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Grünes Abenteuer

Ein kleines Tuk-Tuk auf einer großen Reise

13.000 Kilometer mit einer solarbetriebenen Motorrikscha: Ein 35-jähriger Inder fährt damit von seiner Heimat bis nach London. Am Montag legt er einen Zwischenstopp in Wien ein.

© Naveen Rabelli
 

Es ist ein Roadtrip beeindruckenden Ausmaßes, den sich der Inder Naveen Rabelli vorgenommen hat. Der 35-jährige Elektrotechnikingenieur aus der Metropole Bangalore im Bundesstaat Karnataka wollte ein Zeichen für eine emissionsarme Mobilität setzen und baute eine traditionelle indische Autorikscha zu einem solarbetriebenen Reisemobil um. Mit diesem „Solar Tuk-Tuk“ fährt er derzeit Tausende Kilometer von Indien nach London. Eine Station seiner inspirierenden Öko-Reise ist Wien, dort will er morgen ankommen.

Die Idee dazu kam dem Abenteurer vor einigen Jahren in seiner Heimatstadt Bangalore. Wieder einmal stand er im Autorikscha-Stau, wieder einmal war er eingehüllt in eine Wolke aus Abgasen und Verkehrslärm. Die dreirädrigen Autorikschas gehören durch ihre große Zahl und ihr akustisches „Tuk-Tuk“ zum festen Ensemble der Großstädte. „Tuk-Tuks sind ein integraler Bestandteil des indischen Lebensstils, sie sind eine Ikone der indischen Straßen“, erzählt Rabelli. Sie sind günstig in der Anschaffung und im Betrieb.

Solar-Tuk-Tuk: Abgasfrei von Indien nach Großbritannien

Der Mann hinter der Idee heißt Naveen Rabelli. Der 35-Jährige beschäftigt sich seit 2012 mit dem Projekt. Die Idee dazu kam dem Ingenieur in seiner Heimatstadt Bangalore, als er wieder einmal im Stau stand.

Rabelli

Umfassende Planungs- und Umbauarbeiten waren notwendig, um die Motorrikascha zu einem reisefähigen Solar-Tuk-Tuk umzubauen.

Rabelli

Das Gefährt hat eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Rabelli legt damit seit Februar bis zu 100 Kilometer pro Tag zurück.

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Die Reise führte ihn per Schiff von Indien in den Iran - Pakistan musste er mangels Durchreisevisum umschiffen. Von dort ging es weiter in die Türkei, Griechenland, Bulgarien und Ungarn.

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Nach seinem Aufenthalt in Österreich will er über Deutschland und Frankreich nach Großbritannien übersetzen. Dort will er, so der aktuelle Plan, am 4. September ankommen.

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Rabelli geht es bei seinem Abenteuer auch darum, ein Bewusstsein für nachhaltige Mobilität zu schaffen.

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Ein Blick in das Tuk-Tuk.

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Weitere Bilder.

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Doch sie belasten die Luftqualität, weshalb die Tuk-Tuk-Zweitaktmotoren zunehmend in Verruf geraten. Damals fasste Rabelli einen Plan: Das stinkende Dreirad braucht eine umweltfreundliche Antriebstechnik.

Grüne Botschaft

„Es war mein Kindheitstraum, von Indien nach London zu reisen“, erzählt Rabelli. Mit dem Flugzeug würde das wenige Stunden dauern, doch ihn störte der Gedanke an die Emissionen und den Treibstoffverbrauch. Und um die Zeit geht es Rabelli ohnehin nicht. Die Tagesreichweite seines maximal 40 km/h schnellen Gefährts beträgt durch geringe Batterieleistung gerade einmal 100 Kilometer.
Für seine Reise war der Ingenieur, der mehrere Jahre beim indischen Autohersteller Mahindra arbeitete, bereit, viel zu investieren: Nicht nur zwei Jahre Planung stecken in dem Fahrzeug, auch seine gesamten Ersparnisse investierte er in das Projekt. Der Rest kam durch eine Sponsoren und Spenden herein.

Ohne Probleme kein Abenteuer

„Am Anfang der Reise war ich so aufgeregt, dass ich alles andere vergaß. Später wurde es schwieriger“, erzählt Rabelli über die Fahrt in seinem kleinen Gefährt. Von kleinen und größeren Problemen ließ er sich nicht unterkriegen. Temperaturen um den Gefrierpunkt in der Türkei, eine Verletzung durch einen Fahrradunfall in Griechenland und eine kurzzeitige Festnahme durch die Polizei in Serbien machten seine Reise nicht einfacher. Was ihn bisher am meisten überraschte? „Dass ich es überhaupt bis hierher geschafft habe.“

Wenige Probleme gab es dank der guten Vorbereitung an den Grenzen. „Einige Grenzbeamte wollten sogar unbedingt ein Selfie mit mir und dem Tuk-Tuk machen“, lacht der Reisende, der sich immer nur auf die nächste Station konzentriert: „Ich habe gelernt in kleinen Schritten zu denken, an die nächsten 100 Kilometer und nicht an das große Ziel London.“ Dort sollte er am 4. September ankommen – wenn sein Tuk-Tuk so lange durchhält.

Weitere Infos zu der Reise:solartuktuk.com/

Kommentare (1)

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Gute Idee - für Indien....

War berufsbedingt selbst sehr oft in Bangalore, Chennai, Colombo(ok, gehört nicht zu Indien, ist aber auf den ersten Blick 100% das gleiche), Mumbai, Dhakar(Bangladesh, aber siehe Colombo), sowie Lahore und Karatschi(beides Pakistan, auch hier ähnliche "Sitten").

Verteilt über das ganze Land(und in 4 Fällen angrenzend) aber eines haben diese "Metropolen" gemeinsam - ein Lärm, 24 Stunden lang, sowie Abgase das es einem graust. War nie beleidigt wieder in den Flieger steigen zu dürfen um dort wieder rauszukommen.

Insofern ist dieses Projekt sicher sehr wichtig für Indien da die Tuk Tuks ja schon in rauer Menge vorhanden sind und "nur" umgerüstet werden müßten(was wohl die finanziellen Möglichkeiten der meisten Inder übersteigen dürfte). Es wäre gut für die ewig lärmgeplagten indischen Städte, der Luft würde es auch nicht schaden.
Jetzt müßten sie nur noch lernen mal die Hupe in Ruhe zu lassen(es wird nämlich ohne unterlaß gehupt um andere auf sich selbst aufmerksam zu machen, jetzt multipliziert man diesen Versuch mit der motorisierten Bevölkerung dieses Miliardenvolkes, dann bekommt man eine Idee), dann könnte Indien ein ganz angenehmer(vom der Monsunzeit mal abgesehen, wobei es da gleich 2 "Versionen" davon gibt) Aufenthaltsort werden.

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