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Im TestAudienz bei der Alpenkönigin Alpine A110

Einmal so richtig blaumachen. Am liebsten mit der Alpine A110.

Die Alpine A110 in der längst ausverkauften "Premiere Edition" © OLIVER WOLF
 

1,26 Meter. Höher ist sie an keiner Stelle. Flach wie eine Flunder, gemessen an der restlichen Autowelt. Zwischen den Kindern des SUV-Booms geparkt, taucht sie regelrecht unter. Wenn man sie dann endlich erspäht, schlägt das Herz schneller.

Längst nicht alle Neuauflagen automobiler Ikonen haben gesessen, die Alpine A110 allerdings trifft voll ins Schwarze. Oder vielmehr ins Blaue, die Signalfarbe der französischen Alpenkönigin. Da passt jede Linie, jeder Falz, jede Kurve im Aluminiumkleid. Und Ihre Hoheit fordert auch gleich einen ehrerbietigen Knicks, wenn man einsteigt. 1,26 Meter Höhe, wir erinnern uns.

Modellvorstellung: Alpine A110

Vor der Premiere auf dem Genfer Autosalon zeigt Alpine die ersten Bilder der A110. Mit diesem Namen tritt die Newcomerin ein großes Erbe an.

ALPINE

Schließlich hießen so auch die berühmten blauen Berlinette, mit denen Alpine-Gründer Jean Rédélé ab 1962 zu einer nahezu unschlagbaren Macht im Rallye-Sport avancierte.

ALPINE

Anders als das Original ist die Außenhaut des neuen Zweisitzers allerdings nicht aus Kunststoff, sondern aus Aluminium. Und nicht nur die Karosserie, sondern auch die Plattform. Das Vollaluminium-Chassis der Alpine nimmt Motor, Getriebe und Fahrwerk auf.

ALPINE

Was unter der Aluhaut stecken wird, dazu macht Renault noch keine verbindlichen Angaben. Gemunkelt wird allerdings von einem Vierzylinder-Turbomotor mit 250 bis 300 PS in Verbindung mit einem Doppelkupplungsgetriebe und einem Leergewicht von rund 1100 Kilogramm. Bei den Beschleunigungswerten legen sich die Franzosen bereits fest: In weniger als 4,5 Sekunden beschleunigt die Alpine von 0 auf 100 km/h.

ALPINE

Das macht deutlich, dass die Franzosen bei der neuen A110 ein Auge aufs Gewicht geworfen haben. Ein Beispiel dafür sind ihre Sitze: Die einteilige Sitzschale und die sichtbare Metallstruktur wiegen nur 13,1 Kilogramm.

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Einmal unter der niedrigen Dachkante in die Sitze vorgearbeitet, hat man die Alpine quasi angezogen wie einen Rennhandschuh. Fällt die Tür in Schloss, ist man in gestepptes Leder gehüllt. Die Farben der der französischen Flagge, Tricolore, leuchten auf den digitalen Armaturen, wenn man auf den roten Startknopf drückt.

Und dann: Die Alpine pickt auf der Straße wie der Käse am Croque Monsieur. Der Motor in Mittellage sitzt einem im Nacken wie der Schalk, ständig hört man ihn tief durchatmen. Die Synapsen im Gehirn scheinen direkt mit den Vorderrädern verbunden, das Lenken gleicht Gedankenübertragung. Weil sie es mit nur rund 1,1 Tonnen zu tun bekommen, haben die 252 Turbo-PS des Vierzylinders leichtes Spiel.

Plus & Minus

+ Chapeau! Die Alpine ist ein ungemein agiles, aber dennoch nicht unnötig unkomfortables Sportcoupé.
+ Auf Diät. Mit 6,7 Liter Testverbrauch geht die A110 schon fast als Vernunftauto durch.

- Zug. Die Lüftungsschlitze der Klimaanlage lassen sich nicht bis kaum justieren.
- Retro. Das Infotainment ist etwas angegraut. Da und dort trifft man altbekannte Schalter aus diversen Renaults.

Drei Tasten, die einen klassischen Wählhebel ersetzen und mit denen man die Grundfunktionen des Doppelkupplungsgetriebes anwählt, sind Geschmackssache. Sonst zappt man flott mit den Schaltwippen durch die sieben Gänge.

Im Stauraum unter Fronhaube und Heckdeckel bringt man je eine Sporttasche unter. Da wird alles, was über ein langes Wochenende zu zweit hinausgeht, zu einer logistischen Herausforderung. Aber Alpin(e)isten müssen ohnehin schlank reisen. Alleine wegen der Schalensitze. Très chic.

Alpine A110

Preise. Ab 58.700 Euro.
Motor. Vierzylinder-Turbobenziner, 1,8 Liter, 252 PS, 320 Newtonmeter.
Antrieb. Heck, 7-Gang- Doppelkupplungsgetriebe.
Fahrleistungen. 0-100 km/h in 4,5 s, Vmax 250 km/h.

 

Kommentare (2)

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georgXV
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Liebe KLZ,

danke für die Korrektur

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georgXV
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Liebe KLZ,

die (abgeregelte) Höchstgeschwindigleit (Vmax) des A110 beträgt 250 km/h und NICHT 205 km/h !!!

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