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Sündenfall Missbrauch2.200 Missbrauchsanzeigen seit 2013 im Vatikan eingetroffen

Eine genaue Zahl der Priester, die Franziskus seit Beginn seines Pontifikats wegen Missbrauchs von ihren Rechten und Pflichten enthoben hat, ist nicht bekannt.

Demonstration vor dem Vatikan
Demonstration vor dem Vatikan © (c) APA/AFP/VINCENZO PINTO (VINCENZO PINTO)
 

Seit dem Beginn des Pontifikats von Papst Franziskus im März 2013 sind im Vatikan 2.200 neue Anzeigen wegen Kindesmissbrauchs durch Geistliche eingetroffen. Dies berichtet das italienische Nachrichtenmagazin "L'Espresso" in seiner Sonntagsausgabe. Auszüge aus der Reportage wurden am Samstag von der römischen Tageszeitung "La Repubblica" veröffentlicht.

Seit 2010 sei die Zahl der Anzeigen im Vatikan kontinuierlich gestiegen. "Dieser Trend könnte ein stärkeres Vertrauen in die kirchliche Justiz seitens der Opfer bezeugen", erklärte der Autor der Reportage, der bekannte italienische Enthüllungsjournalist Emiliano Fittipaldi, der Zahlen aus dem Disziplinarbüro der Glaubenskongregation veröffentlichte.

Opfer machen mobil: Demonstrationen gegen Missbrauch in der Kirche

An einem viertägigen Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan beteiligen sich 190 offizielle Teilnehmer.

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Opferschutzverbände und selbst Betroffene fordern null Toleranz, was Missbrauch in der katholischen Kirche betrifft - und Aufarbeitung aller bereits geschehenen Taten.

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Sie fordern von Papst Franziskus und den Kirchenoberen konkrete Ergebnisse am Ende der Konferenz.

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Das Kirchenoberhaupt will die Bischöfe auf der ganzen Welt für das Problem des Missbrauchs sensibilisieren.

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Während in Deutschland, den USA oder Irland das Thema sehr präsent und die Aufarbeitung zumindest begonnen hat, wird Missbrauch etwa in vielen Ländern Afrikas und Asiens nicht als Problem anerkannt.

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Bindende Beschlüsse können die etwa 190 Teilnehmer auf der Konferenz allerdings nicht fassen, was die Betroffenen empört.

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Die Selbstherrlichkeit katholischer Bischöfe, die zwischen sich und dem lieben Gott nur den Papst als Kontrollinstanz sehen, soll ein Ende finden, so eine Forderung.

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In letzter Konsequenz geht es um nicht weniger als eine Verfassungsreform im Aufbau der katholischen Kirche.

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Franziskus steht selbst unter Druck, seine viel beschworene Null-Toleranz-Linie in Taten umzusetzen.

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Alle bisherigen Versprechungen gingen den Opferschutzverbänden noch nicht weit genug, zudem ist der Vatikan von einem geschlossenen Vorgehen weit entfernt.

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Allein 2017 seien im Vatikan 410 Anzeigen eingetroffen, die von der Glaubenskongregation als "glaubwürdig" betrachtet werden. 2016 waren es 415 Anzeigen. In jenem Jahr seien 16 Priester wegen Missbrauchs laisiert worden. 2015 waren im Vatikan 518 Kindesmissbrauchsfälle angezeigt worden, 2014 waren es circa 500, im Jahr 2013 401.

Eine genaue Zahl der Priester, die Franziskus seit Beginn seines Pontifikats wegen Missbrauchs laisiert habe, sei nicht bekannt. Nur in außerordentlichen Fällen wie jenem des Ex-Kardinals Theodore McCarrick teile der Vatikan die beschlossene Entlassung aus dem Priesteramt mit. Der 88-Jährige war in einer Untersuchung der Glaubenskongregation des Vatikans des sexuellen Fehlverhaltens gegenüber Minderjährigen und Erwachsenen schuldig befunden worden. Erschwerend kam der Umstand des Machtmissbrauchs hinzu.

Fittipaldi kritisierte das Schweigen des Vatikans bei Missbrauchsfällen. So habe der Vatikan 2015 der Staatsanwaltschaft der lombardischen Stadt Cremona Informationen über einen von der Glaubenskongregation verurteilten italienischen Priester verweigert. Dieser wurde von der italienischen Justiz zu vier Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt.

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