifen.

Der Angreifer hatte mit Helmkamera, schusssicherer Weste und diversen Waffen ausgerüstet, das Morden bewusst zum Multimedia-Spektaktel hochinszeniert. Ein insgesamt 17-minütiges Video der Tat wurde per Facebook live ins Netz übertragen. Erst nachdem die Übertragung beendet worden war, wies ein User das Netzwerk auf die Abscheulichkeit hin. Parallel dazu veröffentlichte der Attentäter ein 74-seitiges, wirres, aber in seiner Schlagrichtung als rassistisch-rechtsradikale Machwerk höchst eindeutiges Hass-Pamphlet.

Der Angeklagte hatte, wie mittlerweile belegt ist, Anfang Dezember aus Ungarn kommend auch Österreich bereits. Zuvor hatte er offenbar mehrfach an die rechtsextreme Organisation "Generation Identitaire" Spendenbeträge überwiesen. Die Polizei spricht derweil von "Terror-Angriffen", weitere Anklagen sind möglich.

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