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Plastikmüll

Österreicher verbrauchen eine Milliarde Sackerl

Greenpeace-Recherchen haben ergeben, dass anstatt der offiziell genannten 350 Millionen Sackerl, rund eine Milliarde Sackerl pro Jahr anfallen - die Hälfte davon sind die dünnen Plastiksackerl für Obst, Gemüse und Fleisch, die EU-weit gar nicht reduziert werden müssen. Von Thomas Golser

EU WILL VERBRAUCH VON PLASTIKSACKERL EINDAEMMEN
© Wien
 

Sind mittlerweile schon alle Weltmeere durch Plastikmüll verschmutzt und bedroht - gibt es noch so etwas wie sauberes Meer?
NUNU KALLER: Die Verschmutzung der Meere durch Plastikabfall ist mittlerweile zu einem globalen Problem geworden und findet sich in allen Meeren wieder. Wir wissen von Studien, die an unterschiedlichsten Stellen im Meer mehr Mikroplastikfasern und -kügelchen als Plankton nachweisen. Zusätzlich schwimmt im Nordpazifik eine "Plastikinsel", die 16 Mal so groß wie Österreich ist. 

Sind Plastiksackerln die Wurzel allen Übels - oder nur die Spitze des Eisbergs?
KALLER: Plastiksackerl sind natürlich nur ein Teil des Problems, jedoch ein Teil, bei dem man de facto viele Handlungsmöglichkeiten zur Reduktion hat. In den vergangenen Jahren hat der Anteil an sogenanntem kurzlebigen Plastik (Verpackungen, Plastiksackerl) stark zugenommen. Plastiksackerl sind durchschnittlich eine halbe bis eine Stunde im Gebrauch, brauchen aber 450 Jahre, um zu verrotten. Das Plastiksackerl-Problem in Österreich etwa ist wesentlich größer als ursprünglich angenommen. Greenpeace-Recherchen haben ergeben, dass anstatt der offiziell genannten 350 Millionen Sackerl, rund eine Milliarde Sackerl pro Jahr anfallen - die Hälfte davon sind die dünnen Knotenbeutel für Obst, Gemüse und Fleisch, die EU-weit gar nicht reduziert werden müssten. Diese Zahl ist viel zu hoch. Die EU hatte ursprünglich den Plan, den Einsatz von dünnwandigen Plastiksackerl bis 2019 um 80 Prozent zu reduzieren, jetzt hat man sich auf einen Kompromiss geeinigt: 50 Prozent Reduktion und viele Ausnahmen. Das geht uns nicht weit genug, wir fordern von Umweltminister Rupprechter, dass Österreich über die EU-Ziele hinausgeht. 

Wie soll man global Herr des Problems werden, wenn man schon auf nationaler Ebene und auf EU-Ebene keine bindenden Entschlüsse zu Plastikmüll zuwege bringt?
KALLER: Es gibt in einigen Ländern bereits rechtsbindende Regelungen, beispielsweise in Nordirland, wo es keine Gratisabgabe von Plastisackerln mehr gibt, und die Einnahmen in eine Umweltstiftung fließen. Diese Beispiele zeigen, dass es sehr wohl möglich ist, die Plastikschwemme auch durch gesetzliche Regelungen einzudämmen. Daher fordern wir einen Plastiksackerl-Reduktionsplan für Österreich - je mehr Länder nationale Gesetzgebungen einführen, desto eher wird man auf einer globalen Ebene ankommen. 

Wer ist am ehesten durch Plastikmüll bedroht?
KALLER: Plastikmüll ist einerseits eine Bedrohung für Meereslebewesen, die sich durch den Plastikmüll strangulieren oder ersticken, weil sie es für Futter halten. Viele Tiere verhungern und verdursten, da die Plastikteile ihre Mägen verstopfen und keinen Platz mehr für Flüssigkeit und echte Nahrung lassen. Eine nicht minder große Gefahr stellt das Mikroplastik dar, Kleinstpartikel aus Plastik, die stellenweise im Meer öfter als Plankton vorkommen. Meerestiere verwechseln diese nämlich mit Plastik und fressen diese. Sowohl die Auswirkungen auf die Meeres-Lebewesen selbst - aufgrund der Schadstoffbelastung dieser Kleinstpartikel - als auch die Auswirkungen auf uns Menschen - Stichwort Nahrungskette - sind noch weitgehend unerforscht. 

