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Sechs Jahre länger als 1990

Warum die Lebenserwartung weltweit steigt

Die Weltbevölkerung wird älter. Die Lebenserwartung hat sich generell in den Jahren 1990 bis 2013 um mehr als sechs Jahre erhöht. Die österreichischen Zahlen sind dabei ganz ähnlich wie die Zahlen für die Weltbevölkerung.

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In Asien steigt die Lebenserwartung am höchsten an © EPA
 

Die Weltbevölkerung wird älter. Die Lebenserwartung hat sich generell in den Jahren 1990 bis 2013 um mehr als sechs Jahre erhöht. In den reichen Ländern ist der Rückgang in der Mortalität bei den nicht übertragbaren Erkrankungen die Ursache, in den armen Staaten eine Reduktion der Sterblichkeit durch Infektionskrankheiten, heißt es in einer aktuellen Studie im "Lancet".

"Die Lebenserwartung hat für beide Geschlechter von 65,3 Jahren im Jahr 1990 auf 71,5 Jahre im Jahr 2013 zugenommen", stellen die Autoren der internationalen Arbeitsgruppe über die "Globale Krankheitslast" (Global Burden of Disease 2013 Mortality and Causes of Death Collaborators) in der 50 Seiten umfassenden Studie fest. Bei den Frauen gab es mit plus 6,6 Jahren international eine größere Steigerung der durchschnittlichen Lebenserwartung als bei den Männern mit plus 5,8 Jahren.

54,9 Millionen Todesfälle

Dabei ist mit der wachsenden Weltbevölkerung die Zahl der Todesfälle von 47,5 Millionen im Jahr 1990 auf 54,9 Millionen (2013) gestiegen. Die positive Entwicklung ist durch zwei verschiedene Trends bedingt, so die Wissenschafter: "In den Weltregionen mit hohem Bruttoinlandsprodukt haben die sinkenden Todesraten bei den meisten Krebsarten (minus 15 Prozent) und bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen (minus 22 Prozent) die steigende Lebenserwartung gebracht. In den Staaten mit geringem Bruttoinlandsprodukt waren es die stark gefallenen Todesraten infolge von Durchfallerkrankungen, Pneumonien und Krankheiten der Neugeborenen."

- Österreichische Zahlen ganz ähnlich

Die österreichischen Zahlen bezüglich der Lebenserwartung sind ganz ähnlich wie die globalen Zahlen für die Weltbevölkerung. Die mittlere Lebenserwartung stieg in Österreich 2013 für Männer auf 78,3 Jahre und für Frauen auf 83,1 Jahre. Dies stellte Michael Brainin, Leiter Leiter des Departments für Klinische Neurowissenschaften und Präventionsmedizin an der Donau-Universität Krems, fest.

Brainin hatte die Autoren der im "Lancet" veröffentlichten Untersuchung gebeten, ihm die verwendeten Österreich-Daten zur Verfügung zu stellen. In der "Lancet"-Studie selbst taucht Österreich nicht auf. Demnach sank die Sterblichkeit durch Verkehrsunfälle zwischen 1990 und 2013 in Österreich um 56 Prozent. Gleichzeitig forderten in Österreich Erkrankungen wie chronische Nierenerkrankungen und Alzheimererkrankungen mehr Menschenleben in 2013 als in 1990. Die Lebenserwartung stieg damit seit 1990 für österreichische Männer und Frauen im Durchschnitt um 5,2 Jahre.

Herzinfarkt

An sich ist die Entwicklung in Österreich durch die Analysen von Statistik Austria etc. längst bekannt: Die häufigsten Todesursachen in Österreich sind Herzinfarkt, Schlaganfall und Alzheimererkrankung und waren für 39 Prozent aller Todesfälle im Jahr 2013 verantwortlich. Selbstmord und Verkehrsunfälle waren die zwei häufigsten Todesursachen für Personen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren und führten in 2013 zu 856 Todesfällen. Im selben Jahr war für Personen älter als 70 Jahre Herzinfarkt die häufigste Todesursache. Die wichtigste Todesursache für Kindersterblichkeit waren angeborene Fehlbildungen, an denen 2013 105 Kinder im Alter unter fünf Jahren verstarben.

Durch chronische Nierenerkrankungen und Alzheimer kamen in 2013 mehr Personen ums Leben als in 1990; die Sterblichkeitsrate stieg in diesem Zeitraum um 179 bzw. 60 Prozent. Ebenso stieg zwischen 1990 und 2013 die durch Diabetes bedingte Sterblichkeit um 50 Prozent.

Allerdings gibt es laut dem Erstautor Christopher Murray von der University of Washington in den USA auch einige negative Trends. So stieg weltweit die Sterblichkeit durch Leberkrebs infolge von chronischen Hepatitis C-Erkrankungen (plus 125 Prozent), durch Vorhof- und Kammerflimmern des Herzens (plus hundert Prozent), durch mit Drogenkonsum verbundenen Krankheiten (plus 63 Prozent), chronische Nierenleiden (plus 37 Prozent), Sichelzell-Anämie (plus 29 Prozent), Diabetes (plus neun Prozent) und Bauchspeicheldrüsenkarzinome (plus sieben Prozent).

Aids hat Afrika im Griff

Bei allen Fortschritten im Kampf gegen HIV/Aids eine anhaltende Tragödie: Zwischen 1990 und 2013 sank die durchschnittliche Lebenserwartung in den Staaten des südlichen Afrika um durchschnittlich fünf Jahre!

Eine positive Entwicklung gab es auch bei den Todesraten durch Verletzungen (minus 21 Prozent). Die Sterblichkeit durch Verkehrsunfälle ging um 8,5 Prozent zurück, jene durch Suizide und Gewalttaten um etwas weniger als 21 Prozent. Die Sterblichkeit durch Naturkatastrophen und Kriegsereignisse nahm um knapp 66 Prozent ab.

In der Rangliste der häufigsten Todesursachen führen die ischämischen Herzerkrankungen (Angina pectoris, Herzinfarkt) vor den Infektionen der unteren Atemwege (Pneumonien), den Gefäßerkrankungen des Gehirns (Schlaganfall etc.), Durchfallerkrankungen und den Verkehrsunfällen. Es folgen HIV/Aids, Frühgeburtlichkeit, Malaria, Gehirnschäden bei Neugeborenen und Missbildungen von Neugeborenen. Seit 1990 rückten hier die ischämischen Herzerkrankungen (damals Rang 4), die Schlaganfälle (ehemals Rang 5) und die Verkehrsunfälle (1990 Rang zehn) deutlich vor.

 

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