Im TestWarum die Mercedes S-Klasse nicht aus der Zeit gefallen ist

Über zehn Quadratmeter Auto, volldigitalisiert, purer Luxus: der Versuch einer pragmatischen Annäherung.

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Die neue Mercedes S-Klasse ist Luxus pur © OLIVER WOLF
 

Wie geht man mit einem Auto um, das auf den ersten Blick aus der Zeit gefallen scheint? Das durchaus Ressentiments erweckt, wenn es auftaucht? Das rund zehn Quadratmeter groß und ein Trumm von einem Auto ist? Ein Auto, bei dem man sogar Beamer für die Scheinwerfer bestellen kann, und dieses sogenannte Digital Light mit 1,3 Millionen Mikrospiegeln pro Scheinwerfer und LED-Licht arbeitet?

Man geht pragmatisch an die Sache heran. Also: Drei-Liter-Motor im 500er S-Klasse, Reihensechszylinder mit 435 PS und am Ende kommt ein Test-Schnittverbrauch von knapp unter zehn Litern heraus. Bei allem Überschwang für die Digitalisierung: Das ist ein Hammer und zeigt, welche Fortschritte die Hardware gemacht hat. So geht’s auch weiter: Die Allradlenkung nimmt der S-Klasse die Ungelenkigkeit, die man vermuten möchte. Bis zu zehn Grad können die Hinterräder gegensinnig einschlagen.

Das High-Tech-Ambiente im Innenraum Foto © OLIVER WOLF

Die fantastische Luftfederung überdeckt sogar Temposchweller mit einer noch nie erlebten Contenance. Und das, ohne den Luxusliner zu einer Sänfte zu machen. Zwei Kritikpunkte sollen trotzdem nicht unerwähnt bleiben: der lange Weg des Bremspedals und dass man beim Treten des Pedals kein optimales G’spür hat sowie die fehlende Rückmeldung der Lenkung.

Mercedes S 500

Preis: 189.291 Euro (Testfahrzeug/Langversion, mit Extras).
Motor: 2999 ccm, Reihensechszylinder-Benziner mit Turboaufladung, 435 PS bei 5900 bis 6100 U/min, max. Drehmoment 520 Nm von 1800 und 5500 U/min.
Länge: 5289/1921/1510  mm L/B/H, 3396 mm Radstand.

Das Innenleben mit vollzogener Digitalisierung ist ein Spielplatz für Hightech-Liebhaber. Das Head-up-Display kann Augmented Reality, das heißt, es werden Informationen zu Fahrt und Umgebung eingespielt – in Perfektion. Auf dem 3D-Display fordert die Überwachungselektronik auf, die richtige Sitzposition einzunehmen. Auf der im Cockpit eingespielten Karte entdeckt man eine nie zuvor gesehene Tiefe, die Karte wird dabei animiert und dem Blickwinkel angepasst.

In der Mitte thront ein beachtlicher Touchscreen, selbstverständlich mit OLED-Technik, wie sie die besten Fernseher haben. Von hier aus erfolgt die Steuerung für alle Bereiche, von der Massage (19 Stellmotoren für Sitzposition und Massage-Variationen, auf der Langstrecke der beste Komfort, den wir je genossen haben) bis zum Infotainment. Man ist volldigitalisiert, kaum zu glauben, dass Mercedes mit dem elektrischen EQS noch eins draufsetzen wird.

Die Langversion streckt sich auf 5,29 Meter Foto © OLIVER WOLF

Wer sich von der Digitalisierung zu sehr abgelenkt fühlt: Die S-Klasse wird ab Herbst in Teilbereichen (bis 60 km/h auf der Autobahn) autonom fahren können, schon jetzt arbeiten die Assistenzsysteme hervorragend. Fünf Radare, ein Dutzend Ultraschallsensoren sowie mehrere Kameras überwachen das Umfeld und das Auto.

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Danke für Ihr Verständnis.

Patriot
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Ein Stinker, somit noch vor der Auslieferung Vergangenheit!

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smithers
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Was war denn der Testverbrauch?

Carlo62
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Knapp unter 10 Liter,

steht im Bericht.

smithers
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Vielen Dank

Hatte ich anscheinend überlesen.