Wie setzt sich Greenpeace derzeit ein, um auf das Problem aufmerksam zu machen?
KALLER: Greenpeace in Österreich setzt sich intensiv gegen den Einsatz von "Wegwerf-Plastik" ein, die an Minister Rupprechter adressierte Petition hat bereits über 25.000 Unterschriften. Wir fordern: den Beschluss eines verbindlichen Plastiksackerl-Reduktionsziels von zumindest 80 Prozent binnen 4 Jahren in Österreich, ein Aus für Gratis-Plastiksackerl in Österreich, ein vollständiges Verbot von Mikroplastik in Kosmetika und Maßnahmen zur Reduktion von Plastikverpackungen im Handel. Für KonsumentInnen hat kürzlich auf der Wiener Mariahilferstraße eine sehr erfolgreiche Sackerltauschaktion unter dem Titel "Nimm kein Plastiksackerl für dein Packerl" stattgefunden: Für fünf Plastiksackerl gab es eine GOTS-zertifizierte Baumwolltasche. Die Aktion wurde von den KonsumentInnen sehr gut angenommen. Es geht auch um ein Umdenken, viele Plastiksackerl werden aus reiner Bequemlichkeit entgegengenommen. 

Ist es realistisch, dass der Kampf gegen die Meeresverschmutzung ein wesentlicher Punkt für einen Pariser Vertrag 2015 wird?
KALLER: Soweit bekannt ist, wird es kein wesentlicher Punkt sein.

Wie ist der Umgang des Binnenlandes Österreich mit Plastikmüll?
KALLER: Österreich ist mit Sicherheit kein Vorzeigeland was stoffliches Recycling von Plastik anbelangt. Der Großteil an Plastikmüll aus dem Haushalt wird in Österreich verbrannt. Nur ein kleiner Teil des Plastikmülls wird tatsächlich recycelt – etwa PET-Getränkeflaschen, die über die gelbe Tonne gesammelt werden. Plastikmüll aus Österreich kann jedoch aufgrund der Donaukraftwerke nicht in größeren Mengen ins Meer gelangen.

Wie kann man die Meeresverschmutzung kontrollieren?
KALLER: Meeresverschmutzung kann verschiedene Gründe haben. Neben Plastikmüll sind auch Ölunfälle auf offener See, radioaktive Strahlung und Verschmutzung mit toxischen Substanzen eine große Gefahr für unsere Meere. Letztendlich kann Meeresverschmutzung nur gestoppt werden, wenn alle Nationen Verantwortung übernehmen. Das Problem der Plastikverschmutzung ist beispielsweise auf EU-Ebene hinreichend bekannt. Es bestehen einige Übereinkommen, die generell das Problem des Mülls in den Meeren thematisieren, bis heute fehlt aber eine realistische Umsetzung zur Bekämpfung der Verschmutzung der Meere.

INTERVIEW: THOMAS GOLSER

Kommentare (41)

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semperubique
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in österreich funktioniet die mülltrennung recht gut

verpachungsmüll wird z.b. tonnenweise zur verbrennung in industriebetriebe gekarrt (z.b. zementfafriken als beifutter).
wie stark die umweltbelastung dadurch ist entzieht sich allerdings meiner kenntnis.

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Die Plastiksackerl ...

... sind ja nur ein Teil des Problems. Nach einem typischen Wochenendeinkauf quillt unser Kunststoffabfallbehälter über vor Verpackungen aus Plastik. Alles wird eingeschweißt oder sonstwie in Plastik gepackt, man kann sich dem gar nicht entziehen. Wozu zum Beispiel muss ich eine Taschenlampenbatterie in Plastik einschweißen??? Das wäre doch einmal eine sinnvolle EU-Verordnung - diesem Verpackungswahnsinn der Handelsketten Einhalt zu gebieten.

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Und gerade die österreichischen Sackerln landen im Meer.

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schneemann2k
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Richtig

Richtig!
In Österreich wird sehr gute Mühltrennung gemacht und die Sackerln im Hausmühl geben bei der verbrennung gute Wärme.
Um wieviel wird die Umwelt für einen Papiersack belastet? Um einiges mehr, es braucht viel Chemieum einen Papiersack stark zu machen usw.
Auch ein Leinensack benötigt einigen Aufwand an Chemie.

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schneemann2k
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Als Vergleich

Auch Plastiksack ist nicht optimal aber ein Papiersack braucht 4x mehr Energie um produziert zu werden, 3x mehr Wasser etc.

Lesenswert:
http://science.howstuffworks.com/environmental/green-science/paper-plastic1.htm

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frako
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Und was ist mit den Trinkflaschen?

