Mercedes GLAWalter Röhrl testet: Der Mercedes GLA ist jetzt ein echtes SUV

Walter Röhrl, Doppel-Rallye-Weltmeister und Kleine-Zeitung-Cheftester, über den Mercedes GLA.

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Letzter sonniger Höhenflug mit dem Weltmeister: Man sitzt im Mercedes GLA um 14 Zentimeter höher als in der A-Klasse © OLIVER WOLF
 

Es ist ein echter Bruch und das ist gut so: Mercedes hat seine jüngste GLA-Version völlig neu aufgestellt. Höhe (plus rund zehn Zentimeter), Bodenfreiheit (14 Zentimeter), alles ist gewachsen, ohne dem Größenwahn zu verfallen.

Der GLA bleibt nämlich extrem kompakt, und liefert mit ein paar Kniffen sogar mehr Platz – selbst hinter meiner Größenordnung könnte ich gut sitzen, und das ist auf knapp 4,41 Meter Länge nicht selbstverständlich. Klar, optional ist die verschiebbare Rückbank ein Platz-Bringer, der Kofferraum ist für die Größe absolut okay.

Beim Fahren aufgefallen: Der intelligente Allradantrieb gibt einen richtig guten Grip, balanciert die Anforderungen unterschiedlicher Untergründe gut aus. Fein ist der 150-PS-Dieselmotor mit seinem 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, samt gutem Drehmoment – und wie mir meine Kollegen bestätigen, kann man richtig gute Verbrauchswerte um die 5 Liter auf 100 Kilometer schaffen.

Plus & Minus

+ Gefühlsmäßig. Der neue GLA rollt super ab, steckt Wellen hervorragend weg.
+ Genügsam. Beim Verbrauch kann man mit dem 150-PS-Diesel gute Werte schaffen – rund um 5 Liter.
+ Gesehen. Design, sehenswert.

- Preisfrage. Mit Extras wird’s schon teuer.

Man braucht eben keine hohen Drehzahlen, um gut unterwegs zu sein, das bereitet ein großes Vergnügen. Also: Unterschätzt mir jetzt die modernen Diesel nicht, sie sind bei den Emissionen und beim Verbrauch echte Sparefrohs.

Modellvorstellung: Mercedes GLA

Er ist das nunmehr achte Mitglied der Kompakt-Familie von Mercedes. Und der GLA will hoch hinaus. Mit einer Höhe von 1611 Millimetern überragt er seinen Vorgänger um mehr als 10 Zentimeter. Wir können uns schon denken warum: Die coupéhafte Dachlinie forderte bisher ihren Tribut bei der Kopffreiheit.

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Das dürfte jetzt genauso Geschichte sein wie der knappe Fond: Beim Radstand waren die Stuttgarter spendabler, während der GLA in der Länge um eineinhalb Zentimeter geschrumpft ist.

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Das Zurechtrücken sorgt bei der zweiten Generationen jedenfalls für ganz neue Proportionen. Und die machen ihn auch wesentlich praktischer.

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Die Passagiere sitzen jetzt höher, die Rückbank lässt sich um 14 Zentimeter verschieben und die Lehnen unterschiedlich neigen. Der Kofferraum schluckt mit 435 Litern um 14 mehr als bisher. Der Ladeboden ist höhenverstellbar.

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Bei den Antrieben greift der GLA auf das durchwegs vierzylindrige Familiensilber zurück: Los geht es bei den Benzinern mit dem 200er: Dahinter verbirgt sich ein 1,33 Liter großer Motor mit 163 PS, 250 Newtonmetern maximalem Drehmoment und einer Zylinderabschaltung.

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Topmodell ist GLA 35 4Matic mit dem 306 PS starken 2-Liter-Turbobenziner unter der Haube, der 400 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbewelle wuchtet.

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Dazwischen wird wohl noch aufgefüllt und auch Diesel werden nicht fehlen. Und: Ein Plug-in-Hybrid ist bereits in der Pipeline.

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Die stärkeren Varianten wird es auch mit Allradantrieb geben. Und sogar mit einem Offroadpaket mit eigenem Fahrprogramm, Bergabfahrhilfe und speziellem Licht.

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Auf der Instrumententafel prangt die aus der Kompaktfamilie bereits hinlänglich bekannte freistehende Bildschirmeinheit, die in drei Ausführungen erhältlich ist: mit zwei 7-Zoll-Displays, einem mit 7 und 10,25 Zoll sowie mit zwei 10,25-Zoll-Bildschirmen.

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Das Infotainmentsystem spielt mit individualisierbaren Darstellungen, vollfarbigem Head-up-Display, Navigation mit Augmented Reality, lernfähiger Software und die mit dem Schlüsselwort „Hey Mercedes“ aktivierbaren Sprachsteuerung alle Stückln.

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1/10

Mercedes hat seinen GLA außerdem fein austariert. Man bekommt ein gutes Gefühl in der Lenkung. Das Auto rollt super ab, steckt Wellen einfach hervorragend weg. Ein echter Wellenbrecher, kann man sagen – ohne zu weich zu sein, auch bei der Seitenneigung.

Beim Design – feines Heck, nicht so zerklüftet, sondern ruhig gestaltet – und beim Interieur hat man eine eigene Eleganz gefunden. Irgendwie spielt man die neue Höhe und die Wucht locker weg. Das Auto hat Stil, ist vom Aussehen sozial verträglich.

Mercedes GLA 200d

Preis/Testwagen: mit Extras 65.815 Euro.
Motor: Diesel, 150 PS, 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.
Verbrauch: 5 bis 6 l/100 km.
Abmessungen: 4,41/1,83/1,61 m L/B/H, Kofferraum 435 Liter.

Je nach Ausstattung ist der GLA natürlich ausdifferenziert, wir hatten eine Luxusversion. Die Fortschritte in der Sprachsteuerung sind da, für mich auch notwendig, damit man die Bedienung erleichtert. Spürbar gut: Die Haptik, die Materialien – das Cockpit ist eine Einheit, ohne Schönheitsfehler, außer dem Preis. „Ein bissl teier isser“, würde man in Bayern sagen.

Kommentare (4)
compositore
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65.815 Euro

für den Testwagen (welche Extras das sind, sagens nicht) ist aber schon der Hammer.
Für Nostalgiker, das sind in ehemaliger Währung über 900.000 Schilling!

Carlo62
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Die richtig guten Autos...

...gibt es sowie nicht unter 100.000 Euro!

compositore
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@carlo

Da haben's schon recht, meiner war auch über 100tsd, aber ein Kleinwagen (immerhin A -Klasse) zu diesem Preis?

compositore
2
11
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Nachsatz

Beim Grundmodell um ca. € 40.000,- (!!!) bekommst du H7 Scheinwerfer, LED kostet schon mal € 1.100.- zusätzlich, noch Fragen?