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SizilienPapst feierte Messe vor 80.000 Pilgern in Palermo

Gebet für Mafia-Opfer: Anlässlich des 25. Jahrestags der Ermordung des seligen Giuseppe Puglisi reiste Papst Franziskus nach Sizilien.

"Geld und Machtgier mahen den Menschen zum Sklaven", sagt Papst Franziskus bei der Messe in Palermo
"Geld und Machtgier mahen den Menschen zum Sklaven", sagt Papst Franziskus bei der Messe in Palermo © (c) AP (Alessandra Tarantino)
 

Papst Franziskus hat am Samstag in Palermo eine Messe vor 80.000 Gläubigen zelebriert. Er gedachte damit des 25. Todestags des seligen Giuseppe "Pino" Puglisi. Der Anti-Mafia-Priester, der sich vor allem um Jugendliche kümmerte, um sie von Drogen und dem organisierten Verbrechen fernzuhalten, wurde am 15. September 1993 von zwei Mafia-Killern erschossen. Der Papst betete für alle Opfer der Mafia.

Für den Papst-Besuch wurde die Innenstadt Palermos für den Verkehr geschlossen. Eine jubelnde Menschenmenge begrüßte den Heiligen Vater, der an Bord seines Papamobils zusammen mit dem Erzbischof von Palermo, Corrado Lorefice, den Foro Italico erreichte, das Gelände, auf dem er die Messe feierte.

"Geld- und Machtgier machen den Menschen zum Sklaven. Je mehr man hat, desto mehr will man. "Das ist eine schlimme Abhängigkeit, wie eine Droge", sagte der Papst, der auf das Beispiel von Giuseppe Puglisi und seiner Nächstenliebe hinwies.

Arbeitslosigkeit und Alkoholismus

Die Gläubigen rollten ein Spruchband mit der Schrift "Wir erneuern die Kirche". Vor der Messe in Palermo hatte Franziskus die Ortschaft Piazza Armerina im Herzen Siziliens besucht. Bei einer Begegnung mit den Gläubigern sprach der Pontifex von den Problemen, die Sizilien belasten, unter anderem Jugendarbeitslosigkeit, Schwarzarbeit, Schattenwirtschaft, Wucher und Alkoholismus. Der Papst rief die Gläubigen auf, sich um die Jugend und die Kinder zu kümmern.

Nach der Messe besucht der Papst eine der Einrichtungen in Palermo, die vom Anti-Mafia-Priester gegründet wurde. Dort ist ein Mittagessen mit Gästen sowie einigen Strafgefangenen und Migranten geplant. Es folgt ein privater Besuch im schwierigen Stadtteil Brancaccio, in dem Puglisi jahrelang wirkte.

Racheakt der Mafia

Die Ermordung Puglisis galt als Racheakt der Mafia gegen die katholische Kirche. Puglisi war nach den Staatsanwälten Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, die ein Jahr vor ihm ermordet worden waren, das prominenteste Opfer im sizilianischen "Mafia-Krieg" der frühen 90er-Jahre. Vor gut fünf Jahren sprach die katholische Kirche den mutigen Priester selig. Der Gottesdienst mit rund 100.000 Menschen war damals auch eine Anti-Mafia-Demonstration.

 

 

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hermannsteinacher
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Lesenswert?

Bravo,

Franziskus!

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