Wie viele HUNDERTE MILLIONEN Trinkwasserflaschen werden TÄGLICH weggeworfen??? Bei uns greift man ja auch lieber zum Mineralwasser welches in Kunststoffflaschen abgefüllt wird, weil diese wesentlich leichter sind. Zurückgenommen durch ein Pfandflaschensystem werden diese meines Wissens nur von Vöslauer. Gibt es bei den Limonaden im Supermarkt überhaupt noch eine Glasflasche?

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awahsinnhoch4
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Amerika und Südamerika!

Wenn jemand in Österreich ein Problem mit den Plastiksackerl hat, dann weis ich nimmer was mit den Leuten los ist, die hier so einen Schmarrn lostreten.... Kommt doch mal nach Amerika oder nach Chile,Uruguay und schaut euch das hier an - bei einem Einkauf mit nicht einmal 10 Artikel bekommst zu 5 Plastiksäcke.....egal wo man einkauft - im Supermarkt oder im Fetzenladen...... dasind sicher wieder de GRÜNEN dahinter.....

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rhc2407
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Darüber sollte man sich den einen oder anderen Gedanken machen...

... Man kann ruhig zugeben, dass Österreich in vielen Punkten gut oder sehr gut abschneidet, aber eben nicht überall! Auch wir sind, entgegen mancher Meinungen hier, keine heilige Insel, auf der alles nur super läuft und die für nichts Verantwortung übernehmen muss, wir tragen genauso unsere Verse bei!
Dass wir auch in puncto Plastikmüll oder Plastiksackerl nicht Gott im Himmel sind, sollte jedem klar sein. Sicher haben wir ein gut funktionierendes Recyclingsystem (das aber auch nicht alles zu 100% recycelt!) und ein viel bessere Abfallwirtschaft als noch vor Jahrzehnten, aber das ändert dennoch nichts daran, dass wir das eine oder andere Plastiksackerl verschwenden, und wenn es eine Milliarde sind, sind es eine Milliarde.^^
Auf der einen Seite brauchen wir politische Maßnahmen, um diesen Müll zu reduzieren, aber auf der anderen Seite kann bereits jeder einzelne bei seinem Einkauf drauf achten! Alles lässt sich nicht vermeiden, aber was sich vermeiden lässt, kann auch vermieden werden.

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harceh
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Bei SPAR

hat es immer wieder Papiersackerl in den Obst-/Gemüseabteilung gegeben. Die waren super. Beim Spar in der Nähe meiner neuen Wohnung gibt es diese leider nicht mehr. "Weisung von oben" hat es auf Nachfrage geheißen :(

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Schon mal in england gelebt

.. dann weiß man was Plastiksackerlverbrauch ist

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Wo findet man einen fähigen Schritt dazu, hier in Österreich?

Solange man am Geschäftsablauf festhält, siehe Obst und Gemüse, wird sich nicht's ändern.
Und zur Zeit entsteht bei einem Einkauf von zwei bis drei Kilo Orangen, zwei mal soviel Plastikmüll, da die Tragefähigkeit nach ließ.
Jedoch viele Möglichkeiten tun sich nicht auf, will man das Einkaufstempo halten.

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3684e02bdde57d5f321af5c599e0ac2d
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Eine Möglichkeit

Man stellt bei Obst und Gemüse so drei bis vier Tara-Waagen auf und besetzt diese mit Personal, also eine Person könnte hier reichen, außer am Wochenende. (Die Waage müsste natürlich die Tara-Funktion auch halten können quasi, sonst ist wieder Schluss mit lustig.
Und schon kann man eigene Behältnisse mit bringen.

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3684e02bdde57d5f321af5c599e0ac2d
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Gewicht und Preis, samt Datum ...

... wird auf einem kleinen Karton auf geklebt und dem Behältnis beigefügt und an der Kassa gibt es somit keinen Betrug.
Die Kunden lernen schnell.

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Re: Pazifikus

Und wenn das dann so betrieben wird, werden die Preise im Allgemeinen rasant ansteigen (nicht nur beim Obst), so dass solche Leute wie Sie wieder als Erster aufschreien, weil auf einmal alles sooo teuer geworden ist.
Nur, dass 4 zusätzlich eingestellte Mitarbeiter pro Filiale (10h maximal Arbeitszeit pro Tag, 5 Tage Woche, jeder 2. Samstag frei) eben nur durch Preisanstiege ausgeglichen werden können, bedenken Sie nicht?

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lamagra
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Uhuhuu... der nächste Versuch, den Österreichern ein schlechtes Gewissen einzureden!!!

