Vier Modelle im TestWie viel Hybrid der Mensch wirklich braucht - und welchen

Die Hybride erobern noch vor den Elektroautos unsere Straßen. Aber nicht jede Hybridform ist für jedes Fahrprofil geeignet. Wir haben einen Leitfaden mit den wichtigsten technischen Informationen zusammengestellt – und neue Plug-in-Hybride für Sie getestet.

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VW Touareg, BMW X1, Porsche Panamera und Peugeot 3008 als Plug-in-Hybride im Test © OLIVER WOLF (4)
 

Viele Diskussionen haben sich zuletzt beim Autokauf verselbstständigt: Hauptsache, Hybrid steht drauf, das reicht für eine Kaufentscheidung.
Dabei ist die Differenzierung der unterschiedlichen Hybridantriebe und das eigene Fahrprofil entscheidend, ob man beim Verbrauch draufzahlt und der Umwelt einen Bärendienst erweist.

Steuerlich begünstigte Plug-in-Hybride (mit Batterien, die über das Stromnetz aufgeladen werden können), die nie an der Dose hängen, und immer mit dem Verbrenner unterwegs sind, bringen der Umweltbilanz überhaupt nichts. Im Gegenteil. Die Autos schleppen Batterien mit sich herum, der Verbrauch erhöht sich.

Verbrennungsmotor, E-Motor, Generator und Batterie ergeben alle möglichen Varianten: beginnend bei den Micro-Hybriden (Start-Stopp-Automatik, kein klassischer Hybrid), und den Mild-, Voll- und Plug-in-Hybriden.

Mildhybrid. „Meiner Meinung nach fängt ein Hybrid bei der 48-Volt-Technologie an“, erklärt Helmut Eichlseder von der TU Graz. „Weil diese Technik auch hinsichtlich der Kosten-Nutzen-Rechnung sinnvoll ist.“ Dieser Mildhybrid kann nur sehr kurze Strecken (vom Ausparken bis zu ein paar 100 Metern) rein elektrisch fahren. Vorteile: Man ist im Niederspannungsbereich unterwegs, holt trotzdem Leistungen von bis zu 10 kW heraus – das heißt samt Potenzial für Energierückgewinnung, weicheres Starten und Abstellen des Autos. Das 48-Volt-System ist technisch schlüssiger als das 12-Volt-System und vorteilhaft vor allem bei Fahrprofilen mit Niedrig- und Teillast, also Stadtverkehr und Landstraße. Auf der Autobahn erhöht sich der Verbrauch.

Der Vollhybrid. Komplexer, mit zusätzlicher Batterie und E-Motor. Eichlseder: „Die weitere Ausdehnung der Vorteile, die ich bei einem 48-Volt-System habe – aber unter Inkaufnahme eines höheren Aufwandes.“ Also: größere Batterie, mehr Gewicht. Aber dafür hat man mehr Vorteile im Vergleich zum Mildhybrid, bedingt durch den größeren Aufwand und höhere Kosten. Wissen müsse man laut dem Experten Eichlseder: „Lange Autobahnfahrten sind nicht die Stärke eines Vollhybrids. Für Menschen, die viel im innerstädtischen Bereich unterwegs sind, bringt es Vorteile. Ich kann den Motor in einem Betriebszustand mit einem besseren Wirkungsgrad laufen lassen, und so den Verbrauch reduzieren.“ Mittlere und niedrige Lastbereiche bringen das beste Sparpotenzial (Stadtverkehr oder Landstraßen). Rein elektrisch ist man maximal wenige Kilometer unterwegs.

Der Plug-in-Hybrid. Der Antrieb hat ein großes Potenzial, wenn er richtig eingesetzt wird. Der Vorteil ist extrem abhängig vom Fahrprofil. Das Potenzial der Batterie, die rein elektrische Fahrstrecken von rund 30 bis 60 Kilometern erlaubt, müsse genützt werden, sonst, so Eichlseder, sei dieser Hybrid nur ein „grünes Mäntelchen, das man sich umhängt“. Studien zum Vollhybrid waren zuletzt ernüchternd, die E-Reichweite werde viel zu wenig ausgenützt. Mit diesen Schlagzeilen geraten langfristig auch die steuerlichen Vorteile in Gefahr.