Wir sind Weltmeister im Recycling! 90% der wiederverwertbaren Stoffen (Plastik, Metall, Glas) wird bei uns getrennt und auch wiederverwertet.
Außerdem ist Deponierung von Müll schon lange verboten und er wird in den Anlagen verbrannt, dazu wurde der gewissenhafte Österreicher aufgefordert, weniger Plastik zu trennen! Nur PET-Flaschen sollen gesammelt werden, der restliche Plastikabfall zum normalen Hausmüll gegeben werden, damit der Müll leichter verbrannt werden kann.
Wir haben die sauberste Luft, seit Beginn der Industrialisierung, trotzdem wird uns ständig eingeredet, wie sehr wir die Umwelt doch schädigen und dass wir Klimaziele nicht einhalten.
Wir haben das sauberste Wasser! 99,9% aller Haushalten haben reinste unchlorierte Trinkwasserversorgung. 99% unserer Seen haben Trinkwasserqualität und sogar 90% der Flüsse !!! Aber wir sollen lt. Brüssel Wasser sparen, wir verbrauchen zu viel Wasser!
Warum? wir sollen uns schuldig fühlen und Geld für Sachen ausgeben die wir nicht brauchen.

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rhc2407
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Aber wir sind trotzdem keine Insel der Seeligen, die aus allem fein raus ist.^^ Was die sichtbaren Umweltprobleme betrifft (verschmutztes Wasser, dreckige Luft, Müllentsorgung, Landschaftsschutz etc.) gebe ich dir recht, da belegen wir tatsächlich die vordersten Plätze. Aber wir sind trotzdem nicht in allem "Weltmeister". Was z.B. die Klimaziele betrifft, sind wir nur auf Platz 36 (also eher durchschnittlich), unsere Emissionen haben sich, obwohl sie inzwischen auch tendenziell sinken, seit 1990 unterm Strich kaum verändert, während sie in anderen Ländern im gleichen Zeitraum gesunken sind, in puncto Verkehrsemissionen belegen wir angeblich sogar den dritthöchsten Platz nach Luxemburg und Slowenien - wobei wir bei den Öffis andererseits inzwischen EU-weit Nummer 1 sind.^^
Auch beim Wasserverbrauch sind wir eher durchschnittlich unterwegs, ein wenig sparsamer könnten wir noch sein.
Und was den Plastikmüll betrifft, gibt es anscheinend noch Minuspunkte, die wir nicht ignorieren können!

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lamagra
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Da frage ich mich jetzt wirklich, haben Sie mein Posting gelesen, oder sind sie nach der Überschrift ausgestiegen?

Klimaziele? Was sind Klimaziele? Klimaziele sind Vorgaben, die Politiker, Abseits jeglichen Hausverstandes und nur getrieben von der Sucht der Selbstdarstellung, bei irgendwelchen "Klimagipfeln" zusagen.
Dieser "Bericht" (eigentlich sind es wahllos zusammengetragene Zahlen ohne jeglichen Vergleichswert und meilenweit von einer Studie entfernt) ist nicht das Papier wert, auf dem er gedruckt wurde. Alle drei Länder sind Transitländer, es ist nicht unsere Schuld, dass sich Konzerne Millionen an Steuern ersparen wenn sie Waren durch den Kontinent schicken.
Und zum Wasser, ok vielleicht verbrauchen wir mehr als andere Länder, ABER warum müssen wir uns selbst kasteien und neue Duschköpfe kaufen, wenn selbst unsere Flüsse Trinkwasserqualität haben? Es ändert nichts daran, dass wir mehr Wasser haben als wir brauchen. Wir gehen bereits ein mit gutem Beispiel voran!

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Wir fordern: den Beschluss eines verbindlichen Plastiksackerl-Reduktionsziels von zumindest 80 Prozent binnen 4 Jahren in Österreich

Ja klar - Österreich reduziert die Plastiksackerln und die Weltmeere sind gleich um ein vielfaches sauberer. :-))
- Österreich braucht 52 Plasticksackerln pro Kopf/Jahr
- Spanien braucht 540 Plasticksackerln pro Kopf/Jahr
-
Die Politiker und Greenpeace sollten sich lieber Gedanken um wirkliche Probleme machen!

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Staatsbuerger
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Ich knüpfe an Deinen Schlusssatz an...

und sage:"... und warten bis das Plastik zum WIRKLICHEN Problem wird?"
Was hindert uns daran, verpflichtend Papier zu verwenden? Die Gefängnisse gehen über, Sacklpicker gäb's genug.
Probleme nach und nach (neudeutsch step by step) abzuarbeiten funktioniert nur dann, wenn man schneller abarbeitet als sich Probleme entwicklen.
Das ist aber noch nie der Fall gewesen...

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Was hindert uns daran, verpflichtend Papier zu verwenden?

Politiker hindern uns daran - weil es sie nicht interessiert.
Die sind mehr damit beschäftigt, ihre Sessel unterm Gesäß zu behalten, als Zukunftsvisionen zu planen und umzusetzen.
Es wird leider nur in Wahlperioden gedacht - wenn man von Denken reden kann.

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Staatsbuerger
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Da bin ich völlig bei Dir...

auch mein Empfinden ist immer mehr, dass die Politiker und noch mehr die Parteien denen sie angehören, gegenwärtig nur zum Selbstzweck da sind.
Aber das ist ein anderes Problem.
Mich z.B. stört es ungemein, dass etwa Merkur und Billa für die Wurscht (nein, nicht Conchita) seit geraumer Zeit Plastikfolie statt Papier verwenden.
Oder dass Kartoffeln im Plastiksackerl und nicht im Hanfnetz angeboten werden.
Oder dass an der Kasse die Rollen mit den "Schnorrer-Sackerl" aufliegen und die meterweise an Kunden abgegeben werden. Diese Liste könnte man noch lang weiterführen.
Und der Vorwurf trifft nicht nur die Handelsketten sondern jeden (auch mich) der das einfach so hinnimmt...

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rhc2407
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@ ghfklgjr: Es gibt keine "wichtigen" oder "unwichtigen" Probleme, aus jedem einzelnen Problem müssen dementsprechende Konsequenzen gezogen werden. Und wenn wir zwar nicht die schlechtesten und schmutzigsten sind, haben wir trotzdem unseren Teil zu übernehmen.^^
Jeder einzelne kann dazu beitragen, indem er einfach das eine oder andere unnotwendige Sackerl liegen lässt, auch 52 Sackerl sind (eigentlich) 52 zu viel!

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e36f2e55545b2bf5e5e7c663b496b5ea
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Es gibt keine "wichtigen" oder "unwichtigen" Probleme

Doch, die gibt es - die unwichtigen sind die "Problemchen. ;-)
Warum gibt es Probleme? Damit wir sie lösen.
Österreich macht sich da die Welt zum Problem - wir wollen immer Vorreiter sein. Sind wir aber nicht - ohne uns notorisch schlechtreden zu wollen.
Mir fallen da zig Themen ein, die da jetzt nicht dazu passen.
Aber um bei diesem Thema zu bleiben - hier wird wieder an dem Konsumenten gemessen.
Die Politik braucht per Gesetz nur ein Plasticksackerlverbot an die Unternehmer verordnen - und so einfach wäre das Problem gelöst.
Was aber widerum ein neues Problem aufwirft - die Kunststoffindustrie wird dann wieder aufschreien und dann gleich mal mit Kündigungen der Arbeitnehmer drohen, weil der Absatz von Kunststoffsäcken einbricht.
Ein neues Problem - wie man es macht, jeder Vorteil hat seinen Nachteil ;-)

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Staatsbuerger
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Auch die neue Verpackung...

aus Papier oder anderen umweltverträglicheren Rohstoffen wird irgendwo von irgendwem hergestellt. Da werden höchstens Arbeitsplätze mehr denn weniger...

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hillbrand
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Ganz einfach,

es werden weltweit keine (unverrottbaren) Plastiksackerl mehr hergestellt. Nur blöd, dass sich die Hersteller dann nicht mehr "dumm und deppert" verdienen können. Wenn sie jedoch generell nicht mehr angeboten werden, kommt der Konsument erst gar nicht in Versuchung dieses definitiv umweltschädigende Produkt zu nehmen. Einerseits wird es produziert und angeboten, andererseits wird dem Verbraucher dann an der dadurch entstandenen Umweltschädigung die alleinige Schuld zugewiesen.

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rhc2407
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Ja, aber der Verbraucher ist eigentlich im Endeffekt der, der es verursacht. Nur weil etwas angeboten wird, heißt es noch lange nicht nicht, dass man es deshalb konsumieren muss. Die Nachfrage entscheidet über den Siegeszug oder den Niedergang eines Produkts. Wenn niemand mehr zu Plastiksackerl greifen würde, hätte es keinen Sinn mehr, sie anzubieten.

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