Wichtigstes Gebot beim Kauf eines Hybrids: Das eigene Fahrprofil kritisch hinterfragen, den Hauptverkehrsanteil (Stadt, Land, Autobahn) abschätzen, und erst dann entscheiden. Auch die Frage nach dem 48-Volt-System ist bei der Kaufentscheidung Thema. Alle großen Automobil-Konzerne haben zuletzt ihre Hybridangebote massiv ausgebaut.

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Danke für Ihr Verständnis.

lupinoklu
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Die Ökobilanz von E/ Hybrid Autos - eine Katastrophe

Dessen muss man sich im Klaren sein. Wenn man die Summe aller Belastungen eines Elektro oder E- unterstützen Autos mit einem modernen Diesel oder Benziner vergleicht. Man muss sehr viele Kiometer mit dem "E" Auto fahren um die Ökobilanz der E oder Hybrid Autos im Verhältnis zum herkömmlichen "Verbrenner" zu unterbieten.
Hat sich jemand schon mal schlau gemacht, wieviel Millionen Liter Wasser in den Abbaustellen vernichtet werden, um die Lithiummenge für einen Tesla oder vergleichbaren Fahrzeugtyp zu gewinnen.
Dritte Welt - scheissegal?
Hier geht es wieder einmal um die Gewinnoptimierung gewisser Lobiisten und um sonst nichts!
Abgesehen davon: die Verteufelung (Besteuerung) der SUV`'s ist eine reine Geldbeschaffungsaktion unserer Regierung. Spätestens wenn dann hunderte Arbeitsplätze in unserem Land stillgelegt oder verschwinden werden, kommt das große Gejammer.
Ich erinnere nur an die seinerzeit 200.000 ATS Grenze von Firmenautos. Ein Rohrkrepierer der Extraklasse, der bald verschwand.
Aber was willst du dir schon von nicht lernfähigen Politikern anders erwarten???!!!

Patriot
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@lupi...: Die Stinker (Diesel- und Benzinautos) haben wesentlich mit dazu beigetragen,

dass uns Menschen die größte Katastrophe, nämlich der Klimawandel, blüht!
Von wegen Ökobilanz!

stprei
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Nutzung

Ich habe seit knapp einem Jahr einen Plugin-Hybrid. Für kurze Pendelstrecken ist er ideal und mit 0,0l unterwegs, Überland auf der Autobahn ist naturgemäß nicht seine Stärke, wobei der Verbrauch nur gering über einem normalen Benziner liegt. Mit einem modernen Diesel darf man ihn nicht vergleichen.
Wenn man ein Streckenprofil hat, das passt und eine Lademöglichkeit, ist es ein tolles Auto, das E-Mobilität mit der Flexibilität des Verbrenners kombiniert.
Mittlerweile ist der Tankstellenbesuch zum Waschen der Taktgeber, getankt wird halt nebenbei.

Patriot
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Plug-in-Hybride sind nicht besonders g'scheit!

Zwei Systeme, die es zu warten gilt und ein hohes Gewicht (Batterie), das man herumschleppen muss, wenn man mit dem Benzin- bzw. Dieselmotor sein Gefährt bewegt! Treibt den Verbrauch ordentlich in die Höhe.

AAltausseer
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Das hängt ganz stark vom Fahrprofil ab!

Wer im Alltag weit überwiegend elektrisch fahren kann, aber gelegentlich immer wieder auch weitere Strecken mit dem Auto zurücklegen will oder vielleicht sogar muss, für den kann das eine gute Wahl sein.

Patriot
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@AAlt...: Das müssen Sie mir zeigen,

wie Sie mit einem Plug-in, der elektrisch realistisch max. 35 km kommt, überwiegend elektrisch fahren!

hrl
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Zu Hause mit Photovoltaik laden

Mein Plugin Hybrid hat bisher auf 14000 km. durchschnittlich nur 7,7 Liter Benzin gebraucht und viele Ladungen der Photovoltaikanlage ( etwa 600KW) und das bei 462 PS. Es waren auch sehr schnelle Autobahnetappen in Deutschland mit weit über 200 km/h dabei.